2010 erwachte der Essener Polizist Michael „Mick“ Brisgau aus einem durch Kopfschuss verursachten Koma. Als er nach 20 Jahren in sein Revier zurückehrt, muss er feststellen, dass sich einiges verändert hat. Schöner als die Werbetexter zur Serie kann ich Micks Blick auf die schöne neue Welt auch nicht formulieren: “Die Frauen sind jetzt abgebrühter als der Kaffee, den sie früher kochten, und die Männer haben sich alle in Weicheier verwandelt.“
Diese Chauvi-Perspektive hätte leicht ins Reaktionäre umkippen können. Doch als bulliger Bulle mit goldenem Herzen bringt Henning Baum (Lukas der Lokomotivführer) seinen ganz speziellen Charme ein und wirkt nur auf den ersten Blick etwas prollig. Micks Skepsis gegenüber DNA-Analysen oder dem allwissenden Internet helfen ihm bei den Ermittlungen dort Zusammenhänge zu finden, wo seine Kollegen schon lange nicht mehr suchen.
Außerdem hat er als Dienstwagen weiterhin einen grünen Opel Diplomat aus dem Jahre 1977 und kann dort seine alten Musikkassetten abspielen. Bis 2014 liefen auf Sat.1 von Der letzte Bulle fünf Staffeln mit 60 Episoden. 2019 folgte ein ziemlich verunglückter Kinofilm unter der Regie von Peter Thorwarth, der Mick Brisgaus Geschichte einfach noch einmal erzählte und dessen Koma auf 25 Jahre verlängerte.
Doch jetzt ist eine sechste Staffel entstanden, die nahezu nahtlos an den Charme der alten Serie anknüpft und Mick Brisgau erneut mit einer ihm fremden Welt konfrontiert. Diesmal kehrt er nach elf Jahren, die er unfreiwillig als Flugzeugbrüchiger auf einer einsamen Insel verbrachte, nach Essen zurück. Mick muss nun lernen was Work-Life- Balance und wer Alexa ist.
Doch seine alten Kollegen, Maximilian Grill als sein Partner Andreas Kringge und Helmfried von Lüttichau als gutmütiger Vorgesetzter Martin Ferchert, halten weiter zu ihm und abends geht es in Uschi’s Kneipe. Henning Baum fiel es leicht als Mick Brisgau zurückzukehren und weiterhin “den Zeitgeist zu ignorieren“. Es ist zu hoffen, dass es nicht bei den acht neuen Folgen bleibt.
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