Schlagwort-Archiv: Carl Barks

Entenhausener Ikonen: Donald Duck

Es hat bei Egmont Tradition immer wieder neue zusammengestellte Collectionen mit Disney-Comics zu veröffentlichen. So startete 2004 die Disney Hall of Fame, die ausgewählte Werke von Zeichnern wie Romano Scarpa oder Paul Murry präsentierte (wobei in acht (!) der zwanzig Bände ausschließlich Don Rosa vertreten war).

Zur selben Zeit erschien die ebenfalls sehr schön zusammengestellte Reihe Disney´s heimliche Helden, deren zehn Bände nicht nur Nebencharakteren wie Kater Karlo, Klaas Klever oder Gundel Gaukeley gewidmet waren, sondern sich auch mit Onkel Dagoberts Geldspeicher oder Donalds Auto 313 beschäftigten.

Von 2012 bis 2014 erschien die zehnbändige Reihe Die besten Geschichten von…, in der Comics von Al Taliaferro oder Daan Jippes präsentiert wurden. Nicht zu vergessen ist die 2018 veröffentlichte Disney-Anthologie mit fünf jeweils 430-seitigen Bänden zu Micky Maus, Donald Duck, Goofy, Daisy Duck und Onkel Dagobert, die Ulrich Schröder mit einem durchgehenden Motiv auf dem Buchrücken garniert hatte.

Jetzt startet die neue Reihe Entenhausener Ikonen, die sich abwechselt mit Donald Duck, Onkel Dagobert und Micky Maus beschäftigt. Zum Auftakt wird auf 300 Seiten in Comics und Texten dargestellt, wie Donald zur (Vorsicht Wortspiel!) Legend(t)e wurde. Auf den ersten Seiten des Buchs sind (natürlich) einige Onepager aus der Feder von Al Taliaferro zu sehen und es folgen Geschichten von Carl Barks. Dabei handelt es sich um vier zehnseitige Stories, die zwischen 1943 und 1964 entstanden sind.

Als Beispiel für eine längere Barks-Geschichte wurde der 32-seitige Halloween-Comic Spendieren oder Schickanieren von 1952 ausgewählt, bei dem es sich um eine Adaption bzw. Erweiterung des im selben Jahr entstandenen Disney-Cartoons Trick or Treat handelt. In einem seiner fundierten Textbeiträge weist Disney-Historiker Jim Fanning, von dem auch die Einleitung zu Taschens pompös aufgemachter Library-Ausgabe von Carl Barks’s Donald Duck stammt, auf die Unterschiede zwischen Trickfilm und Comic hin.

Es folgen Donald-Comics, die von Tony Strobl, Vicar, Giorgio Cavazzano, William Van Horn, Don Rosa, Mau Heimans, Carmen Pérez & Tony Fernández und Ferioli gezeichnet wurden. Hinzu kommt ein vierseitiges Interview mit Paco Rodriguez, was etwas seltsam anmutet, weil der spanische Zeichner in diesem Band nur mit einer Seite vertreten ist.   

Diese ist in der Story Das Bildnis von Donald Duck (A Beautiful Likeness von 2011) zu finden, die für mich das absolute Highlight dieser Collection ist. Hierin erzählt der ansonsten auch als Zeichner tätige Kari Korhonen davon, wie Tick, Trick und Track ihrem Onkel zum Geburtstag ein Porträt schenken wollen. Nach und nach beauftragten sie zwölf Künstler, waren aber mit keinem von deren Donald-Porträts zufrieden.  

Als Zeichner kamen mit Ferioli, Marco Rota, Mau Heymans, Wanda Gattino, Wilma van den Bosch, Arild Midthun, Michel Nadorp, Freddy Milton, Bas Heymans, Giorgio Cavazzano, Daan Jippes und dem interviewten Paco Rodriguez zwölf Disney-Künstler zum Einsatz, die nicht nur Donald porträtierten, sondern auch jeweils eine Seite zur Story beisteuerten.   

