Ein 270-seitiger Hardcoverband im Überformat präsentiert vier ganz besondere Comics mit Spider-Man. Diese sind zwischen 1986 und 1992 außerhalb der regulären Comicserien von Marvel entstanden, erzählen abgeschlossene und wurden als Graphic Novels vermarket.
Den Auftakt bildet die vom vor allem für seine Horrorcomics bekannten Comickünstler Bernie Wrightson gezeichnete Story Hooky. Reifere Marvel-Fans dürften diese Geschichte kennen, denn sie wurde 1991 bei uns unter dem Titel Die Spinne – Der Kampf der Hexenmeister als “goldenes Album“ bei Condor veröffentlicht.
Die Stoy stammt von der Science-Fiction-Autorin und ehemaligen Besitzerin eines Comicshops Susan K. Putney. Sie konfrontiert Spidey mit der scheinbar jungen Marandi Sjorokker, die weiß, dass er Peter Parker ist. Gemeinsam mit der Zauberin, die schon seit 399 Jahren ein zwölfjähriges Mädchen ist, bricht Spider-Man in eine fremde Dimensiom auf.
Dabei treffen sie auf riesige Monster, die Wrightson großartig zu Papier gevracht hat. Doch trotz der Horror-Komponenten ist Spooky eine locker und leicht selbstironisch erzählte Geschichte, die Spider-Man in einer ungewöhnlichen Umgebung zeigt. Die nächste Graphic Novel hingegen erzählt die altbekannte Geschichte vom jungen Außenseiter Peter Parker, der von einer radioaktiven Spinne gebissen wurde.
Doch Gerry Conway schildert in Parallel Lives auch wie Mary Jane Watson ihre privaten Probleme dadurch verdrängt, dass sie das immer fröhliche Partygirl spielt. Alex Saviuk setzt diesen ungewöhnlichen Blick auf eine scheinbar altbekannte Geschichte sehr einfallsreich in Szene.
Er hat sichtlich viel Spaß daran jenen Moment, in dem Peter Parker erstmals auf die wunderschöne Mary Jane trifft und diese die legendären Worte: “Face it, Tiger, you just hit the jackpot!“ ausspricht, noch einmal auf einem ganzseitigen Panel zu präsentieren. Genau wie Hook präsentiert auch die dritte Graphic Novel Spirits of the Earth Spider-Man in einer Geschichte mit Fantasy-Elementen und diese wurde ebenfalls spektakulär von einem Meisterzeichner in Szene gesetzt.
Charles Vess wurde beeinflusst von großen Illustratoren wie Arthur Rackham oder Hal Foster. Er arbeitete mit Neil Gaiman, Ursula K. Le Guin und Jeff Smith zusammen. Im Superhelden-Genre ist er eher selten unterwegs. Daher entführt er Peter und Mary Jane in Spirits of the Earth schon nach wenigen Seiten von New York in eine Umgebung in der er sich sichtlich wohler fühlt.
Die auch von ihm geschriebene Geschichte lässt Spider-Man in Schottland vor prächtigen Burgen und in nebeligen Landschaften agieren. Bei dem optischen Overkill von Vess kann die letzte in diesem Band enthaltene Geschichte Fear Itself in keinster Weise mithalten. Die Graphik vom Altmeister Ross Andru ist durchschnittlich.
Doch noch schlimmer ist die immerhin von Gerry Conway und Stan Lee stammende Geschichte, die verzweifelt versucht Spider-Man in der damaligen Zeit mit Adolf Hitler zu konfrontieren und im Finale Schloss Neuschwanstein vom Allgäu in den Schwarzwald verlegt. Doch die drei restlichen Graphic Novels haben es verdient, in diesem schönen mit einigen Bonus.Illustrationen garnierten Band präsentiert zu werden.
„Spider-Man: Die Graphic Novel Collection“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken







