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Der unglaubliche Hulk – Die 3 TV-Filme

1982 wurde die Serie Der unglaubliche Hulk nach einer Laufzeit von fünf Jahre und plötzlich mitten in der fünften Staffel eingestellt. Ebenso überraschend ging es ab 1988 weiter mit drei TV-Filmen, die im Jahrestakt ausgestrahlt wurden und teilweise etwas andere Wege beschritten.

Das Besondere an der von Kenneth Johnson (V – Die Außerirdischen kommen, Alien Nation) produzierten Serie war, dass diese sich nicht in erster Linie an Marvel-Fans richtete, sondern an ein größeres Publikum. Wöchentlich war zu erleben, wie der von Bill Bixby gespielte Dr. David Banner durch die USA pilgerte, um eine Lösung zu finden, damit er sich nicht bei jedem Wutausbruch in ein grünes, vom Bodybuilder Lou Ferrigno gespieltes Monster verwandelt.

Johnson ließ in der Serie keine weiteren Marvel-Superhelden auftauchten. Dies sah bei den drei ohne Johnsons Beteiligung entstandenen TV-Filmen etwas anders aus. Bereits in Die Rückkehr des unglaublichen Hulk spielte Thor eine wichtige Rolle und Eric Allan Kramer war – 23 Jahre von Chris Hemsworth – der erste Darsteller, der den Donnergott spielte.

Ihm zu Seite steht ein gewisser Donald Blake, der ein ehemaliger Student von David Banner ist und auf einer Bergtour in einer Höhle einen Hammer gefunden hat. Mit diesem kann er Thor herbeirufen. In den Marvel Comics ist Donald Blake als gehbehinderter Arzt das menschliche Alter Ego von Thor und kann sich in diesen verwandeln. Im TV-Film hingegen agiert Blake zusammen mit Thor, der den deutlich größeren Hulk seltsamerweise als “Zwerg“ bezeichnet.

Noch etwas weiter in Richtung Marvel Cinematic Universe ging es 1989 in Der unglaubliche Hulk vor Gericht. Hier war nicht nur Rex Smith als der sich in Daredevil verwandelnde Anwalt Matt Murdock dabei, sondern auch dessen von John Rhys-Davies (Flash Gordon, Der Herr der Ringe) verkörperter Gegenspieler, der Gangsterboss Wilson Fisk. Im Gegensatz zu den Comics nannte ihn jedoch niemand Kingpin.

Bemerkenswert ist auch, dass Marvel-Mastermind Stan Lee in Der unglaubliche Hulk vor Gericht seinen ersten Gastauftritt in einem Marvel-Film absolvierte. In einer Traumsequenz, in der sich David Banner vor Gericht in den Hulk verwandelt, ist Stan Lee kurz als wortloser Sprecher der Geschworenen zu sehen.

Der zweite TV-Film ist der beste der Trilogie, auch wenn das Ziel nicht erreicht wurde, dadurch eine Serie mit Rex Smith als Matt Murdock/Daredevil anzukurbeln. Der Tod des unglaublichen Hulk ist der schwächste Film der Reihe, wobei der Titel Programm ist und David Banner am Ende einer langweiligen Krimihandlung tatsächlich stirbt.

Dies hielt die Produzenten natürlich nicht davon ab, einen weiteren TV-Film zu planen. Neben Banners Auferstehung sollte es Gastauftritte von Iron Man und She-Hulk geben. Doch die mäßige Zuschauerresonanz bei Der Tod des unglaublichen Hulk und vor allem der Gesundheitszustand von Bill Bixby, der die letzten beiden TV-Filme inszeniert hatte, verhinderten eine Fortsetzung. Bixby starb 1993 an Prostatakrebs und der sympathische Darsteller wird für immer der Dr. Banner der Herzen sein.

Bei Filmjuwelen erscheinen die drei Filme erstmals auf Blu-ray, wobei die Bildqualität nicht immer berauschend ist. Das Bonusmaterial kann sich jedoch sehen lassen. So gibt es mit “Marvelous World of Stan Lee“ (24:10 min) eine Quasselorgie, in der “Stan The Man“ schlüssig erklärt, warum seine Marvel-Comics immer besser als die Hefte der Konkurrenz waren. Zu Lou Ferringo gibt es ein kompaktes aufschlussreiches Interview (15:84 min) und den 84-minütigen Film Stand Tall über die Karriere und Lebensphilosophie des Muskelmanns.