Zeitgleich mit dem ersten Donald-Band erscheint Entenhausener Ikonen 02 – Onkel Dagobert I: Das Geheimnis seines Erfolgs. Das Buch enthält erwartungsgemäß recht viele Comics von Carl Barks und überraschenderweise nur eine Story von Don Rosa, sowie ein Interview mit Kari Korhonen.

Jetzt dürfen wir uns auf den ersten Ikonen-Band zu Micky Maus freuen, der unter dem Motto Es kann nur einen geben! steht. Danach erscheinen im Vierteljahrestakt weitere Bände, abwechselnd zu Donald, Dagobert und Micky. Es ist zu hoffen, dass dies eine Weile so weitergeht und vielleicht noch weitere “Entenhausener Ikonen“ gewürdigt werden.        

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Alexander Braun: ICH, DAS TIER – Vom bösen Wolf bis Donald Duck

»Es ist verblüffend, wie wenig sich bislang die Literatur- oder Kunstgeschichte mit dem Motiv des vermenschlichten Tiers im Comic beschäftigt hat. Eine ganze Traditionslinie von Goethe über Jean de La Fontaine bis zurück zu Aesop in der Antike kennt die Literaturform der Fabel oder volkstümlichen Märchendichtung. Der Comic des 20. und 21. Jahrhunderts ist diesbezüglich die Quintessenz, ein gigantisches finales Feuerwerk.«

Es ist aber auch verblüffend, dass Alexander Braun, von dem dies Zitat stammt, bereits ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung von Black Comics einen weiteren voluminösen Katalog samt Ausstellung präsentiert. Diese erlebt diesmal ihre Premiere nicht im schauraum comic + cartoon in Dortmund, sondern wird zum zehnjährigen Jubiläum der GRIMMWELT in Kassel gezeigt.

Im Zentrum steht die Darstellung von vermenschlichten Tieren in Märchen und Comics. Diesem Thema widmet sich Braun in fünfzehn Kapiteln, die sich mit Themenkomplexen, aber auch mit einzelnen Künstlern beschäftigen. Zum Auftakt geht es um die im 19. Jahrhundert sehr populären Bilderbögen, die sehr oft auch Märchen in comicähnlicher Form nacherzählten.

Es folgt das Kapitel “Frankreich“, dessen Schwerpunkt Edmond-François Calvos großartig bebildertes, 1944 unter abenteuerlichen Bedingungen im von den Deutschen besetzten Land veröffentlichtes Buch “Die Bestie ist tot – Der Zweite Weltkrieg bei den Tieren“ bildet. Braun lobt zwar Calvos Artwork, hat aber einige Bedenken bezüglich der Erzählung von Viktor Dancette, die zwar das Ende des Weltkriegs prophezeite, aber nicht frei von gefährlichen Vereinfachungen ist. Bei komplexen historischen Themen gerät die Fabel an ihre Grenzen. Nicht alle Deutschen waren aggressive Wölfe und nicht alle Franzosen arme hilflose Kaninchen.     

Im nächsten Kapitel “USA“ beschäftigt sich Alexander Braun erneut mit der Geschichte der Zeitungscomics und lässt noch intensivere Betrachtungen zu George Herriman, den Schöpfer von Krazy Cat, und zu Gus Dirks folgen. Dieser war der deutschstämmige, sehr viel talentiertere Bruder von Rudolph Dirks, der mit seine Serie The Katzenjammer Kids große Erfolge feierte. Doch nicht minder populär waren die im Insektenreich angesiedelten Bildgeschichten von Gus Dirks, der 1902 – als seine Werke bereits landesweit veröffentlicht wurden – im Alter von nur 21 Jahren Selbstmord beging.

Natürlich darf in diesem Buch auch Walt Disney nicht fehlen und Braun liefert auf 24 Seiten eine opulent bebilderte Analyse von dessen frühen Zeichentrickfilmen. Nahezu denselben Umfang räumt Braun aber auch dem “Duckman“ Carl Barks ein. Über den Schöpfer von Onkel Dagobert und der Welt von Entenhausen zu schreiben ist für ihn “immer wieder aufs Neue ein ganz besonderes und sehr emotionales Vergnügen.“ Daher habe ich hier allerlei interessante Details und Abbildungen gefunden, die mir neu waren.

