Schlagwort-Archive: Cécile de France

Chanson d’Amour

Alain Moreau führt ein halbwegs komfortables Leben als Ballraumsänger in der französischen Provinz. Dabei gelingt es ihm spielend, die meist schon etwas betagte Diskotheken-Besucher zum Tanzen zu bringen. Sehr viel größere Ambitionen hat der von seiner Ex-Frau gemanagte Sänger eigentlich nicht. Doch dann trifft er auf die deutlich jüngere Marion…

Chanson d'Amour

Nach einem One-Night-Stand verlässt diese ihn jedoch frühmorgens ziemlich erschrocken. Doch Alain gibt nicht auf und engagiert die als Immobilienmaklerin arbeitende Marion um ihm ein neues Haus zu suchen. Dabei kommen sich die Beiden menschlich zwar näher, doch dies macht Marion Angst und sie zieht sich immer wieder zurück. Alain hingegen kämpft mit Ängsten vor einem riesengroßen Auftritt und davor seine Stimme zu verlieren.

Chanson d'Amour

Eigentlich müsste es etwas lächerlich wirken, wenn Gérard Depardieu mit eher dünner Stimme vor aufgerüschten Senioren äußerst weichgespülte französische Versionen von Hits wie Save the Last Dance for Me interpretiert. Doch seine ungewöhnlich zurückgenommene (und gerade dadurch sehr berührende) Darstellung eines mäßig erfolgreichen Entertainers gerät nie zur Karikatur.

Chanson d'Amour

Auch Regisseur und Drehbuchautor Xavier Giannoli hat keinerlei Interesse daran, sich über tanzende Provinzler oder die Musikbranche lustig zu machen. Vielmehr erzählt er die angenehm alltägliche Geschichte eines nicht mehr ganz jungen Mannes auf der Suche nach ein bisschen Glück, wobei Cécile De France (Barcelona für ein Jahr, Hereafter, Eine größere Welt, ) einmal mehr das absolut perfekte Zielobjekt der Begierde spielt.

Chanson d'Amour

Auch der Soundtrack zum Film ist recht interessant. Neben den neun von Depardieu gesungenen Liedern ist neben einigen Dialogfetzen noch einer Suite der Filmmusik von Alexandre Desplat noch ein Song von Alain Chanone, der die reale Vorlage für Depardieus Filmfigur ist. Beim ersten Hören nervt diese sehr soft instrumentierte und eher beiläufig gesungene Chanson-Chose noch ein kleines bisschen, doch schon beim zweiten Hören sind die Lieder fast so etwas wie gute alte Bekannte.

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Eine größere Welt

Seitdem die Belgierin Cécile de France in L’auberge espagnole – Barcelona für ein Jahr dabei war, ist sie ein fester Bestandteil des Weltkinos. Bereits 2010 wurde sie in Clint Eastwoods Hereafter – Das Leben danach mit der Möglichkeit der Kontaktaufnahme zu verstorbenen Mitmenschen konfrontiert. Basierend auf dem Buch Mein Leben mit den Schamanen von Corine Sombrun spielt de France jetzt eine Frau, die nicht über den Tod ihres Mannes Paul hinwegkommt.

Eine größere Welt

Um auf andere Gedanken zu kommen, reist die französische Toningenieurin Corine so weit wie möglich in die Fremde. In der Mongolei soll sie Aufnahmen von traditioneller Musik anfertigen und wird sie von den Einwohnern eines kleines Zelt-Dorfes freundlich aufgenommen. Sie darf auch einer religiösen Zeremonie beiwohnen und gerät dabei in Trance. Sie glaubt Paul gesehen zu haben, reist jedoch völlig verwirrt zurück nach Frankreich. Dort hat sie Schwierigkeiten wieder Fuß zu fassen und beschließt an den Ort der Erscheinung zurückzukehren, um sich zur Schamanin ausbilden zu lassen…

Eine größere Welt

Das einmal mehr beeindruckende Schauspiel von Cécile de France, sowie die authentisch wirkenden Bilder aus einer abgelegenen Ecke irgendwo zwischen Russland und China fesseln für eine ganze Weile. Gelegentlich Anflüge von Humor, etwa wenn ein Rentier die Kleidung der gerade badenden Corine in seinem Geweih fortträgt oder japanischen Touristen das Verlesen von Kochrezepten als Pseudo-Ritual verkauft wird, tragen dazu bei, den Film nicht zum pathetischen Selbstfindungs-Drama zu machen.