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Silver Surfer Anthologie  

Paninis Anthologie zum Silver Surfer enthält nicht die ersten Comics mit dieser faszinierenden Figur. Seinen ersten Auftritt hatte der galaktische Weltenreiter 1966 in Heft 48 der Serie Fantastic Four.

Um seinen Heimatplaneten Zenn-La vor der Zerstörung durch Galactus zu schützen, trat Norrin Redd in dessen Dienste. Das übermächtige Wesen verwandelte den jungen Philosophen in ein Wesen mit gewaltigem Intellekt und nahezu unendlicher Macht. Doch Norrin zahlte einen hohen Preis, denn er büßte seine emotionale Bindung zu seiner Heimatwelt und seiner geliebten Shalla-Bal ein. Fortan suchte er als Silver Surfer nach Ersatznahrung für den sich von Planeten ernährenden Galactus.

Die Anthologie überspringt sieben Hefte und startet mit Fantastic Four #55. Hier wird nicht die Origin des Surfers erzählt, sondern davon, wie dieser den ohnehin schon mit einer kurzen Lunte gesegneten Ben Grimm alias Das Ding wütend macht, weil er sich mit dessen Freundin, der blinden Künstlerin Alicia Masters, angefreundet hatte.

Fantastic Four #55 ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie Stan Lee gemeinsam mit dem Zeichner Jack Kirby gewaltige Superhelden-Action mit zwischenmenschlichen Konflikten verknüpfte. In den sehr guten redaktionellen Beiträgen ist zu erfahren, dass Kirby den Silver Surfer in der Serie Fantastic Four auftreten ließ, ohne sich zuvor mit Stan Lee abzustimmen.

Nach anfänglicher Skepsis war Lee von der Figur derart angetan, dass er etliche Jahre als einziger Autor von Geschichten mit den Silver Surfer fungierte. Doch es ist sehr schade, dass nur ein einziges Heft innerhalb dieser Anthologie von Kirby, dem Schöpfer des Silver Surfers gezeichnet wurde. Mit gleich fünf US-Heften, die fast die halbe Anthologie füllen, sehr viel prominenter vertreten ist John Buscema.

Der in einen sehr viel feineren und detaillierteren Stil als der gröber arbeitende Kirby zeichnende Buscema kam 1968 zum Zuge, als Marvel die erste eigene Serie des Silver Surfers startete. Diese wurde natürlich von Stan Lee getextet. Der Taschen Verlag präsentierte kürzlich in einem riesengroßen Band seiner Marvel Comics Library alle 18 Hefte dieser Serie. Auch hier ist das Entsetzten, das der Silver Surfer über das nur selten humane Verhalten der Menschheit empfindet, ein zentrales Motiv der Serie.

Die Silver Surfer Anthologie präsentiert Stories aus dreizehn Marvel-Publikationen, die zwischen 1966 und 2023 veröffentlich wurden. Enthalten ist die ebenfalls von John Buscema gezeichnete achtseitige Story The Answer, die auch durch die großartige Kolorierung von Rick Veich beeindruckt und in der ersten Ausgabe von Epic Illustrated veröffentlich wurde. Mit diesem Magazin versuchte Marvel ab 1980 ziemlich vergeblich im selben Bereich wie Metal Hurlant bzw. Heavy Metal zu wildern.     

Ebenfalls enthalten ist der Auftakt einer 1982 gestarteten Zusammenarbeit zwischen Stan Lee und John Byrne, dem es im Gegensazu zu Kirby sogar gelang nicht nur als Zeichner sondern auch als Co-Autor genannt zu werden. Byrne visualisierte sehr aufregend die “Schöpfungsgeschichte“ des Silver Surfers. 1986 erhielt er von DC den Auftrag die Superman-Legende in der sechsteiligen Mini-Serie The Man of Steel.neu zu definieren.

Auch ansonsten wird einiges geboten. Sehr interessant ist ein von Mark Waid geschriebenes Team-Up mit dem Surfer und Daredevil, das Chris Sanee aufregend bebildert hat. Nicht fehlen darf in dieser Anthologie jene Story, in der Stan Lee davon erzählt, wie er 2007 auf den Silver Surfer traf.