Zum Abschluss noch die zweite Hälfte des Buchs im Schnelldurchlauf: Hier geht es um die Cartoons und die zugehörigen Comicadaptionen von Warner Bros. (Looney Tunes) und Hanna-Barbera (Familie Feuerstein), Walt Kellys bei uns leider kaum bekannte Serie Pogo, den unglaublich populären Comic-Kater Garfield und seinen Schöpfer Jim Davis, Bryan Talbots Grandville, Fables von Bill Willingham und Mark Buckingham, um “Wölfe“ (Schwertpunkt: Disneys Drei kleine Schweinchen), Stehaufmännchen und Roy & Al von Ralf König, sowie um fabelhaften Comic Trip mit Tropf von Josephine Mark (Red).   

Ein märchenhaftes Buch!

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Bernd Pfarr: Alex der Rabe

Bereits 1999 erschien bei der Edition Moderne ein erster Band mit den Erlebnissen des Raben Max. Doch der umfasste lediglich 40 Seiten und enthielt somit nur einen Bruchteil jener Comics, die Bernd Pfarr von 1988 bis 2004 monatlich im ReformhausKurier veröffentlichte.

Zum zwanzigsten Todestag von Pfarr veröffentlicht der Kibitz Verlag den ersten Band einer aus drei querformatigen Büchern bestehenden Gesamtausgabe von Alex der Rabe. Bernd Pfarr, der schön gestaltete Bücher liebte und seine Lieblingswerke nach eigenen Vorstellungen neu binden ließ, hätte seine Freude an dieser schönen Edition.

Ähnlich zeitlos wie die zehnseitigen Entenhausen-Geschichten von Carl Barks sind auch die aus acht bis zwölf Panel bestehenden Alex der Rabe-Comics. Bei seinem Figuren-Ensemble hat sich Pfarr ganz gewiss bei Barks Familie Duck inspirieren lassen.

Das platonische Verhältnis von Alex zu seiner Freundin Nicki und das ständige Wetteifern mit dem angeberischen Nebenbuhler Dietrich, lassen an Donald, Daisy und Gustav Gans denken, während Pfarrs Professor Alsonso an Daniel Düsentrieb erinnert.

Die Geschichten richten sich in erster Linie an ein jüngeres Publikum. Daher geht es dabei nicht ganz so abgefahren zu, wie in Pfarrs kurz zuvor im Satiremagazin Titanic gestarteten Erlebnissen des Büroangestellten Sondermann. Dennoch verfügt auch Alex der Rabe über einen im weiteren Verlauf der Serie beständig zunehmenden surrealen Touch. Dieser schlägt sich zusätzlich noch in den schief und krumm gezeichneten Gebäuden nieder und macht die zeitlos komische Serie auch für reifere Lesende attraktiv.

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Duck Tales: Der Film – Jäger der verlorenen Lampe

Gemeinsam mit seinen Großneffen Tick, Trick und Track sowie deren nerviger Cousine Webby und dem Bruchpiloten Quax bricht Onkel Dagobert zu neuen Abenteuern auf. Es gilt den sagenhaften Schatz des Collie Babas zu finden. Dabei befreien sie einen freundlichen Lampengeist, der gerne ein richtiger Junge wäre, und beim Kampf gegen einen mächtigen Zauberer hilft. 

Anfang der Neunziger Jahre erlebten die Ducks zahlreiche Abenteuer in der TV-Serie “Duck Tales“. Anders als in den zugrunde liegenden klassischen Comics von Carl Barks spielte hier Donald Duck keine Rolle, denn er ging gleich in der ersten Episode zur Marine. 1990 entstand ein in Frankreich animierter abendfüllender Film, der etwas aufwändiger als die Serie produziert wurde und nicht sonderlich erfolgreich in den Kinos lief.

Der deutsche Titel erinnert nicht ohne Grund an den Kinohit Jäger des verlorenen Schatzes. Sowohl Steven Spielberg als auch George Lucas haben immer wieder betont, dass ihr Kinoheld Indiana Jones ohne die phantastischen Schatzsuch-Comics von Carl Barks nicht denkbar gewesen wäre. Schade, dass sich die Duck Tales nicht etwas mehr bei den erzählerischen Qualitäten von Barks bedient haben. 

