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For All Mankind

“Wer Serien schaut, hat die Kontrolle über seine Lebenszeit verloren“ behauptete Lars-Olaf Beier kürzlich im Spiegel. Mit dieser These liegt der Filmkritiker häufig richtig, doch es gibt auch Serien, bei denen es sich lohnt etwas Lebenszeit zu investieren.

Es war auch der Spiegel, der im Dezember 2019 angesichts der ersten Staffel von For All Mankind nicht gerade in Begeisterungsstürme ausbrach. Die Grundidee “In einer alternativen Realität sind russische Astronauten den Amerikanern zuvorgekommen. Sie sind diejenigen, die als erste auf dem Mond landen“ klang zwar spannend, doch so richtig fesselnd sei die auf Apple TV+ gestartete Serie dann doch nicht.

Ich ließ mich daher nicht auf die alternative Raumfahrt ein, war dann aber einige Jahre später ziemlich erstaunt, als online bereits vier Staffeln von For All Mankind verfügbar waren. Das machte neugierig. Sehr schnell war ich süchtig und habe erst jetz,t nach dem Genus von 40 einstündigen Episoden, die Zeit gefunden, um einige Worte zur Serie zu verlieren.

Ronald D. Moore hat bereits als Autor an den Star-Trek-Serien Next Generation, Deep Space Nine und Voyager, sowie als Showrunner bei Battlestar Galactica und Outlander mitgearbeitet. Bei einem Treffenmit den NASA-Astronauten Garrett Reisman diskutierte er darüber, wie die Geschichte verlaufen wäre, wenn die Russen den Mond vor den US-Amerikanern erreicht hätten.

In For All Mankind landet Apollo 11 trotzdem 1969 auf dem Mond und der Wettlauf der Großmächte geht erst wirklich los, als kurz danach die Kosmonautin Anastasia Belikova auf dem Erdtrabanten landet. Die NASA sieht sich daraufhin gezwungen, ebenfalls Astronautinnen ins All zu schicken.

Der vielleicht spannendste Aspekt an Moores Zukunftsversion sind weniger, die Raumschiffe und die immer größer werdenden menschlichen Ansiedelungen auf Mond und Mars, sondern die Beschreibung einer Zukunft, in der Frauen bereits in den Siebzigern weitestgehend gleichberechtig sind und es 1993 mit der ehemaligen Astronautin Ellen Wilson (Jodi Balfour) die  erste US-Präsidentin gibt.

Hauptfigur von For All Mankind ist zwar der beinharte Macho-Astronaut Ed Baldwin (Joel Kinnaman), der für den Rest seines Lebens daran zu knabbern hat, dass er nicht einfach mit Apollo 10 auf dem Mond gelandet ist. Doch nicht minder wichtig für den weiteren Verlauf der Handlung sind seine streitbaren Kolleginnen, wie die nicht mehr ganz junge ehemalige Testpilotin Molly Cobb (Sonya Walger) und Danielle Poole (Krys Marshall), die erste schwarze Frau im All.

Es ist sehr spannend Ed Baldwin dabei zuzusehen, wie er mit damit klarkommen muss, dass aus seiner Gattin Karen (Shantel VanSanten) eine erfolgreiche und unabhängige Geschäftsfrau wird. Der interessanteste Charakter der Serie ist jedoch zweifelsohne, die faszinierend von Wrenn Schmidt verkörperte Margo Madison. Nachdem diese herausfindet, dass ihr Mentor Wernher von Braun (Colm Feore) ein rücksichtsloser Nazi war , macht sie sehr zielstrebig Karriere bei der NASA und beginnt im Schneckentempo eine Affäre mit einem russischen Wissenschaftler.

Mit einer Laufzeit von drei Tagen erzählt For All Mankind das sich in einem Zeitraum von 35 Jahren abspielende Schicksal von zwanzig ebenso faszinierend wie glaubhaft charakterisieren Individuen. Keine Szene ist überflüssig und keine Sekunde Lebenszeit verschwendet.  