Eine größere Welt

Doch zum Ende hin, wenn  Corinnes Geister-Erscheinungen am Rande des Kitsches visualisiert werden und der Nachspann darüber “informiert“, dass die Erkenntnisse von Madame Sombrun mittlerweile Bestandteil der Wissenschaften sind, dann wird es leider ziemlich albern.

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Hereafter – Das Leben danach

Clint Eastwood hatte sich nach dem grandiosen Gran Torino als Darsteller (erst einmal) verabschiedet und wollte fortan als Regisseur nur noch Filme drehen, die ihm wichtig sind. Mit Invictus – Unbezwungen gelang ihm ein warmherziger Film über Nelson Mandelas Kampf gegen die Apartheid in Südafrika. Doch was reizte Eastwood 2010 daran, eine erschreckend konventionelle Spielberg-Produktion über die Konversationen mit Toten in Szene zu setzen?

Hereafter – Das Leben danach

Hereafter – Das Leben danach erzählt gleich drei Geschichten, die sich langsam aber sicher aufeinander zu bewegen. In San Francisco arbeitet George Lonneman (Matt Damon) als Lagerist, obwohl er einst viel Geld dadurch verdiente, dass er bei Berührung von Menschen mit deren verstorbenen Freunden und Verwandten Kontakt aufnehmen konnte. Doch diese Fähigkeit bescherte George kein Glück, denn es ist ihm unmöglich eine Beziehung zu führen.

Hereafter – Das Leben danach

Die erfolgreiche französische Journalistin Marie Lelay (Cécile de France) hat in Thailand zwar eine Tsunami-Katastrophe überlebt, doch die damit verbundene Nahtod-Erfahrung führte dazu, dass sie ihr Leben in Paris nicht mehr in den Griff bekam. In London muss der 12-jährige Marcus erleben, wie sein Zwillingsbruder Jason bei einem Unfall ums Leben kommt und er versucht danach alles Mögliche um mit ihm Kontakt aufzunehmen.

Hereafter – Das Leben danach

Verfasst hat diese Ansammlung von Klischees über das Leben nach dem Tode immerhin Peter Morgan, der Experte für anspruchsvolle Polit-Dramen wie Die QueenFrost/Nixon. oder The Crown. Auch hier bleibt nach Sichtung des Films unklar, warum uns Morgan ein so vorhersehbares Fantasy-Mischmasch servierte und dieses auch noch erschreckend lahm enden ließ.

Hereafter – Das Leben danach

Als Regisseur versuchte Clint Eastwood zu retten, was zu retten ist. Die internationalen Schauplätze hat er in schönen Bildern eingefangen, der von ihm komponierte Soundtrack sorgt für die passende Stimmung und die Darsteller machen ernste Gesichter, wenn sie dumme Dinge sagen.

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In 80 Tagen um die Welt (2004)

Die Geschichte dürfte bekannt sein: Der englische Gentleman Phileas Fogg (der diesmal auch noch Erfinder ist und von Steve Coogan aus Stan & Ollie gespielt wird) versucht wegen einer Wette mit seinem Diener Passepartout (der diesmal Chinese und auch noch Bankräuber ist) und der schwer abzuschüttelnden Zufallsbekanntschaft Monique (die in der Romanvorlage gar nicht vorkommt) in 80 Tagen um die Welt zu reisen.

In 80 Tagen um die Welt (2004)

Die Idee Jackie Chan als den eigentlich französischen Diener von Phileas Fogg einzusetzen, steht durchaus in der Tradition der oscarprämierten In 80 Tagen um die Welt-Verfilmung von 1956. Damals spielte diese Rolle der mexikanische Komiker Cantinflas. Auch der Einsatz einiger Stars in Nebenrollen (diesmal sind es u. a. 10 Sekunden lang John Cleese als Bobby, Luke und Owen Wilson als Gebrüder Wright, sowie Arnold Schwarzenegger) steht in dieser Tradition.