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Der dicke Donald – 90 Jahre

Genau wie zuvor das 100. Firmenjubiläum von Disney feiert Egmont auch den 90. Geburtstag von Donald Duck mit einer ganzen Reihe von Sonderpublikationen. Unter dem Motto Bitte lächeln! erscheint ein querformatiger Band mit Donald Duck Strips.

Außerdem gibt es eine vierbändige Sonderedition der Lustigen Taschenbücher, in der das nicht immer herzliche Verhältnis des zu Wutausbrüchen neigenden Enterichs zu seinen Neffen, seinem Onkel Dagobert, seiner (?) Freundin Daisy und seinem Rivalen Gustav Gans ausgelotet wird.

Zum 90. Geburtstag von Donald erscheint zusätzlich noch ein voluminöser Prachtband, der dessen Comickarriere feiert. In ihrer Einleitung weisen Ralph Trommer und Fabian Gross daraufhin, dass Donald eigentlich schon etwas älter ist. Erstmals wurde er bereits 1931 in im Bilderbuch The Adventures of Mickey Mouse als ein Freund von Micky erwähnt. Auf dem Backcover ist eine wild tanzende Ente mit grüner Lederhose und Tirolerhut zu sehen, bei der es sich höchstwahrscheinlich um Donald handelt.  

Doch als Geburtstag gilt allgemein der 9. Juni 1934, an dem der Disney-Cartoon The Wise Little Hen mit Donald in einer Nebenrolle seine Premiere erlebte. Der dicke Donald enthält eine im selben Jahr veröffentlichte Comicversion dieses Films, in der allerdings mit den selben Charakteren eine komplett andere Geschichte erzählt wird. Gezeichnet hat diese Geschichte Al Taliaferro, der Walt Disney 1937 davon überzeugte, dass ein täglicher Comic mit Donald garantiert ein Hit werden würde.

Im Gegensatz zu Floyd Gottfredson der – oftmals von Taliaferro getuschte – epische Fortsetzungsstories mit Micky Maus in Szene setzte, war Taliaferro ein Mann der kurzen ohne viel Worte auskommenden Slapstick-Gags. Seine zeitlos komischen Onepager werden auch heute noch sehr gerne in Disney-Comicheften veröffentlicht.

In diesem Buch werden einige von Taliaferros Strips auf den Seiten abgedruckt , die die sechs Kapitel des Buchs einleiten. An den selben Stelle wurden auch markante Duck-Titelbilder von Carl Barks platziert, denn natürlich enthält die Collection mit dem Zehnseiter High Wire Daredevils von 1944 und dem zehn Jahre später entstandenen 33-seitigen Camping-Abenteuer Vacation Time Comics des Altmeisters.

Eins der Highlights des Buchs ist zweifelsohne die deutsche Erstveröffentlichung einer sehr ausführlichen 48-seitigen Adaption des Kinofilms The Three Caballeros. Diese Story erschien 1945 parallel zum Kinostart und stammt vom ehemaligen Disney-Animator Walt Kelly, der kurz danach seinen Erfolgscomic mit dem Opposum Pogo und seinen Freunden aus dem Okefenokeesumpf startete.    

Kellys Comic erzählt nicht nur die Erlebnisse von Donald und seinen südamerikanischen Freuden, dem brasilianischen Papagei José Carioca und dem mexikanischen Hahn Panchito. Genau wie im Kinofilm sind auch die Stories über den am Südpol frierenden Pinguin Pablo, einen kleinen Jungen aus Uruguay und seinem fliegenden Esel, sowie Weihnachten in Mexiko enthalten. Die Sequenzen, in denen Donald im Sambafieber zusammen mit von realen Schauspielerinnen verkörperten Tänzerinnen Südamerika unsicher macht, fehlen leider im Comic, genau wie das große surreale Finale.

