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Box der Verdammten

1960 entstand in Großbritannien mit Das Dorf der Verdammten ein nur 77 Minuten langer schwarzweißer Film, der immer noch absolute Hochspannung verbreitet. Basierend auf dem drei Jahre zuvor erschienenen Roman The Midwich Cuckoos (Kuckuckskinder) von John Wyndham wird die Geschichte eines kleinen Ortes erzählt, dessen Einwohner plötzlich ohnmächtig werden.

Als diese wieder zu sich kommen, sind alle zeugungsfähigen Frauen schwanger. Nach nur fünf Monaten kommen in Midwich am selben Tag 12 Babys zur Welt. Diese wachsen in nur drei Jahren zu sehr blonden Kindern heran, die bereits so ausgewachsen wie Zwölfjährige sind. Die hochintelligente, aber emotional kalte Gruppe sondert sich ab und verfügt über die Fähigkeit Mitmenschen ihren Willen aufzuzwingen…

George Sanders, der bereits in Alfred Hitchcocks Rebecca dabei war und dem Tiger Shir Khan in Disneys Dschungelbuch seine sonore Stimme lieh, spielt Prof. Gordon Zellaby. Dessen von Hammer-Horror-Ikone Barbara Shelley (Blut für Dracula, Das grüne Blut der Dämonen) verkörperte Frau Anthea hatte ebenfalls einen blonden Jungen zur Welt gebracht.

Zellaby ist sich zwar nahezu sicher, dass er nicht der Vater ist, fühlt er sich aber dennoch für die Gruppe seines “Sohns“ verantwortlich. Nachdem aus seiner wissenschaftliche Begeisterung für die begabten Kinder Furcht vor ihnen geworden ist, sucht Zellaby eine Möglichkeit um die gefährlichen Kuckuckskinder zu beseitigen. Dies ist nicht ganz einfach, denn die Gruppe verfügt über die Fähigkeit Gedanken zu lesen…

Es ist kaum vorstellbar, dass eine derart provokante Geschichte im Mainstream-Kino der Sechziger entstehen konnte. MGM wollte Das Dorf der Verdammten ursprünglich in Hollywood verfilmen. Doch katholische Moralapostel wussten dies zu verhindern, und die Produktion wurde nach Großbritannien verlagert. Erst 1995 erreichten die Verdammten die USA, denn John Carpenter drehte ein Remake, das leider nicht zu den Höhepunkten seiner Karriere zählt.

Wer Das Dorf der Verdammten von 1960 endlich in knackig scharfer Blu-ray-Qualität sehen möchte, kommt nicht um Plaions Box der Verdammten herum. Diese enthält auch eine Blu-ray mit der sehr viel unspannenderen Fortsetzung Die Kinder der Verdammten von 1964. Dieser Film versucht ziemlich vergeblich Sympathie für die diesmal aus aller Welt stammenden hochbegabten Kinder zu erwecken.

Die zwei Blu-rays stecken in einer schönen grellrot schimmernden Box, auf der ein verdammtes Kind abgebildet ist, dessen Augen im Dunklen leuchten! Als Bonusmaterial gibt es den jeweiligen Trailer, Bildergalerien und Audiokommentare vom Filmexperten Steve Haberman zum Originalfilm und vom Drehbuchautor John Briley zur Fortsetzung. Ganz großartig ist das reich bebilderte 50-seitige querformatige Booklet von Christoph N. Kellerbach.

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Octaman – Die Bestie aus der Tiefe

Der Titel des Films mag etwas seltsam klingen. Doch mit Ray Harryhausens ersten Sindbad Kerwin Mathews, der für mit dem Golden Globe prämierten Italienerin Pier Angeli und dem aus Metaluna IV antwortet nicht, aber auch dem Monster-Kasperle-Theater The Giant Claw bekannten Jeff Morrow war eine durchaus achtebare Besetzung an Bord.