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Frank Miller: Elektra Collection

Nachdem bei Panini zwei großformatige Collection-Bände mit den Daredevil-Comics von Frank Miller erschienen sind, folgt in derselben Aufmachung eine Edition mit dessen Elektra-Comics.

Im 1981 von Miller geschriebenen und gezeichneten Comicheft Daredevil # 168 hatte Elektra Natchios ihren ersten Auftritt. Die mit zwei japanischen Sais bewaffnete Auftragskillerin wurde bereits 13 Hefte später von Bullseye ermordet und hatte zuvor eine stürmische Affäre mit Matt Murdock alias Daredevil.

Doch die Comicfigur war (natürlich!) nicht wirklich tot und diese Collection enthält alle weiteren Elektra-Comics, an denen Frank Miller beteiligt war. Zum Auftakt gibt es eine zehnseitige schwarzweiße Story, die 1981 im Marvel Magazin Bizarre Adventures veröffentlich wurde. Miller zeigt hier, wie Elektra den sich auf einer abgelegenen Insel versteckenden Altnazi von Eisenbluth umbringt.

Es folgt eine Story aus dem 1982 veröffentlichten Heft What If # 35. Als Zeichner und Autor beantwortet Frank Miller hierin auf 17 Seiten die Frage, was passiert wäre, wenn es Bullseye nicht geschafft hätte, Elektra zu ermorden. Spoiler: Das wäre zwar toll für Matt Murdock und Elektra Natchios gewesen, doch dieses Happy End hätte die Comicserie Daredevil gekillt.

Zum Abschluss des Buchs gibt es noch einige Cover und fünf zusätzliche Comicseiten, sowie eine Sequenz mit drei Panels, die 1984 Frank Miller und Klaus Janson für die vierteilige Elektra Saga gezeichnet haben. Die Miniserie enthielt Nachdrucke von Elektras Auftritten aus den Daredevil-Heften und aus Bizarre Adventures.

Das Kernstück des Bandes sind jedoch zwei längere Comics, bei denen es sich optisch und inhaltlich um alles andere als um Superhelden-Mainstream sondern um Graphic Novels handelt. Genau wie kurz zuvor bei Daredevil: Love and War fungierte Miller 1986 bei Elektra: Assassin ebenfalls „nur“als Autor und überließ auch hier dem experimentierwütigen Bill Sienkiewicz die atemberaubende Bebilderung.

Miller erzählt davon, wie Elektra Natchios in einer psychiatrischen Anstalt in Südamerika unter Drogen gesetzt wurde und versucht, sich an ihre Jugend zu erinnern. In Gedankenfetzen wird sie konfrontiert mit dem Mord an ihrer Mutter und ist sich nicht sicher, ob sie von ihrem Vater sexuell missbraucht wurde.

Zugleich geht es um eine zweifelhafte Präsidentschaftskampagne, wobei Bill Sienkiewicz für das Gesicht des Kandidaten Ken Wind immer wieder dasselbe Foto verwendet. Außerdem bekommt es Elektra mit Nick Furys Geheimagenten von S.H.I.E.L.D. zu tun. Zum Verständnis der in acht Heften auf 250 Seiten ohnehin schon recht kompliziert erzählten Geschichte trägt das wilde Artwork zwar wenig bei, doch optisch ist Elektra: Assassin immer noch eine Pracht.

Den zweiten Elektra-Meilenstein in diesem Sammelband hat Frank Miller 1990 geschrieben und gezeichnet. Elektra lives again spielt an sieben Tagen. Auf 75 Seiten erzählt Miller davon, wie Matt Murdock nach dem Mord an Elektra versucht, mit seiner Trauer fertig zu werden und Abschied zu nehmen.

Die Story ist sehr viel weniger chaotisch als Elektra: Assassin und setzt sich in unvergesslichen Bildern und teilweise sehr zu Herzen gehend mit Leben und Tod auseinander. Nicht unerwähnt bleiben soll noch die großartige Farbgebung von Frank Millers damaliger Lebensgefährtin Lynn Varley. Deren Kolorierung hat maßgeblich zum Erfolg von Millers Frühwerken Ronin, The Dark Knight Strikes Again und 300 beigetragen.

