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Milo Manara: Der Name der Rose

Gleich mit seinem ersten Roman gelang Umberto Eco 1980 ein Welterfolg. Bereits sechs Jahre später wurde sein Klosterkrimi Der Name der Rose erfolgreich von Jean-Jacques Annaud mit Sean Connery als Franziskanermönch William von Baskerville verfilmt. Eine TV-Serie mit John Turturro als Baskerville erregte 2019 nicht allzu viel Aufmerksamkeit.

Dies sieht jetzt bei der Comicadaption von Der Name der Rose ganz anders aus. Diese Veröffentlichung ist so vielversprechend, dass diese hierzulande nicht bei einem Comicverlag herausgebracht wurde, sondern Hanser, wo auch 1982 die deutsche Erstausgabe erschienen ist, sich der Sache angenommen hat. Bermerkenswert ist, dass auf dem Cover der Graphic Novel der Name des Zeichners gleichberechtigt neben Umberto Eco abgedruckt wurde.

Milo Manara (Mann aus Papier, Ein indianischer Sommer) ist für diese Comicadaption eine ähnliche Traumbesetzung wie es Sean Connery im Kinofilm war. Manara hat sich mächtig ins Zeug gelegt und benötigte für 120 detailreich ausgeführete Seiten drei Jahre. Um die Wartezeit zu halbieren, erschien in Italien der Fumetto zu Il nome della rosa in zwei Teilen. Von der ersten Hälfte wurde zusätzlich ein großformatiger Prachtband mit Schuber veröffentlicht, dem ein signierter Druck beiliegt und der Manaras beeindruckende Graphik in Schwarzweiß präsentiert.

Bei Hanser hingegen ist zum fairen Preis von 28,- Euro eine gebundene Gesamtausgabe erschienen, die als Bonus acht Seiten mit Skizzen von Manara enthält. Darunter befinden sich auch einige Vorzeichnungen, zu jenem im Roman nur recht kurz geschilderten Moment, in dem der Novize Adson von Melk von einem mysteriösen Mädchen verführt wird.

Nicht wenige Kritiker warfen bereits Jean-Jacques Annaud vor, dass er diese Sequenz in seinem Kinofilm unnötig stark ausgebaut hat. Auch Milo Manara, der vor allem für seine erotischen, gelegentlich auch pornografischen Comics bekannt ist, setzt den Liebesakt sehr ausführlich auf sechs Seiten in Szene.

Im Gegensatz zum Film verlässt Manara in seinem Comic häufig das nur von Mönchen bevölkerte Kloster und schildet in beeindruckenden Bildsequenzen das mittelalterliche Leben. Dabei lässt er kaum eine Gelegenheit aus, um nackte Haut zu zeigen.

Doch insgesamt ist auch der Comic – bei dem der Detektiv nicht wie Sean Connery, sondern wie Marlon Brando aussieht – ein ebenso blutiger wie spannender Krimi mit einer originellen Auflösung.  

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Das Boot

Aus international erfolgreichen deutschen Kinofilmen Serien zu machen liegt im Trend. Während ein ZDF-Sechsteiler Patrick Süskinds Roman Das Parfum wenig überzeugend in die Gegenwart verlegte und die neue Version von Umberto Ecos Der Name der Rose sehr viel länger aber auch langweiliger als der Klassiker mit Sean Connery geworden ist, taucht die Sky Deutschland Produktion von Das Boot durchaus was

Das Boot

Das hier im Vorspann erwähnt wird, dass nicht nur Motive aus Lothar Günther Buchheims Das Boot, sondern auch aus der Fortsetzung Die Festung verwendet wurden ist Quatsch. Vielmehr gelingt es der 25-Millionen-Euro-Produktion im Rahmen einer völlig neuen Geschichte recht passabel die Atmosphäre von Wolfgang Petersens Kinoerfolg von 1981 zu beschwören, wobei natürlich immer wieder kurze Auszüge aus Klaus Doldingers Soundtrack erklingen.

Das Boot

Doch die vom Österreicher Andreas Prochaska (Das finstere Tal) in Szene gesetzte Serie ist nur am Rand daran interessiert zu zeigen, wie die Besatzung an Bord eines U-Boots im Kriegseinsatz mit dem Wechselbad aus angespannter Langeweile und Todesangst fertig wird. Die anfangs noch realistisch geschilderte Feindfahrt entwickelt sich immer mehr zu einem wenig glaubhaften, aber teilweise spektakulär in Szene gesetzten Kriegsabenteuer, wobei die Serie nur wenig Interesse am  Ausloten der Charaktere der Seeleute zeigt.

Das Boot

Doch zum Glück gibt es noch eine recht gut funktionierende zweite Handlungsebene, die an Land spielt. Hauptfigur (auch der ganzen Serie) ist die aus dem Elsass stammende Simone Strasser (sehr gut: Vicky Krieps), die im Herbst 1942 in La Rochelle ihren auf einem U-Boot dienenden Bruder besuchen will und als Dolmetscherin für die deutsche Marine arbeitet. Simone gerät zwischen die Fronten, denn während sich der Gestapo-Chef Forster (faszinierend Tom Wlaschiha aus Game of Thrones) für sie interessiert, engagiert sich die junge Frau immer mehr im Widerstand…

Das Boot

Da in der Serie auch französische, englische und US-amerikanische Charaktere eine Rolle spielen, gibt es allerlei untertitelte Sequenzen. Diese nicht immer konsequent eingesetzte Mehrsprachigkeit soll die Serie auch für ein internationales Publikum interessant machen (wobei Wolfgang Petersen dies bei Das Boot auch ohne diese Taktik schaffte). Die Rechnung ging auf und eine zweite Staffel wird folgen.

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Der Name der Rose

1986 – sechs Jahre nachdem Umberto Ecos Roman erschienen ist – verfilmte Jean-Jacques Annaud (Am Anfang war das Feuer) den wuchtigen Mittelalter-Thriller über Morde in einem italienischen Benediktiner-Kloster. Da es gelungen war Sean Connery für die Hauptrolle des Franziskaner-Profilers William von Baskerville zu verpflichten wurde die Verfilmung zu einem Welterfolg.

Der Name der Rose

Viele Kritiker bemängelten jedoch zurecht, dass sich der Film hauptsächlich auf die Klärung des Kriminalfalls konzentrierte und Ecos historische, philosophische oder religiöse Exkurse fast komplett ignorierte. Daher erschien es eine gute Idee zu sein, den knapp 700-seitigen Roman als 8-teilige Serie neu zu verfilmen. Den Baskerville spielte jetzt John Turturro (Das geheime Fenster), der sich auch als Drehbuchautor betätigte.

Der Name der Rose

Der erste Eindruck ist durchaus überwältigend. Der Vorspann beschwört eine geheimnisvolle vergangene Welt und die Ausstattung scheint nicht weniger detailreich ausgefallen zu sein, als Anno 86. Doch die Schauwerte nutzen sich schnell ab, die Versuche die Geschichte in einen historischen Kontext zu setzen fallen halbherzig aus, die Handlung schleppt sich lahm dahin und (wahrscheinlich das entscheidende KO-Argument) dem bewährten Nebendarsteller Turturro fehlt gänzlich Sean Connerys Charisma.

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