Cover A

Auch die Kreativkräfte hinter der Kamera versprachen ein anregendes Filmerlebnis. Der recht ambitioniert vom Fantasy-Illustrator George Barr zu Papier gebrachte Titelheld wurde vom seinerzeit noch nicht mit sieben Oscars prämierten American-Werewolf-Maskenbildner Rick Baker auf das für den gesamten Film zur Verfügung stehende Budget von lediglich 250.000 Dollar heruntergerechnet.

Regisseur Harry Essex hingegen konnte auf eine durchaus beachtliche Karriere zurückblicken. Er was Co-Drehbuchautor der von Jack Arnold inszenierten Klassiker Gefahr aus dem Weltall und Der Schrecken vom Amazonas, wobei ihm vor allem letzterer zu Octaman inspirierte. Auch in diesem Film kam die Bestie aus der Tiefe und eine Gruppe von Forschern muss in einer Höhle gegen das Ungetüm antreten.

1971 war der trotz seiner Laufzeit von nur 75 Minuten teilweise ganz schön langatmige Film kein großer Erfolg. Doch dank des eher niedlich als grausig wirkenden Tentakelmonsters, dessen ziemich albernes Gummikostüm häufig am helllichten Tag in voller Pracht zu “bestaunen“ ist, wurde der Octaman im Laufe der Jahrzehnte zum Liebling aller Trash-Freunde.  

Daher ist es sehr erfreulich, dass der Film dank‎ cmv-Laservision endlich auch ansprechend fürs Heimkino veröffentlicht wird. Mit zwei unterschiedlichen Covern erscheint ein jeweils auf 399 Exemplare limitiertes Mediabook mit DVD und Blu-ray.

Cover B

Auch das Bonusmaterial kann voll überzeugen. Rick Baker erzählt in einem 25-minütigen Filmchen allerlei lustige Anekdoten über die Dreharbeiten und im zwanzigseitigen Booklet prässentiert Christoph N. Kellerbach sehr viel mehr Fakten über Aufzucht und Hege des Octamans als Wikipedia.

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Der Solist

Der Solist ist das Material aus dem eigentlich Oscar-Filme sind. Zwei US-Stars spielen demonstrativ uneitel Charaktere voller Defekte, ein Brite mit Erfahrung in Sachen Literatur-Verfilmung führt Regie, die Geschichte schrieb das Leben und die Realität wurde so sorgfältig wie möglich nachgestellt. Doch durch widrige Umstände kam Der Solist erst im April 2019, also nach der Oscar-Verleihung, in die Kinos und erscheint erst jetzt mit 10-jähriger Verspätung auf Blu-ray.

Der Solist

Eine Sichtung lohnt sich. Unter der Regie von Joe Wright (Abbitte) und im Umfeld von tatsächlich in der Obdachlosigkeit lebenden Statisten spielt Jamie Foxx den auf den Straßen von Los Angeles hausenden Nathaniel Ayers. Ohne auf seine Umwelt und den Straßen-Lärm zu achten, spielt er auf einer Violine mit nur zwei Saiten erstaunlich virtuos klassische Musik.

Der Solist

Dies fällt dem Journalisten Steve Lopez (Robert Downey Jr.) auf, der Artikel und ein Buch über den schizophrenen Musiker schreibt. Zugleich versucht er den ehemaligen Schüler einer renommierten Musikschüler zurück in sein altes Leben zu führen. Natürlich spielt jemand wie Downey Jr.  nicht die zweite Geige, sondern ebenfalls einen Menschen voller Defekte. Gemeinsam mit Foxx gelang ihm ein packendes Sozial-Drama.

Der Solist

Die Blu-ray von justbridge entertainment steckt in einem schönen Pappschuber und enthält neben dem 117-minütigen Hauptfilm, wahlweise mit Audiokommentar vom Regisseur Joe Wright (wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln), noch diese Extras: “Eine ungewöhnliche Freundschaft“ Making-Of “Der Solist‘ (19:38 min), unveröffentlichte Szenen (10:40 min) und ein Bericht über “The Juilliard School“ (4:09 min). Außerdem liegt ein 28-seitiges Booklet mit Texten von Christoph N. Kellerbach.

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