Es ist sehr erfreulich, dass diese Elektra-Meisterwerke in einer schönen Collection neu aufgelegt wurden.          

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Greg Rucka: Punisher

Dass es neben Garth Ennis noch weitere interessante Punisher-Autoren gibt, zeigt dieser wuchtige und leicht überformatige Hardcoverband, der zwölf Marvel-Hefte enthält, die 2011 erschienen sind. Die Story stammt von Greg Rucka (Gotham Central, Whiteout, The Old Guard) und der Auftakt ist sensationell.

Spektakulär lässt Rucka den Italiener Marco Checcetto in Szene setzten, wie aus der Hochzeit von Marine Sergeant Rachel Cole-Alves ein Blutbad wird. Parallel dazu lernen wir die New Yorker Detektives Oscar Clemons und Walter Bolt kennen, die sicher nicht zufällig an das von Morgan Freeman und Brad Pit gespielte Ermittlerduo aus David Finchers Thriller Sieben denken lassen.

Greg Ruckas erstes Punisher-Heft enthält auch noch einen grandios verschachtelten Epilog, in dem klar wird, dass Detektive Bolt gemeinsame Sache mit dem Punisher macht, zwar zum eigenen Vorteil, doch anscheinend nicht ganz freiwillig.

Die für ihren Einsatz in Afghanistan mit dem Silver Star ausgezeichnete Rachel Cole-Alves hat als Einzige das Massaker auf ihrer Hochzeit überlebt. Obwohl schwer verletzt, macht sie sich auf die Suche nach den Mördern ihres Ehemanns…

Trotz vieler erinnerungswürdiger Momente ist Ruckas Punisher-Run leider kein rundum gelungenes Meisterwerk. Dies liegt zum einen daran, dass nicht alle Hefte aus der Feder von Marco Checcetto stammen und die von Matthew Clark, Mirko Colak oder Michael Lark gezeichneten Seiten weniger gut gelungen sind.

Etwas nervig fand ich außerdem, dass Ruckas Serie sehr stark mit dem damals aktuellen Stand des Marvel-Universums verknüpft ist. Gleich am Anfang der Geschichte nimmt eine Konfrontation mit dem albernen geflügelten Schurken Vulture dem Punisher einiges von seiner grimmigen Würde. Zudem gipfelt die Serie in das nicht voll überzeugende dreiteilige Crossover The Omega-Disc, das auch in den Serien Daredevil und Spider-Man stattfand.

Neal Adams

Doch das ist Jammern auf sehr hohem Niveau und für diesen Sammelband spricht zudem das hochinteressante Bonusmaterial. Neben einem Blick in Marco Checcettos Skizzenbuch gibt es einige ziemlich sensationelle alternative Titelbilder von Meistern ihres Fachs wie Mike Perkins, Adi Granov oder Neal Adams zu bestaunen.

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Black Widow Anthologie

1964, zur Hochzeit des kalten Krieges, debütierte eine gewisse Natasha Romanoff in den Marvel-Comics. Diese wurde vom KGB zur Superagentin ausgebildet und dann in die USA geschickt. Doch durch ihre Liebe zum Superhelden Hawkeye (später hatte sie auch ein Verhältnis mit Daredevil) begann sie schließlich für Nick Furys Geheimorganisation S.H.I.E.L.D., also für die Gegenseite, zu arbeiten. Obwohl Black Widow über keinerlei Superkräfte verfügt, behauptet sich die Athletin und Ballerina auch bestens unter “Rächern“ wie Thor oder Hulk.

Black Widow Anthologie

Zu großer Popularität gelangte die schwarze Witwe aber auch durch die Filme des Marvel Cinematic Universe. In Iron Man 2 war erstmals Scarlett Johansson als Black Widow zu sehen und von da an bis hin zu Avengers: Endgame an fast allen wichtigen Kämpfen beteiligt. Als Start von “Phase 4“ von Disneys Marvel-Filmreihe entstand ein erster Solofilm mit Black Widow.