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Unglaubliche Geschichten – Amazing Stories

1985 startete die von Steven Spielberg produzierte Wundertüte von einer Fernsehserie Unglaubliche Geschichten. Hier setzten namhafte Regisseure wie Clint Eastwood, Irvin Kershner, Danny DeVito, Kevin Reynolds, Robert Zemeckis, Brad Bird, Tom Holland, Tobe Hooper oder Burt Reynolds für ein Budget von jeweils einer Million Dollar in sich abgeschlossene 24-minütige Episoden in Szene.

Unglaubliche Geschichten - Amazing Stories

Spielberg eröffnete die Serie mit der ganz schön kitschigen “unglaubliche Geschichte“ Ghost Train, in der er mit voller inszenatorischer Wucht eine historische Eisenbahn das  Wohnzimmer einer typischen US-Familie  durchqueren lässt.Spielbergs zweite (und letzte) Amazing Story ist doppelt so lang ist wie die übrigen Episoden und ein absoluter Höhepunkt der Serie. The Mission erzählt von der gefährlichen Mission eines B-17-Bombers im Zweiten Weltkrieg. Ein Soldat sitzt im kugelförmigen Waffenturm fest und ihm droht, bei der Landung zerquetscht zu werden, da das Fahrwerk des Flugzeugs nicht ausgefahren werden kann.

Unglaubliche Geschichten - Amazing StoriesSpielberg ebenso spannende wie sentimentale Inszenierung, die Besetzung der Hauptrollen mit Kevin Costner und Kiefer Sutherland, sowie die erinnerungswürdige Schlusspointe (blöd aber gut!) machen diese Geschichte, die den neuseeländischen Spielfilm  Shadow in the Cloud inspirierte, zu einem Muss für alle Spielberg-Fans.

Unglaubliche Geschichten - Amazing Stories

Bei uns lief The Mission seinerzeit sogar im Kino als Zusammenschnitt mit der Episode Go to the Head of the Class von Robert Zemeckis und der köstlichen Horror-Parodie Mummy Daddy von William Dear (Bigfoot und die Hendersons).

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Ein weiteres sehr spannendes Kleinod ist der Minithriller The Amazing Falsworth von Peter Hyams mit Gregory Hines. Sehenswert sind auch Boo! eine leicht alberne Gespensterkomödie von Joe Dante, das rührselige in Schwarzweiß gedrehte Kriegsdrama No Day at the Beach mit  Charlie Sheen, The Doll mit John Lithgow in einer zu Herzen gehenden Liebesgeschichte, sowie Marty Scorseses wirklich gruseliges Minidrama Mirror, Mirror, das manche für den besten Beitrag zur Serie halten.

Unglaubliche Geschichten - Amazing Stories
Diese Klasse erreichen zwar nur die wenigsten Episoden, doch durch die sorgfältige Machart hoben sich die Amazing Stories vom übrigen TV-Programm deutlich ab. Doch genau wie seaQuest DSV oder Earth 2 konnte sich auch diese Spielberg-Serie nicht dauerhaft durchsetzen. Dies wird wohl in erster Linie daran gelegen haben, dass die erzählten Geschichten arg wechselhaft ausfielen.

Unglaubliche Geschichten - Amazing Stories

Wie dem auch sei, wer sich die Unglaublichen Geschichten in nicht allzu üppigen Dosierungen zu Gemüte führt, dürfte – eingeleitet von einem seinerzeit sensationellen (und heute immer noch beeindruckenden) computeranimierten Vorspann und dem markanten musikalischem Leitmotiv von  John Williams – allerlei angenehme Überraschungen erleben.

Unglaubliche Geschichten - Amazing Stories

24 der insgesamt 45 unglaublichen Geschichten erschienen in zwei hübsch aufgemachten DVD-Boxen. Zwei Blu-ray-Editionen enthalten die komplette Serie auf jeweils einer Scheibe in DVD-Qualität.

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Im März 2020 startete auf Apple TV+ eine Neuauflage der Serie, an der Steven Spielberg erneut als Produzent beteiligt war.

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