Die Archiv-Bände von Taschen sind bereits eine eingeführte Größe, schon durch ihre Cinemascope-Abmessungen von 42 x 31 cm. Zu den gewaltigen Bildbänden über Walt Disney, Charlie Chaplin, Stanley Kubrick oder James Bond gesellt sich jetzt eine Edition über die klassische Star-Wars-Trilogie, die zwischen 1977 und 1983 entstanden ist.
Der schwarze Einband ist thematisch passend mit silbrig funkelnden Glitzerstaub versehen. Auch die erste Doppelseite ist ein Spezialeffekt und zeigt einen Sprung in den Hyperraum. Natürlich ist die dann folgende Bebilderung beeindruckend. Fanatische Star-Wars-Sammler haben möglicherweise alle in diesem Buch enthaltenen Entwürfe und Fotos von den Dreharbeiten schon einmal irgendwo gesehen, aber sicher noch nie so geballt, großformatig und gut reproduziert.
Die Chronologie der Bilderstrecken zu Star Wars, Das Imperium schlägt zurück und Die Rückkehr der Jedi-Ritter entspricht den erzählten Geschichten, während die deutschsprachigen Texte die nicht in der Reihenfolge der Handlung durchgeführten Dreharbeiten dokumentieren. Dadurch passen Text und Bild meistens nicht zueinander. Doch da hier gleichzeitig Nacherzählung und Making Of geboten wird, entsteht bei der Lektüre ein faszinierendes fast schon dreidimensionalkes Gesamtbild.
Die Texte stellte Paul Duncan zusammen, der für Taschen schon zahlreiche faszinierende Bücher, etwa Film Noir oder Horror Cinema, konzipierte. In einem kurzen Nachwort erzählt Duncan, warum ihm Star Wars besonders am Herzen liegt. Als 13-jähriger Junge hörte er 1977 in England erstmals von dem großen Erfolg des Films und sammelt alles, was er in Zeitschriften über Star Wars finden konnte.
Erst im Januar 1978 startet Star Wars im Heimatort von Duncan. Dieser wartete bereits vier Stunden vor Filmbeginn am Eingang des Kinos. Während sich bei der Premiere in den USA gewaltige Schlangen bildeten, hielt sich das Interesse im britischen Nuneaton in Grenzen und Paul Duncan war der Einzige der stundenlang in der Kälte wartete. Als der Film dann endlich startet, wurde ihm warm ums Herz…
Ähnlich wird es Duncan ergangen sein, als er die Möglichkeit hatte, sich drei Tage mit George Lucas zu unterhalten. Dieser erzählte ihm nicht nur über von den Schwierigkeiten bei der Realisierung, sondern auch von seinen ständigen Ängsten. Lucas war sich niemals sicher, ob die Filme trotz großer Schwierigkeiten und den damit verbundenen Finanzierungs-Problemen seinen Qualitätsansprüchen entsprechen und überhaupt in die Kinos kommen werden.
Abgerundet wird das 600-seitige Buch durch einen Anhang zu den TV-Filmen und Serien aus dem Star-Wars-Universum, die zwischen 1977 und 1983 entstanden sind. George Lucas ließ sich zu halbgaren Produktionen, wie den Filmen mit den Ewoks oder dem berüchtigten Holiday-Special von 1978 überreden, um das Interesse an Star Wars aufrecht zu erhalten. Da nur alle drei Jahre ein neuer Film in die Kinos kam, bestand die Gefahr, dass die Zuschauer das Interesse verlieren. Dass dem nicht so war (und ist!), belegt dieses großartige Buch!
Alle zwei Wochen bringt Panini Deutschland in Eigenregie einen Hardcover-Band mit einem Comic aus dem Star Wars Universum heraus. Enthalten sind sowohl klassische als auch moderne Comics, sowie Adaptionen der Filme. Nebeneinander positioniert bildet sich auf den Buchrücken ein durchgehendes “galaktisches Panorama-Motiv“.
Zum Auftakt erscheint eine Gesamtausgabe der sechsteiligen Serie Im Schatten Yavins, die 2013 bei Dark Horse veröffentlicht wurde und bei Panini in den Star Wars Heften 106, 107 und 108 als Fortsetzung zum Abdruck kam. Der einzige Makel dieser auch redaktionell vorbildlich betreuten Ausgabe der Star Wars Comic-Kollektion ist, das nicht alle sechs der plastisch kolorierten Titelbilder von In the Shadow of Yavin enthalten sind, was sehr schade ist, denn diese stammen von der Comic-Legende Alex Ross (Marvels, Kingdom Come).