Black Widow Anthologie

Eine gute Ergänzung hierzu ist Paninis gebundene Anthologie zu Black Widow . Geboten werden auf über 300 Seiten sechszehn Comic-Geschichten, die zeigen, wie sich Natalia Alianovna Romanova von der einer Sowjet-Agentin zur engagierten Kämpferin für “Truth, Justice and the American Way“ entwickelte.

Black Widow Anthologie

Zugleich wird aber auch gezeigt, wie stark sich die Marvel-Comics verändert haben. So fand der erste Auftritt von Black Widow noch als Gast-Star einer Iron-Man-Geschichte im Heft Tales of Suspence # 52 statt. Hier war Natasha noch eine schlichte aber elegant gekleidete Spionin, während sie 1970 in Amazing Spider-Man # 86 bereits in ihren hautengen Catsuit schlüpfte.

Black Widow Anthologie

Chronologisch geordnet sind auch neuere Geschichten enthalten von engagierten Autoren wie Chris Claremont, Gerry Conway, Nathan Edmondson, Warren Ellis, Richard K. Morgan oder Devin Grayson, die – angepasst an die jeweilige politische Lage – davon erzählten wie Natasha  mit ihrer Vergangenheit hadert. Passend dazu ist exquisite Grafik zu bewundern, etwa von Gene Colan, John Romita Jr., J. G. Jones (Wanted), Bill Sienkiewicz oder Paul Gulacy, der auf klassisches Schwarzweiß setzt.

Black Widow Anthologie

Genug Lesefutter also, um gut vorbereitet ins Kino zu gehen. Empfohlen seien auch die weiteren Marvel-Anthologie-Bände zu Heroen wie Iron Man, Captain America oder Stan Lee.

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Der unglaubliche Hulk – Die Serie

Während 1977 nahezu zeitgleich eine Spider-Man-TV-Serie nach nur 13 Episoden eingestellt wurde, gelang es dem Produzenten und Regisseur Kenneth Johnson (V – Die Außerirdischen kommen, Alien Nation) die Marvel-Comicfigur Hulk in den Mittelpunkt einer 82-teiligen Erfolgsserie zu stellen.

MARVEL CLASSICS Hulk

Johnson war, obwohl er 1997 auch einen Film mit dem DC-Superhelden Steel drehte, kein Comicfan. Er hätte dem Hulk am liebsten eine rote Hautfarbe verpaßt, konnte sich jedoch gehen Stan Lee nicht durchsetzten. Dennoch nahm er einige Veränderungen bzw. Vereinfachungen an der Figur vor, wozu auch das Umtaufen von Hulks menschlichem Alter Ego Bruce Banner in David Banner gehörte. Wichtiger war jedoch noch, dass die TV-Serie nicht im von Superhelden bevölkerten Marvel-Universum spielte, sondern fest in der Realität verankert war. Erst in den später entstandenen TV-Filmen  Die Rückkehr des unglaublichen Hulk (1988), Der unglaubliche Hulk vor Gericht (1989) und Der Tod des unglaublichen Hulk (1990) gab es Gastauftritte von Daredevil, Kingpin und Thor.

Der unglaubliche Hulk - Die Serie

Der Pilotfilm erzählt, wie Dr. David Banner durch ein wissenschaftliches Experiment (im Comic war es eine Atombombe) radioaktiv verstrahlt wird. Dadurch verwandelt er sich immer, wenn er wütend wird in ein grünes Monster. Die Rolle von David Banner übernahm der sympathische Bill Bixby (Mein Onkel vom Mars, Der Magier) und der Bodybuilder Lou Ferrigno bekam den Part des Hulks, für den auch Arnold Schwarzenegger (zu klein) und James-Bond-Beißer Richard Kiel (nicht muskulös genug) in Erwägung gezogen wurden.

Der unglaubliche Hulk - Die Serie

Nachdem Koch Media die fünf Staffeln der Serie in Form von schönen DVD-Boxen herausgebracht hatte, präsentiert Studio Hamburg eine “Monsterbox“ mit der kompletten Serie auf 16 Blu-rays. Das Format ist weiterhin 4:3, doch die Bildqualität kann jetzt durchaus mit aktuellen Serien mithalten. Das Erzähltempo ist bedächtiger, die Tricks sind durchschaubar, doch charmant sind die in sich abgeschlossenen Episoden schon. Das liegt auch an der melancholischen Grundstimmung, die musikalisch unterstrichen wird durch das traurige Leitmotiv The Loneley Man von Joseph Harnell.