Aufgeteilt in die sechs Kapitel Der Duck von damals, Der Familienerpel, Abenteuerlust, Abenteuerfrust, Duck ärgere Dich nicht, Ein Mann will nach oben und Donalds Heldentaten enthält der Band Comics von weiteren Künstlern wie Don Rosa, Romano Scarpa, Giorgio Cavazzano, Vicar, Tony Strobl, William Van Horn, Ulrich Schröder, Peter Snejbjerg und Marco Rota. Es wird nicht ganz einfach für Egmont, diese sehr gut sortierte Collection 2034 zu Donalds 100. Geburtstag zu übertreffen.              

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Disney 100 Jahre Comics

Am 16. Oktober 1923 gründeten Walt und Roy Disney das Disney Brothers Cartoon Studio. Sie begannen mit Filmen der Reihe Alice in Cartoonland, in der sie ein reales kleines Mädchen zusammen mit Zeichentrickfiguren auftreten ließen. Zur Feier von “100 Jahre Disney“ bringt Egmont einige Sonderbände mit Comics heraus.

Dazu gehört ein leicht überformatiges “Lustiges Taschenbuch“, das Comics enthält, die auf klassischen Disney-Kurzfilmen basieren. Doch die Kurzfilme wurden nicht adaptiert, sondern dienten als Inspiration für Science-Fiction- oder Fantasy-Geschichten.

Auch ein zum Firmenjubiläum erschienener großformatiger Hardcoverband ist etwas seltsam konzipiert. Auf 368 Seiten – knapp 180 sind deutsche Erstveröffentlichungen – wird “100 Jahre Disney Comics“ gefeiert, doch die älteste der 28 enthaltenen Geschichten stammt nicht aus dem Jahre 1923. Minnie Helps erschien 1930 im britischen Mickey Mouse Annual I.    

Unter dem Titel Kampf gegen die Viehdiebe folgt auf vierzehn eng mit jeweils sechs Streifen bedruckten Seiten ein Western-Comic mit Micky und Goofy. Dieser entstand 1933 und stammt von Floyd Gottfredson. Nach einem ganz kurzen Gastspiel als Trickfilmzeichner bei Disney übernahm Gottfredson bis 1975 (!) das Zeichnen der täglichen Micky-Maus-Comicstrips.

Das dicke Buch enthält außerdem gut ausgewählte Geschichten von Carl Barks, Romano Scarpa, Don Rosa, Daan Jippes, Freddy Milton, William Van Horn, Tony Strobl, Arid Midthun, Kari Korhonen oder Silvia Ziche. Sehr schön ist auch Harvey Eisenbergs erstmals komplett veröffentlichte 38-seitige Comicadaption des Disney-Cartoons Mickey and the Beanstalk, der 1947 als Bestandteil des Kinofilms Fröhlich, frei und Spaß dabei (Fun and Fancy Free) entstanden ist.

Eines meiner persönlichen Highlights ist eine realistisch von Carlo Mancello gezeichnete Biografie von Walt Disney, die 1979 in Frankreich zum 50. Jubiläum von Le Journal de Mickey erschienen ist. Auf acht Seiten wird hier Disneys Jugend und die Entstehungsgeschichte der während einer Eisenbahnfahrt erfundenen Micky Maus erzählt.

Auch in der vom italienischen Maestro Giorgio Cavazzano (Micky Maltese) gezeichneten Geschichte Destino ist Walt Disney als Comicfigur zu sehen. Hier geht es um die chaotische Entstehungsgeschichte des gleichnamigen Disney-Trickfilms, der 1945 von Salvador Dali konzipiert wurde. Die Zusammenarbeit mit dem Surrealisten und Disney funktionierte seinerzeit nicht und erst 2003 entstand auf der Grundlage von Dalis Entwürfen ein animierter Kurzfilm.  

Obwohl eine Silhouette von Donald das Cover des Buchs ziert und es den Untertitel “Das Beste aus Entenhausen“ trägt, sind nicht nur Comics mit der Familie Duck enthalten. Auch der aus dem Film Die drei Caballeros bekannte brasilianische Papagei José Carioca, Supergoof, Phantomias, Daniel Düsentrieb, sowie die Schurken Kater Karlo und Ede Wolf haben ihre mehr oder weniger großem Auftritte.