Die Geschichte spielt kurz nach der legendären Schlacht von Yavin, also dem Finale des ersten Kinofilms Star Wars – A New Hope. Als Autor fungierte Brian Wood und die Zeichnungen des Comics stammen von Carlos D’Anda (Batman – Arkham City). Recht nah orientiert an den klassischen Kinofilmen, wird hier geschildert, wie es direkt nach der großen Raumschlacht mit Luke, Leia, Han, Chewbacca und Darth Vader weitergeht.
Seit die Firma Disney die Leitung von George Lucas‘ Star Wars Universum übernommen hat, geht es dort geordneter zu. Comic– oder Roman-Reihen, die munter und eigenmächtig die in den Filmen erzählten Geschichten fortführen, oder gar eine Hauptfigur wie Chewbacca sterben lassen, sind seitdem mehr angesagt. Alles was vor dem Beginn der Disney-Ära veröffentlicht wurde, ist fortan Legende und gehört daher zum Bereich Star Wars: Legends. Genau diesen Geschichten widmet sich die Star Wars Comic-Kollektion.
Doch auch die Comic-Adaptionen der ersten sechs Filme finden Aufnahme in die Edition. Beim zweiten Band der Star Wars Comic-Kollektion wurde das Cover geändert, das sich ursprünglich noch am klassischen Look von Marvels Comic-Adaption des ersten Kinofilms von 1977 orientierte und von der US-Omnibus-Ausgabe der klassischen Star Wars Comics aus dem Hause Marvel übernommen wurde.
Jetzt ziert das Cover eine plastisch kolorierte Illustration von Adi Granov, die auch auf dem Titelbild der US-Ausgabe von der “remasterten“ Neuausgabe der klassischen Comic-Adaption von Star Wars – Episode IV zu finden ist.
1977 diente dem Autor Roy Thomas (75 Years of Marvel Comics) das Drehbuch von George Lucas als Vorlage, da der Film noch gar nicht in den Kinos lief, als er bereits an der Comic-Adaption arbeitete.
Die Neu-Kolorierung (links)
Daher ließ Thomas den Zeichner Howard Chaykin Situationen in Szene setzen, die im Film gar nicht zu sehen sind (obwohl sie teilweise gedreht wurden).
Die Neu-Kolorierung (oben)
Im zweiten Band der Star Wars Comic-Kollektion ist eine von Chris Sotomayo neu kolorierte Version von Chaykins klassischem Comic enthalten.
Innerhalb der Star Wars Comic-Kollektion erscheinen auch neu bearbeitete Comic-Adaptionen von Das Imperium schlägt zurück (als Band 7) und Die Rückkehr der Jedi-Ritter.
Somit ist eine interessante Mischung aus legendären Star Wars Comics zu erwarten.
Der erste Comic zu Star Wars erschien bei uns 1978 beim Williams Verlag noch unter dem damaligen Filmtitel Krieg der Sterne und war eine Adaption jenes Filmes, der heute den Titel Episode IV – Eine neue Hoffnung trägt. Dieser Comics entstand bei Marvel und wurde gezeichnet und veröffentlicht, bevor der Film in die Kinos kam. Dem Autor Roy Thomas (75 Years of Marvel Comics) diente das Drehbuch von George Lucas als Vorlage, da der Film noch gar nicht in den Kinos lief, als bereits an der Comic-Adaption gearbeitet wurde. Daher ließ Thomas den Zeichner Howard Chaykin Situationen in Szene setzen, die im Film gar nicht zu sehen sind (obwohl sie teilweise gedreht wurden).
So gab es im Comic (aber auch im Roman zum Film) einige zusätzliche Szenen, in denen Luke Skywalker seinen Jugendfreund Biggs Darklighter trifft, der ebenfalls als Kampfpilot dabei war, als der Todesstern angegriffen wurde, dies aber nicht überlebte. Howard Chaykin war für den Comic-Fan George Lucas der Wunschkandidat für die Comic-Adaption von Star Wars. Der Zeichner fertigte 1976 für den San Diego Comic Con auch ein Plakat an, das neugierig auf den Film machen sollte (und machte!).
Als George Lucas 1997 eine überarbeitete Version von Star Wars- Episode IV in die Kinos brachte, entstand auch eine neue Comicversion des Filmes. Hier war der begnadete Al Williamson als Tuscher beteiligt, der den Comic zu Dino de Laurentiis´ Flash Gordon, sowie die definitiven Comic-Versionen zu Episode V und Episode VI zeichnete.
Die neue Adaption von Episode IV wirkt sehr viel glatter, geleckter und gleichgeschalteter als die wild und frei anmutende 70er-Version von Chaykin, der es danach noch doller treiben durfte als Star Wars bei Marvel einfach frisch, fröhlich und ohne Oberaufsicht von George Lucas fortgesetzt wurde. Was Luke, Han und Leia hier erleben hat nichts mit den Ereignissen aus Das Imperium schlägt zurück oder Die Rückkehr der Jedi-Ritter zu tun. Es wird z. B. eine galaktische Variante zum Westernklassiker Die glorreichen Sieben erzählt, in der Han Solo an der Seite eines 1,80 m großen grünen Hasen namens Jaxxon kämpft.
