George Lucas war schon immer Comicfan. Daher war es ihm wichtig, dass bereits eine Comicadaption von Star Wars im Handel war, bevor der Film am 25. Mai 1977 in den US-Kinos startete. Marvel erhielt daher die Rechte gratis und musste erst Lizenzgebühren zahlen, wenn mehr als 100.000 Exemplare verkauft wurden.
Howard Chaykin war für Lucas der Wunschkandidat für die Comic-Adaption von Star Wars. Der Zeichner fertigte bereits 1976 für den San Diego Comic Con ein Plakat an, das neugierig auf den Film machen sollte (und auch machte!). Der von Chaykin gezeichnete erste Band der sechsbändigen Adaption des Films erschien bereits am 12. April 1977. Dem Autor Roy Thomas (75 Years of Marvel Comics) diente dabei das Drehbuch von George Lucas als Vorlage.
Daher setzte Chaykin Situationen in Szene, die im Kino gar nicht zu sehen waren (obwohl sie teilweise gedreht wurden). So gab es im Comic (aber auch im Roman zum Film) einige zusätzliche Szenen, in denen Luke Skywalker seinen Jugendfreund Biggs Darklighter trifft, der ebenfalls als Kampfpilot dabei war, als der Todesstern angegriffen wurde, dies aber nicht überlebte.
Pünktlich zum Kinostart erschien Heft 3 und die Ausgaben der Filmadaption verkauften sich millionenfach und damit sehr viel besser als Marvels Superhelden-Comics. Daber erschienen in den nächsten Jahren im Monatstakt weitere Star-Wars-Comics. Lucas verdiente nicht nur daran, sondern – da es noch eine Weile dauerte. bis Star Wars mit Das Imperium schlägt zurück fortgesetzt wurde – wollte er, dass Luke Skywalker, Prinzessin Leia, Han Solo und Chewbacca in der Zwischenzeit nicht in Vergessenheit gerieten.
Thomas, Chaykin und weitere Marvel-Künstler wie der Autor Archie Goodwin oder der Zeichner Carmine Infantino durften es in den Fortsetzung-Comics richtig krachen lassen. So erzählten sie z. B. eine galaktische Variante zum Westernklassiker Die glorreichen Sieben, in der Han Solo an der Seite von Don-Wan Kihotay, einen an Don Quijote erinnernden Jedi von der traurigen Gestalt, sowie eines 1,80 m großen grünen Hasen namens Jaxxon kämpft.
Die ersten 23 Ausgaben wurden von Taschen für die im riesigen Format von 34 x 25 cm veröffentlichte Star Wars Comics Library digital restauriert. Dabei wurden „die Mängel des kostengünstigen und technisch begrenzten Druckverfahrens der damaligen Zeit behoben, ohne den Charakter und die besondere Anmutung der historischen Erstveröffentlichungen zu verlieren“.
Ergänzt wird die 600-seitige Edition durch eine ausführliche und reich bebilderte Einführung des Comic-Historikers Peter Sanderson, umfangreiche Anmerkungen zu den 23 Heften, sowie Biografien der beteiligten Künstler.
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