Der unglaubliche Hulk - Die Serie

Interessant ist, dass dieser TV-Klassiker auch Einfluss auf das Marvel Cinematic Universe hatte, denn als zweiter Beitrag der Reihe entstand mit Der unglaubliche Hulk ein Kinofilm mit Edward Norton, wobei sich nicht nur im Titel und beim Vorspann an der Serie orientiert wurde.

Der unglaubliche Hulk - Die Serie

Die “Monsterbox“ enthält auf 16 Blu-rays alle 82 Episoden der Serie noch umfangreiches Bonusmaterial: Eine Einführung von Lou Ferrigno (3:55 min, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln), Eine Einführung von Kenneth Johnson (7:47 min), eine Super-8-Fassung des Pilotfilms (31:55 min), einen Trailer für die deutsche Kinoauswertung des Pilotfilms (2:36 min), Zwei sehr interessante und witzige Berichte über die deutsche Synchronisation mit Ekkehardt Belle und Hartmut Neugebauer (24:00 min + 27:41 min), Fotogalerie zu Episode Prometheus (2:01 min), „Creating an Iconic Character: The Hulk“ (9:51 min), Remembering The Incredible Hulk – An American Classic“ (17:34 min), „Behind the Success“ (18:20 min), Gag Reel (6:05 min), Audiokommentare von Regisseur und Produzent Kenneth Johnson

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Daredevil

Der junge Matt Murdock ist völlig außer sich, nachdem er gesehen hat, wie sein Vater der einst gefeierte Boxer Jack „The Devil“ Murdock als Schuldeneintreiber für einen Gangster arbeitet. Der kleine Matt gerät dadurch in einen Unfall, bekommt eine Chemikalie ins Auge und erblindet. Seine Fähigkeit zu hören hat sich danach jedoch drastisch gesteigert. Während Matt versucht mit seiner Blindheit klarzukommen, beginnt Jack Murdock wieder mit dem Boxen, wird jedoch nach erfolgreichem Comeback umgebracht.

Daredevil

Diese Entstehungsgeschichte des wohl „realistischsten“ Marvel-Superhelden bildet zwangsläufig 2003 den Anfang des Films und wird ein wenig lustlos absolviert, um so schnell wie möglich den erwachsenen und von Ben Affleck gespielten Matt Murdock alias Daredevil zu zeigen.

Daredevil

Sehr gut visualisiert ist allerdings jener Moment, in dem der gerade erblindete Matt Murdock im Krankenhaus durch den Wiederhall von Geräuschen plötzlich doch „sehen“ kann und über einen Sonarsinn verfügt. In den wohl besten Szenen des Filmes ist der erwachsene Matt durch die Geräusche von Regen plötzlich in der Lage seine geliebte Elektra zu „sehen“ und diese entzieht sich ihm schließlich indem sie einen Regenschirm aufspannt.

Daredevil


Ansonsten bietet Daredevil eher wenig Überraschungen und harkt seine finalen Höhepunkte etwas zu vorhersehbar ab. Visuell wirkt der von absoluten Fans der Comic-Figur, wie Regisseur Mark Steven Johnson (Ghost Rider) realisierte Film insgesamt einheitlicher als kurz zuvor Sam Raimis Spider-Man oder Bryan Singers X-Men, wobei inmitten aller Stilisierung doch ein realistisch anmutendes New York durchschimmert.

Daredevil

Die Schauspieler sind sorgfältig im Sinne von Frank Millers Comicvorlage ausgewählt, bieten dadurch allerdings auch kaum Überraschungen, selbst wenn im Falle von Michael Clarke Duncan als Kingpin einmal die Hautfarbe gewechselt wurde. Ein kleines Highlight liefert Colin Farrell als durchgeknallter Bullseye, etwas mehr von seiner Energie und seinem Wahnsinn hätte dem ganzen Film gutgetan.