Band 1 von Paninis Reihe Star Wars Classics enthält die ersten 10 Star Wars-Comichefte (und somit sämtliche Arbeiten von Howard Chaykin für diese Reihe), wobei in Band 1 bis 6 die bekannte Filmstory erzählt wird. Da im Gegensatz zu den frühren Ausgaben bei Carlsen und Ehapa diesmal auch noch alle sehr schön gestalteten Cover enthalten sind, ist dieser Sammelband unverzichtbar für alle Fans der klassischen Star Wars-Filme.
In den USA hat durch den Deal des Mutter-Konzerns Disney, der Episode VII Das Erwachen der Macht in die Kinos brachte, mittlerweile Marvel wieder die Rechte an den Star Wars Comics und veröffentlicht die klassischen Ausgaben in voluminösen Omnibus-Editionen. Es ist erstaunlich wie viele verschiedene Comic-Versionen bereits zu Star Wars erschienen sind!
1970 machte George Lucas aus einem Studentenkurzfilm ein ehrgeiziges Spielfilmprojekt namens THX 1138, später sollte er sein Kinosoundsystem nach diesem Erstlingswerk benennen. Sein Freund Francis Ford Coppola produzierte und kein Mensch wollte den ambitionierten Science Fiction Film sehen. Zwei Jahre später verlief es dann schon etwas günstiger: Unter dem Titel American Graffiti verbriet Lucas seine kleinstädtischen Jugenderlebnisse. Der Film wurde zu einem großen Erfolg. Lucas hatte davon allerdings nicht viel, da nur das Studio von den Einnahmen profitierte und er mit einem eher kümmerlichen Festgehalt abgespeist wurde. Das sollte ihm eine Lehre fürs Leben sein.
Die Neuveröffentlichung von 2015
Bei Star Wars behielt Lucas die Zügel (und vor allem die Rechte an dem Stoff und den Figuren) fest in den Händen. Trotz vieler Hindernisse und Unkenrufe brachte er 1977 den bis dahin (und für lange Zeit) erfolgreichsten Film aller Zeiten in die Kinos. Er bastelte bis zuletzt daran und war mit dem fertigen Werk trotzdem immer unzufrieden, so dass er 20 Jahre später noch einmal ebenfalls sehr erfolgreich eine tricktechnisch verbesserte Version in die Kinos brachte. Während American Graffiti wahrscheinlich so ziemlich alles enthält, was Lucas in seiner Jugend an bemerkenswerten Dingen tatsächlich erlebt hat, enthält Star Wars alles was Lucas an bemerkenswerten Dingen im Kino gesehen hat.
Auch toll: Die Veröffentlichung von 2011
Nach dem großen Erfolg überraschte Lucas damit, dass er Star Wars zur Eine neue Hoffnung betitelten Episode IV einer neunteiligen Star Wars-Reihe erklärte. Als 1980 Das Imperium schlägt zurück in die Kinos kam, diente der Film, trotz aller gelungener Szenen, in erster Linie dazu so viele Fragen wie möglich aufzuwerfen, die dann drei Jahre später von Die Rückkehr der Jedi-Ritter mehr als erschöpfend beantwortet werden. Auf die geplanten Teile sieben bis neun findet der geneigte Betrachter allerdings keinerlei Hinweise. Bemerkenswert ist, dass Lucas auch für die Heimkino-Veröffentlichung erneut an Die Rückkehr der Jedi-Ritter herumbastelte und am Ende des Filmes noch Hayden Christensen, den Darsteller de Anakin Skywalker aus den Episode II + III, eingefügt hat.
Schwer aller Anfang ist!Rechtzeitig zum heißerwarteten Start von DisneysStar Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht veröffentlicht die 20th Century noch einmal in einer Box die ersten sechs Teile der Reihe und nennt diese Edition trotzig The Complete Saga. Diese gab es jedoch wieder nur auf Blu-ray, während DVD-Freunde auf zwei Einzel-Edionen mit je 3 Filmen zurückgreifen mußten.
Eins der schönsten Extras bei Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung ist der sehr informative Audiokommentar, den George Lucas gemeinsam mit “Prinzessin Leia“ Carrie Fisher, Toningenieur Ben Burtt und Trickexperte Dennis Muren eingesprochen hat. Dieser deutsch untertitelte Kommentar ist eine tolle und lebendige Lektion über sehr viele Aspekte des Filmemachens!