Insgesamt gelang Fabian Gross, der auch die interessanten Begleittexte verfasste, mit diesem exklusiv für Egmont zusammengestellten Werk eine sehr abwechslungsreiche Comic-Collection. Das schön aufgemachte Buch ist das ideale Geschenk für alle Freunde von Disney-Comics und –Filmen.

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Carl Barks: Onkel Dagobert und der Geist der Weihnacht

Alle Jahre wieder veröffentlicht die Egmont Comic Collection eine in Kunstleder gebundene Sammlung mit festlichen Geschichten aus dem Hause Disney. In diesem Jahr trägt die 180-seitige Anthologie den Titel Walt Disneys besinnliches Weihnachtsfest, wobei verwundert, dass keine Geschichte von Carl Barks enthalten ist. Doch für Fans des Duckman gibt es als Parallel-Veröffentlichung ein nettes, kleines Weihnachtsgeschenk.

Carl Barks: Onkel Dagobert und der Geist der Weihnacht

Unter dem Titel Donald Duck and the Christmas Carol erschien 1960 in der Reihe Little Golden Books ein Bilderbuch, zu dem Barks sehr viel weniger beigetragen hat, als die prominente Nennung seines Namens auf dem Cover dieser Neuausgabe vermuten lässt. Genau wie beim im selben Jahr veröffentlichten Bilderbuch Uncle Scrooge: The Lemonade King stammen die plastisch kolorierten Reinzeichnungen von Norm McGary, der seinerzeit als einziger Künstler im Impressum genannt wurde.

Carl Barks: Onkel Dagobert und der Geist der Weihnacht

Auch die Geschichte stammt nicht von Barks, sondern von Annie North Bedford, die für die Little Golden Books harmlose Storys mit bekannten Figuren wie Bugs Bunny oder Frosty dem Schneemann verfasste. Donald Duck and the Christmas Carol ist eine Adaption der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens über den geizigen Ebenezer Scrooge. Diese Figur inspirierte Barks zu seiner reichsten Ente der Welt, die im Original Scrooge McDuck heißt.

Carl Barks: Onkel Dagobert und der Geist der Weihnacht

Annie North Bedford hat die Geschichte von Dickens gnadenlos geglättet und nimmt keinerlei Rücksicht darauf, wie Barks seine Figuren charakterisiert hat, bzw. hat wahrscheinlich keinen einzigen seiner Comics gelesen. Die Autorin erzählt davon, wie sich Tick, Trick und Track als harmlose Geister verkleiden, die Dagobert schließlich dazu bringen sich über Weihnachtsgeschenke zu freuen.

Carl Barks: Onkel Dagobert und der Geist der Weihnacht

Carls Barks steuerte zum Kinderbuch nur die Vorzeichnungen bei, doch eins seiner Bilder griff er später noch einmal auf. 1974 tauchte der einen mit Schnee bedeckten Sack voller Geld tragende Onkel Dagobert im Zentrum des Barks-Ölgemäldes Season to Be Jolly auf. Dieses Werk ist auf dem Cover der Egmont-Edition von Donald Duck and the Christmas Carol zu sehen. Gezeigt wird jedoch nur ein Ausschnitt des Gemäldes, wodurch weder der traurige Weihnachtsmann, der trinkende Obdachlose noch das bettelnde Mädchen aus Kummersdorf zu sehen sind.

Carl Barks: Onkel Dagobert und der Geist der Weihnacht
Alle Abbildungen: © Egmont Ehapa, © Disney

Bei Egmont trägt das Buch den Titel Onkel Dagobert und der Geist der Weihnacht, der auch ursprünglich für das Little Golden Book vorgesehen war. Die Edition wurde durch den Abdruck von vier Onepagern noch etwas angedickt. Drei dieser Weihnachts-Comics stammen von Carl Barks, einer vom Spanier Paco Rodriguez. Außerdem sind noch einige gut recherchierte Kurztexte enthalten, wodurch die Veröffentlichung zu sehr viel mehr als der Neuauflage eines seichten Vorlesebuchs geworden ist.