Daredevil

Der um eine halbe Stunde längere Director´s Cut feiert anschließend auf DVD seine Premiere und ist eindeutig die bessere Version. Jetzt zeigt der Film mehr Realismus durch Matts Tätigkeit als Anwalt. Er setzt seine geschärften Sinne als Lügendetektor ein und muss einen von Coolio verkörperten hoffnungs- und mittellosen Klienten verteidigen.

Daredevil

Im Director´s Cut haben Nebenfiguren, wie der von Jon Favreau verkörperte Foggy Nelson, mehr Entfaltungsmöglichkeiten. Die Action – wie etwa Daredevils spielerischer Kampf mit Elektra oder sein finaler Fight mit dem Kingpin – hat deutlich an Dynamik gewonnen. Es fielen jedoch auch Szenen weg, wie etwa Matt Murdocks Beichte und seine Liebesnacht mit Elektra. Dennoch stellt die Frage, warum der Film für seine Kinoauswertung derart verstümmelt wurde.

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Stan Lee: Helden, Götter und Mutanten

Am 12. November 2018 starb Stan Lee im Alter von 95 Jahren. Bereits zuvor erschienen mit The Stan Lee Story (Taschen) und der Marvel Treasury Edition (Panini) zwei opulente aber auch recht hochpreisige Bücher über den prominentesten Schöpfer von Superhelden. Figuren wie die Fantastic Four, die Avengers, die X-Men oder Spider-Man wurden nicht im Alleingang von Stan Lee geschaffen, der an ihn gerichtete Lobeshymen meist auch an Zeichner wie Jack Kirby oder Steve Ditko weitergab.

Stan Lee: Helden, Götter und Mutanten

Darin unterscheidet sich Stan Lee von Walt Disney, der nichts dagegen hatte, wenn das Publikum glaubte, dass er die unter seinem Namen präsentierten Animationsfilme und Comics im Alleingang realisiert hatte. Die Marvel-Comics wurden immer als Teamwork angekündigt. Es war nie ein Geheimnis, wer für die Zeichnungen verantwortlich war. Die Geschichten waren jedoch ebenfalls Gemeinschaftswerke, auch wenn Stan Lee nichts dagegen hatte als alleiniger Autor genannt zu werden.

Stan Lee: Helden, Götter und Mutanten

Auch dieser Aspekt spielt eine Rolle bei Paninis sehr zeitnah zum Tode von Stan Lee veröffentlichten Band Helden, Götter und Mutanten. Fundierte Texte von Christian Endres bemühen sich darum, die Lebensleistung von Stan Lee ins rechte Licht zu rücken. Interessant ist auch die Auswahl der Comics. Natürlich sind die ersten Comic-Auftritte der Fantastic Four, von Spider-Man (hier war es übrigens nicht, wie in den Filmen Peter Parkers Onkel Ben, sondern Stan Lee als Autor, der den legendäre Satz über große Macht und große Verantwortung zum Besten gibt) und von den X-Men enthalten. Endes weist aber auch darauf hin, dass es Jack Kirby und nicht Stan Lee war, der 1961 die Idee hatte, die Fantastic Four zuerst in Action zu zeigen und erst danach als Rückblende ihre Entstehungsgeschichte zu erzählen.

Stan Lee: Helden, Götter und Mutanten

Das Buch enthält aber ansonsten nicht nur die “üblichen Verdächtigen“, sondern auch drei kurze Beispiele aus Stan Lees Frühwerk als Autor von Horror-Geschichten oder romantischen Comics. Einen Schwerpunkt bilden auch die sozial engagierten Geschichten, die Marvel bereits in den 60er Jahren veröffentlichte. So kümmerte sich Daredevil in Take my Hand! um einen in Vietnam erblindeten Soldaten und eine Storyline der Serie Amazing Spider-Man, in der sich Peter Parker 1971 um seinen drogensüchtigen Freund Harry Osborn sorgte, kommt – ihrer Bedeutung angemessen – in der vollen Länge von 60 Seiten zum Abdruck.

