Schlagwort-Archiv: David Hine

Spider-Man Noir

Einmal mehr wird hier die Origin eines wohlbekannten Helden erzählt. Doch diesmal handelt es sich nicht – wie etwa in Ultimate Spider-Man – um das Update einer in den Sechziger Jahren erstmals erzählten Entstehungsgeschichte.

In der Miniserie Spider-Man Noir wird Peter Parker im von der bitteren Kälte des Winters aber auch der Depression geplagten New York des Jahres 1932 von einer Spinne gebissen, die aus einer Voodoo-Skulptur gekrochen ist.

Dem britischen Autor David Hine gelang eine ungewöhnliche Elseworld-Version des Spinnenmannes, wobei das auf altertümlich getrimmte Kostüm mit Fliegerkäppi und Ledermantel noch das Konventionellste an seinem Hardboiled-Konzept ist. Mit allerlei wirklich überraschenden Wendungen erzählt Hine – zunächst aus der Sicht des abgebrühten morphiumsüchtigen Reporters Ben Urich – von einer sozialistisch bewegten Tante May, die eine Armenküche betreibt und flammende Reden gegen die Korruption hält.

Ihr Mann Ben wurde von der Gang des Unterwelt-Bosses Norman Osborn alias “Der Kobold“ umgebracht. Mays Neffe Peter Parker tritt – wie gewohnt seinen Job als Fotoreporter beim “Daily Bugle“ an, doch ansonsten verläuft vieles ganz anders als gewohnt oder erwartet.

Das trifft auch auf das Artwork zu. Während das Cover von Dennis Calero noch allzu naheliegend in Frank Millers harten Sin City-Style gehalten ist, verwöhnt im Innenteil der auch als Storyboarder für Großproduktionen wie Gangs of New York tätige Italiener Carmine Di Giandomenico den Leser mit aufregenden Farbkompositionen.

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Batman: Im Angesicht des Feindes

Ein Joker-Imitator betritt die Bühne von Gotham City und sorgt für Angst, Schrecken und Chaos in Batmans Stadt. Dies gelingt ihm dadurch, dass er eine Droge, die eine Abwandlung von Jokers tödlichem Lachgiftgas ist, in der Stadt verteilt. Brave Bürger werden high und verwandeln sich in Joker-Zombies, die erst nur Spaß treibend durch die Stadt ziehen, aber durch immer feinere Derivate der Droge schließlich brutal mordend umherstreifen.

Batman: Im Angesicht des Feindes

Doch nicht genug damit, es tritt auch noch ein Batman-Imitator auf, der wiederum seine Anhänger aufwiegelt und so entbrennt ein Bandenkrieg, der die ganze Stadt ins Verderben zu reißen droht: Auf der einen Seite die Jokerz und auf der anderen Seite die Bat-Soldaten.

Batman: Im Angesicht des Feindes

Dem Autor David Hine gelingt es, dem Joker-Imitator eine spannende, originelle und nachvollziehbare Origin zu geben. Ein sehr gelungener Ansatz, der noch durch viele unerwartete Wendungen an Tragik gesteigert wird. Denn wer sich hinter dem Batman-Imitator verbirgt, bleibt bis zum Schluss dramatisch und offen und am Ende gelingt es zwar dem echten Batman, den Krieg zu beenden, aber nicht, den Joker-Imitator dingfest zu machen. Batman erfährt die traurige Wahrheit seiner Geschichte und welche Rolle der Joker und er selbst dabei hatten. Ein wenig erinnert der Grundgedanke an den Alan Moores Klassiker „The Killing Joke„: Ein – und wirklich nur ein – richtig schlechter Tag kann aus einem unbescholtenen Bürger ein Monster machen.

Batman: Im Angesicht des Feindes

Im vorliegenden Sonderband sind zwei abgeschlossene Geschichten: Einmal die vierteilige Story um den Joker-Imitator und seinen Bandenkrieg und zum anderen der Einteiler von Comic-Altmeister und lebenden Legende Dennis O’Neil “Das Medaillon“ aus DETECTIVE COMICS #866. Hier spielt der echte Joker die eigentliche Hauptrolle. Dick Grayson – damals noch als Robin, mittlerweile als Batman unterwegs – wird an seine erste Begegnung mit dem Joker erinnert. Ein (scheinbar) längst vergessener Fall holt ihn und einen damals unbeteiligten Kleinkriminellen wieder ein. O’Neil gelingt es, auf gekonnte Art und Weise, den Joker zu charakterisieren.

Norbert Elbers


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