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70 Jahre Panzerknacker

Im November 1951 erschien in Walt Disney’s Comics and Stories # 134 die Geschichte The Terror of the Beagle Boys (deutscher Titel Der Selbstschuss). Hierin gibt es die schöne Szene, in der Onkel Dagobert für dreißig Kreuzer in der Stunde Donald für sich jammern lässt, mit ihm aber unzufrieden ist und ihn auffordert “gefälligst etwas phantasievoller“ zu jammern.

70 Jahre Panzerknacker

In dieser von Carl Barks getexteten und gezeichneten Story hatte aber auch eine immer beliebter werdende Gangsterbande im letzten Panel ihren ersten noch gar nicht so großen Auftritt.

70 Jahre Panzerknacker

Doch dies sollte sich schon recht bald ändern. Ein halbes Jahr später in der Barks-Geschichte Only a Poor Old Man (Der arme reiche Mann) standen die Panzerknacker schon sehr viel mehr im Zentrum des turbulenten Geschehens, das in einem Dammbruch und einer großen Talerflut kulminierte.

Die Panzerknacker

Hier trugen die Mitglieder der Bande bereits ihre Schilder mit den sechsstelligen Sträflingsnummern, die immer mit 176 beginnen (später sollte sich einbürgern, dass die letzten drei Ziffern auch jeweils eine 1, eine 7 und eine 6 sein sollten, allerdings in den unterschiedlichsten Reihungen). Später verpasste Barks den Panzerknackern noch ihren Opa Blackheart Beagle als Anführer!

70 Jahre Panzerknacker

Noch heute zählen die Panzerknacker zu den beliebtesten Disney-Charakteren und vor allem in Italien entstanden und entstehen zahlreiche Geschichten über ihre vergeblichen Versuche Onkel Dagoberts Geldspeicher zu plündern.

70 Jahre Panzerknacker

Daher ist es nur logisch, dass Egmont Ehapa Media auch die Festivitäten zum 70. Geburtstag der Bande vor allem in den mit Comicmaterial aus Italien gefüllten Lustigen Taschenbüchern ausrichtet. Doch zum Jubiläum ist auch ein interessant zusammengestellter Hardcoverband erschienen.

70 Jahre Panzerknacker

Auf 178 Seiten enthält dieser, neben der Carl-Barks-Geschichte Hans Hackebeil (The Paul Bunyan Machine) von 1959 als deutsche Erstveröffentlichung  den von Tony Strobl gezeichneten Comic Moderne Methoden (The Money-Go-Round), der 1966 in Heft 3 der kurzlebigen Heftreihe The Beagle Boys erschienen ist.

70 Jahre Panzerknacker

Die restlichen 9 Comics dieses Sammelbands erlebten ihre Premieren außerhalb der USA und stammen teilweise von Meistern  ihres Faches wie Marco Rota, Vicar, Giorgio Cavazzano oder Romano Scarpa.

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Wie Enten hausen – Die Ducks von A bis Z

Während in den USA nur noch eine recht kleine Gefolgschaft dem legendären Enten-Zeichner Carl Barks (1901 – 2000) die Treue hält, sieht es hierzulande ganz anders aus. Einige Redakteure schmuggeln schon seit Jahren Zitate aus Barks-Comics in die “Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und viele Fans, die mit dessen Geschichten um Donald Duck oder seinen schwerreichen Onkel Dagobert groß geworden sind, haben sich in der “Deutschen Organisation der nicht-kommerziellen Anhänger des lauteren Donaldismus“ (kurz D. O. N. A. L. D.) zusammengeschlossen.

Wie Enten hausen – Die Ducks von A bis Z

Dort wird versucht herauszufinden, wo Entenhausen, die Stadt der Ducks wirklich liegt und neben den Barksisten gibt es auch die Fuchsisten, die behaupten durch die deutschen Übersetzungen von Erika Fuchs hätten die Barks-Geschichten noch erheblich an Qualität gewonnen.