Stan Lee: Helden, Götter und Mutanten

Enthalten sind auch einige Kuriositäten wie eine Kurzgeschichte von Marie Severin, die 1968  – wahrscheinlich nur leicht überzeichnet – darstellte wie wild und irre es bei Marvel zuging. Recht hübsch ist auch ein Comic in dem Stan Lee auftritt und versucht einen frustrierten Spider-Man wieder aufzubauen. Der durchaus krönende Abschluss ist ein Comic mit Captain America von 2014, den der begnadete Zeichner Bruce Timm (Batman Animated) zum 75. Jubiläum von Marvel in Szene setzte. Hierbei handelt es sich um die erste Geschichte, die Stan Lee für Marvel schrieb. 1941 kam diese Story jedoch nur als zweiseitiger Prosatext zum Abdruck.

Stan Lee: Helden, Götter und Mutanten

Erfreulich an dem gebundenen Buch ist, dass mit 29,80 Euro für 320 Seiten auch das Preisleistungsverhältnis stimmt.

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Spider-Man & Friends – Marvel Team-Up

Wolverine ist sauer auf Spider-Man, doch zum Glück helfen die Fantastischen Vier und Doctor Strange. Aus irgendeinem Grund befindet sich Iron Man unter der Maske von Dr. Doom, während Nick Fury einen Auftrag für Captain America hat. Nahezu zeitgleich müssen der Punisher und Blade gegen Mafia-Killer und Vampire antreten während Daredevil und Luke Cage ebenfalls zusammenarbeiten.

Spider-Man & Friends - Marvel Team-Up

Diese Inhaltsangabe klingt eher nach einem von jenen alljährlichen höchst dramatischen Mega-Events, die sich durch nahezu alle Superhelden-Serien eines Comic-Verlags ziehen ohne irgendetwas dauerhaft zu verändern. Doch die Marvel Monster Edition 11 enthält eher eine notdürftig durch eine Story verknüpfte Aneinanderreihung von so genannten Team-Ups bei denen sich Superhelden bekämpfen, vertragen und verbünden, ohne dass den Fans verraten wird wer denn nun stärker, schneller oder cleverer ist.

Spider-Man & Friends - Marvel Team-Up

Robert Kirkman (Marvel Zombies) erzählte schon in seiner Erfolgsserie The Walking Dead einen Zombie-Film, der niemals endet. Ähnlich verfährt er (sich) bei der Reihe Marvel Team-Up und zaubert immer wieder einen weiteren Superhelden aus dem Hut. Der rote Faden ist zwar nur wirr bis dünn, doch Spaß macht die Sache schon. Dies liegt am gelungenen Artwork von  Scott Kolins (das auf dem rauen Papier der deutschen Ausgabe nicht seine volle Wirkung entfaltet) und an vielen kleinen netten Marvel-Momenten.

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Marvel´s Luke Cage

Am 30. September 2016 stellte Netflix mit Luke Cage seine nach Daredevil und Jessica Jones dritte Marvel-Serie online. Im Zentrum steht ein seit 1972 unter dem Motto “Hero for Hire“ im Marvel Universum, und dort zumeist im New Yorker Stadtteil Harlem, tätiges ehemaliges Gang-Mitglied, das – nachdem es im Knast Experimenten unterzogen wurde- nahezu unzerstörbar ist.

Marvel´s Luke Cage
© 2017 Marvel & ABC Studios

Genau wie schon in Jessica Jones wird Luke Cage auch diesmal vom charismatischen Mike Colter verkörpert und Rosario Dawson ist als Krankenschwester Claire Temple wieder ein Bindeglied zwischen den Netflix-Serien mit Marvel-Charakteren.

Marvel´s Luke Cage
© 2017 Marvel & ABC Studios

Im Gegensatz zu den Superhelden-Kinofilmen sind die Netflix-Serien weniger an spektakulären Effekten interessiert (die es jedoch auch gibt), sondern an den Charakteren und an halbwegs realistischen Schauplätzen. So ist es jederzeit spürbar, dass hier tatsächlich vor Ort in Harlem gedreht wurde. Dort ist Luke Cage nicht damit beschäftigt die Welt zu retten, sondern er versucht zu verhindern, dass sein Viertel in die Hände von Spekulanten und anderen Gangstern fällt.

Marvel´s Luke Cage
© 2017 Marvel & ABC Studios

Die Blu-ray-Edition von ABC Studios enthält die 13 Episoden der ersten Staffel auf vier Scheiben, sowie die interessante 23-minütige Doku “Offstage im Harlem’s Paradise“ in der Cast und Crew ausführlich zu Wort kommen.

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