In 80 Tagen um die Welt (2004)

Doch allzu viel Kapital schlägt der hauptsächlich in Berlin gedrehte Film daraus leider nicht. Chan liefert sich gelegentlich einige Kämpfe, bei denen er öfter als sonst gedoubelt wurde und die meisten Gaststars verpuffen wirkungslos (oder machen sich hoffnungslos lächerlich wie Schwarzenegger). Die „Spezialeffekte“ sind ein Witz und könnten nicht einmal auf dem allerkleinsten Schwarzweiß-Fernseher überzeugen. Keine der zahlreichen Änderungen, die, wie schon in der TV-Version mit Pierce Brosnan, an der genialen Story von Jules Verne vorgenommen wurden, steigern das Vergnügen am Film.

In 80 Tagen um die Welt (2004)

So bleibt eigentlich nur die Freude am strahlenden Lächeln der reizenden Hauptdarstellerin Cécile de France (Barcelona für ein Jahr), das angesichts der insgesamt sehr traurigen Angelegenheit auf eine große schauspielerische Leistung schließen lässt.

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Beziehungsweise New York

Der 2002 in die Kinos gekommene französische Film L´Auberge Espagnole – Barcelona für ein Jahr hat sich zu einem erstaunlichen Langzeit-Experiment entwickelt. Cédric Klapisch (So ist Paris, Mein Stück vom Kuchen) erzählte seinerzeit wie der 25-jährige Wirtschafts-Student Xavier (Romain Duris) seine letzten beiden Semester (aber vor allem etliche amouröse Verwicklungen) als Auslandsstudent in Barcelona innitten einer buntgemischten WG mit Bewohnern aus England, Dänemark, Belgien und Deutschland erlebte. Vor allem in der vielsprachigen Originalfassung, aber auch durch einige unaufdringlich verspielte inszenatorische Einlagen, geriet der Film zu einem einzigen Vergnügen voller sympathischer und unvergesslicher Figuren.

Beziehungsweise New York

Umso größer war schließlich die Freude als es drei Jahre später zu einem Wiedersehen in St. Petersburg kam. Der Film spielte zwar großteils in Paris, doch es waren vor allem die lebendig eingefangenen Szenen in Russland und London, die die Wiederbegegnung mit Xavier und seinen internationalen Freunden zu einem so großen Vergnügen machten. Als kaum noch damit zu rechnen war, schob Cédric Klapisch – über ein Jahrzehnt nach Barcelona für ein Jahr – noch einen Film mit den selben Hauptfiguren nach. Xavier verschlägt es jetzt nach New York, denn dort leben seine beiden Kinder bei seiner geschiedenen Frau Wendy (Kelly Reilly), aber auch seine lesbische Freundin Isabelle (Cécile de France). Um eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten heiratet Xavier eine junge Asiatin, doch richtig kompliziert wird es, als auch noch seine alte Flamme Martine (Audrey Tautou) auftaucht…

Beziehungsweise New York

Zwar sind nur noch vier Ensemble-Mitglieder aus dem Erstling dabei, doch Klapisch fängt mitreißend die New Yorker Atmosphäre ein. Als Xavier dort schließlich einen Job als Fahrrad-Kurier gefunden hat, zeigt der Film die Vielfältigkeit der Stadt mit ihren zernarbten Straßen-Landschaften und den bewachten hochpreisigen Wohnanlagen in Manhattan. Wenn Xavier verzweifelt versucht, sich mit dem neuen Lebensgefährten seiner Ex-Frau auf englisch verständigt, schneidet Klapisch zum Spaß einfach mal eine Einstellung dazwischen in der der Franzose in mittelalterlicher Bekleidung als Vertreter der “Alten Europas“ zu sehen ist. Sehr sanft wird sich über den American Way of Life amüsiert, doch in erster Linie geht es um Herzensdinge. Wenn zwischendrin Xavier von Wendy, Isabelle und Martine gemeinsam veralbert wird und sich dabei nach einer Kombination dieser drei Frauen sehnt, dann ist das ein großartiger Moment, auch weil der Zuschauer diese Menschen bereits seit über einem Jahrzehnt kennt.

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