Wie Enten hausen – Die Ducks von A bis Z

Henner Löffler hat sich deutlich von den Donaldisten abgegrenzt. In einem einzigen Kapitel seines Buches “Wie Enten hausen“ widmet er sich der Fuchs-Übersetzung und weist auf deren Stärken und Schwächen hin. Ansonsten hält er sich ans Original und betrachtet den faszinierenden Kosmos Carl Barks aus verschiedenen Sichten, die er in über 50 verschiedenen Stichwörter von “Aggressivität“ über “Hunde und andere Menschen“ bis zu “Zeitung“ zusammenfasst. Geschrieben ist das Buch in einer alles andere als trockenen Sprache, der immer wieder die aufblitzende Begeisterung an besonders gelungenen Barks-Geschichten anzumerken ist. Es ist zu hoffen, dass nicht nur jene Leser, die ohnehin schon vom Barks-Virus befallen sind, zu diesem Buch greifen.

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Jan Gulbransson – Disneys Hall of Fame # 3

Wie kommt ein deutscher Comiczeichner an die Ente? Hierzu Jan Gulbransson: “Angefangen hat das 1981. Ich war zuvor in einem Zeichentrickstudio angestellt und habe mich dann selbstständig gemacht. Da rief ein Kumpel an, der auf dem Weg zur Kinderbuchmesse in Bologna war und bei mir übernachten wollte. Er schlug, dass ich mitfahren sollte.“

Jan Gulbransson - Disneys Hall of Fame # 3

„Der holländische Disney-Verleger Oberon hatte dort einen Stand und ich habe einen Redakteur, der gar nicht für die Disney Produkte zuständig war, eine Comicserie gezeigt, an der ich damals gerade arbeitete. Ihm gefiel meine Arbeit zwar, aber er meinte, dass ich mich als Disney-Zeichner mich gar nicht bewerben bräuchte, weil die in Holland genug eigene Leute haben. Ich habe es trotzdem probiert und bin nach Amsterdam gefahren. Dort hatten sie doch Interesse an meiner Comicserie und mich gefragt, ob ich auch Donald zeichnen könne.“

Jan Gulbransson - Disneys Hall of Fame # 3

Jan Gulbransson Comics mit den Ducks sind von wenigen Ausnahmen zunächst fast abgesehen fast ausschließlich in Holland erschienen. Doch zum Glück schaffte  2005 der vierte Band der Ehapa-Reihe Hall of Fame Abhilfe. Nach dem US-Amerikaner Don Rosa, dem Chilenen Vicar und dem Italiener Romano Scarpa wird Jan Gulbransson als erster deutscher Disney-Zeichner innerhalb dieser Reihe gewürdigt.

Jan Gulbransson - Disneys Hall of Fame # 3

Von den im Band enthaltenen neun Geschichten sind drei zuvor noch nie erschienen. Zu einer Geschichte fehlte sogar der Text, den zu seiner großen Freude der Übersetzter Peter Daibenzeiher beisteuern durfte. Das Buch entstand in enger Zusammenarbeit mit Gulbransson, der zu jedem Comic nicht nur eine launige Einleitung schrieb, sondern auch noch einige sehr schön lockere Skizzen beisteuerte. Der Verlag kam auch dem Wunsch des Zeichners nach, der auf dem Umschlag seinem Namen lieber handschriftlich als gesetzt sehen wollte. Das unterstreicht sehr schön, dass dies nicht nur ein Buch über Gulbransson sondern auch eins von ihm ist.

Jan Gulbransson - Disneys Hall of Fame # 3

Die enthaltenen Geschichten decken so ziemlich das ganze Spektrum des barkschen Enten-Universums ab, inklusive eines sich im Laufe der Jahre verändernden Zeichenstils. Neben pointierten zehnseitigen Geschichten wie Willkommen in Bürzelberg gibt es auch das sorgsam recherchierte Abenteuer-Reise-Epos Der Tiger von Bengalen, sowie gagreiche Shortstories wie Der Künstler.

Die Ducks in Deutschland

Mittlerweile liegen mit den exklusiv für das deutsche Micky Maus Magazin als Fortsetzungs-Serien produzierten und dann als Sammelband veröffentlichten von Michael Kompa geschriebenen Serien Die Ducks in Deutschland und Die Ducks in den Alpen weitere Comics von Jan Gulbransson vor!

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