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The Stand – Das Ende der Welt wie wir sie kennen

Christopher Golden hat Stephen Kings epischen Roman The Stand als kleiner Junge erstmals 1980 während eines Flugs nach Florida gelesen. Er erinnert sich nicht an seine damalige Reise, doch er “weiß noch alles über Frannies und Harolds literarische Reise und Stu Redmans Odyssee und Nick Androsʼ Einsamkeit.“

The Stand – Das letzte Gefecht ist Stephen Kings vierter Roman und erzählt von einem Grippevirus, durch den 99,4 % der Menschheit qualvoll zu Tode kommen. Neben Es enthält das 1.500-seitige Buch die wohl erinnerungswürdigsten Charaktere und spannendsten Situationen, die King jemals zu Papier gebracht hat.

Als Christopher Golden zusammen mit Brian Keene bei Stephen King anfragte, ob sie eine Zusammenstellung mit Geschichten, die in der Welt von The Stand spielen, herausgeben dürfen, stimmte dieser zur Überraschung der beiden Autoren zu. King steuerte zu der immerhin 900-seitigen Anthologie, die 34 “brandneue Stories“ enthält, sogar eins seiner bemerkenswerten Vorworte bei.

Die Hälfte der Geschichten sind im “Teil Eins – Niedergestreckt von der Seuche“ des Buchs zu finden. Diese spielen zur Zeit, als viele Überlebende – angeleitet von Träumen – entweder zum dämonischen Randall Flagg nach Las Vegas aufbrachen oder zur idyllischen Kleinstadt Hemingford Home in Nebraska, um dort zusammen mit der gutherzigen Mutter Abagail den Widerstand zu organisieren. Die restlichen Stories sind in “Teil Zwei – Der lange Marsch“, in “Teil Drei – Das Leben ist ein Rad“ und in “Teil Vier – Andere als diese Welten“ zu finden.

Goldman und Keene, die nicht mit eigenen Geschichten in der Sammlung vertreten sind, stellten zuvor die nicht auf Deutsch erschienene Anthologie The Drive-In: Multiplex zusammen, die Joe R. Lansdales Dive-In-Trilogie Tribut zollte. Im Gegenzug schrieb Lansdale für die The-Stand-Collection eine packende Survival-Story namens Im Auge des Schweins. Diese ist zweifelsohne ein Höhepunkt der Anthologie.

Noch etwas besser hat mir jedoch die Geschichte Wrong Fucking Place, Wrong Fucking Time von C. Robert Cargill gefallen. Hierin geht es um die Kleinstädter Derek und Alan, die sich – nachdem sie die Seuche überlebt haben – in einer gut sortierten Videothek einquartieren und dort jeden Abend mindestens zwei Horror-Klassiker anschauen. Als sich ihnen ein Vater von drei verstorbenen Töchtern anschliesst, findet auch er Gefallen an blutigen Filmen, und diese vertreiben seine Alpträume vom bösen Randall Flagg. Stephen King hatte sicherlich große Freude an dieser Pointe!

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Baltimore oder der Standhafte Zinnsoldat und der Vampir

Mike Mignola (Hellboy) ist ohne Frage ein begnadeter Comiczeichner, allerdings schaue ich mir seine Comics lieber an als das ich sie lese. Seine Geschichten erscheinen mir oft schwerfällig und zäh, umso erstaunlicher dass ich mich an ein fast 300 Seiten dickes Buch von ihm herangewagt habe.

Baltimore oder der Standhafte Zinnsoldat und der Vampir

Die Illustrationen in dem Roman wirken anfänglich sehr düster und nicht unbedingt einladend. Aber wie kam es zu diesem Buch? Mignola plante schon lange eine Vampir–Geschichte, aber seine Idee wurde so groß als das er sie nicht mehr zeichnerisch umsetzen konnte. Im Gespräch mit dem Comic- und Fantasy-Autoren Christopher Golden kamen beide auf den Gedanken aus dieser Idee einen illustrierten Roman zu machen. Während Golden Mignolas Geschichts-fragmente zusammenbrachte, lieferte Mignola selbst nach und nach Illustrationen zu der Geschichte. Dabei motivieren die Zeichnungen nicht unbedingt zum Lesen, während dem Lesen der Geschichten runden Sie aber den Film ab, der gerade im Kopf abläuft.

Baltimore oder der Standhafte Zinnsoldat und der Vampir

Es gibt eine Rahmenhandlung mit diversen Fantasy-Episoden. Mignola und Golden berichten das Schicksal des Lord Henry Baltimore, der (vermutlich) im ersten Weltkrieg seine Kompanie und sein Bein verliert (die Zeit lässt sich nur erahnen – historischen Eckdaten wurden bewusst nebulös gelassen). Nach verlorener Schlacht fallen auch noch Vampire über die verwundeten Soldaten her. Baltimore verpasst einem der Vampire ein Mal, woraus dann sein Widersacher für die Rahmengeschichte resultiert. Der Vampirfürst tötet in der Folge Baltimores Eltern und seine Geliebte und macht damit Baltimore zum verbitterten aber standhaften, einbeinigen Vampirjäger. Dabei wird bewusst die Parallele zu dem Märchen Der standhafte Zinnsoldat von Hans Christian Andersen gezogen.

Baltimore oder der Standhafte Zinnsoldat und der Vampir

Der Reiz ist aber nicht diese etwas herkömmlich klingende Rahmenhandlung, sondern die Erzählweise, denn nicht der Protagonist oder ein unabhängiger Erzähler berichten diese Geschichte. Es treffen drei Freunde von Baltimore aufeinander, die gemeinsam auf ein Treffen mit ihm warten. Dabei erzählt jeder das Schicksal des Lord Baltimores aus seiner Sichtweise und garniert dies zusätzlich mit einem eigenen übernatürlichen Erlebnis. Hierbei schaffen Golden und Mignola extrem bildhaft erzählte Kurzgeschichten, die jede für sich im Kopf als Comic ablaufen.

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Die letzten 100 Seiten führen diese Episoden zusammen und runden Sie mit einer Erzählung aus dem Tagebuch von Lord Baltimore ab. Zum pompösen Showdown treffen die drei Freunde auf den bösen Vampirfürsten, wo auch der einbeinige Vampirjäger nicht mehr fehlen darf.

Baltimore oder der Standhafte Zinnsoldat und der Vampir

So ist das Buch ein wirklich fantastischer Fantasy-Roman und es wundert nicht dass die Filmrechte schon verkauft sind. Mignola und Golden liefern insgesamt eine großartige Geschichtssammlung mit schicksalhaften Charakteren. Dabei sind die Einflüsse von Klassikern wie Moby Dick, Dracula und Frankenstein unverkennbar – so dass ich persönlich es für die beste Fantasy-Geschichtensammlung seit Ray Bradburys Der illustrierte Mann halte.

Michael Kompa


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