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Pflaumensturz und Sahneschnitten – 65 Jahre Ralf König

Rechtzeitig zum 8. August 2025, an dem Ralf König seinen 65. Geburtstag feierte, präsentiert die Egmont Comic Collection ein regenbogenbuntes Buch, das es in sich hat. Auf 100 Seiten sind Comics enthalten, die bisher noch nicht in Buchform erschienen sind. Dabei handelt es sich zum Teil um kurze pointierte Stories, darunter zwei Geschichten, in denen sich König pointiert mit religiösem Wahn beschäftigt.

Interessant sind aber auch die Comics mit Spargel, die König zunächst für das schwule Berliner Pornomagazin BONER zeichnete und dann im Auftrag der Aids Hilfe für das französische Gay-Magazin GARCON. König genoss die Arbeit an der Serie über einen Mann und seinen Riesenpenis.

König meint dazu: “Ich fühlte mich undergroundig schmuddelig und genoss es, für ein klares Zielpublikum deftige Kost zu kochen.“ Mittlerweile sind Spargel und sein Hund Sagat immer noch Teil des Freundeskreises von Konrad und Paul.

Auch von dieser Serie, die König immer wieder mit großer Fabulierfreude online als Daily Soap fortführt, enthält das Geburtstagsbuch einige köstliche Kostproben. Besonders schön ist die Weihnachtsgeschichte, die König zum Jahresende 2024 online stellte. Hier verbringen die – genau wie Ralf König – nicht mehr ganz jungen Titelhelden den Heiligabend zusammen mit Konrads Mutter und Pauls Vater, was gnadenlos in die Hose geht.

Neben den Comics enthält das Buch auch noch ein ausführliches und reich bebildertes Interview, in dem der Comicexperte und ARD-Journalist  Alex Jakubowski (Die Kunst des Comic-Sammelns, I still get chills: Don Rosa) Königs Leben Revue passieren lässt. Dabei geht es u. a. um dessen erste Comics mit nackten Frauen, Jesus und Witze über Schwule, die König heute “befremdlich“ findet.

Im Interview erzählt er über sein Coming Out und das Eintauchen in die schwule Szene, in der sich König “zu Hause und vertraut“ fühlt. Von “genderfluit und non-binary“ hat er keine Ahnung. Auch wenn er sich in Harter Psücharter in neugieriger Naivität mit LGBTQIA+ auseinandersetzt, zeichnet Ralf König “lieber Comics über schwule Männer, in denen manchmal eine Lesbe durchs Bild läuft“ und dies hoffentlich noch sehr lange!

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Die Kunst des Comic-Sammelns

Das sehr schlichte Cover, auf dem wenig mehr als eine Unterschrift des legendären Enten-Zeichners und Onkel-Dagobert-Erfinders Carl Barks zu sehen ist, stimmt nicht wirklich auf die Pracht ein, die dann zwischen den beiden Buchdeckeln enthalten ist.

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Beim ersten Blättern sind es die großformatigen aber auch großartigen Fotos von Sandra Mann, die sofort zu gefallen wissen. Zu sehen sind Porträts von Menschen, die jedem der schon einmal eine größere Comicveranstaltung besucht hat, bekannt vorkommen dürften. Umgeben sind diese Sammler von ihren Schätzen, also von Comics, von Originalzeichnungen, von Figuren und sonstigen Merchandise-Objekten. Sandra Mann fängt diese Menschen und ihre Beuteobjekte aus interessanten Perspektiven ein. Dabei arbeitet sie mit Unschärfen und Detailvergrößerungen. Sie schreckt aber auch vor schrillen Farbkontrasten nicht zurück.

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Heinz Fürst von Sayn-Wittgenstein und Gattin fotografiert von Sandra Mann

Doch auch die Texte von Alex Jakubowski sprechen für diesen Prachtband. Der Autor und Comic-Freund hat 15 verschiedene Menschen ausgewählt, die sich auf unterschiedliche Art überdurchschnittlich für Comics interessieren und deren Wohnungen oder Lagerräume regelrechte Museen sind. Herausragend ist dabei sicherlich Heinz Fürst von Sayn-Wittgenstein, der in einem Palast auf Mallorca residiert und dort seine Vorliebe für Gold, Onkel Dagobert und Original-Kunstwerken von Carl Barks ausleben kann. Der Adlige plant für seine etwas kitschig präsentierte Sammlung sogar ein öffentliches Museum irgendwo auf dem Kontinent, natürlich in Form eines Geldspeichers.

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Günther Polland fotografiert von Sandra Mann

Bemerkenswert sind aber auch Michael Gref und Günther Polland. Es gibt nur wenige namhafte Comickünstler von denen diese beiden Sammler nicht mindestens eine Originalzeichnung besitzen.

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Heiner Jahnke fotografiert von Sandra Mann

Nicht fehlen, darf in diesem Buch natürlich Deutschlands Comicsammler Nummer Eins. Der hünenhafte Zottel Heiner Jahnke hortet seit fast 50 Jahren nicht nur Comics, sondern auch Sammelalben, Filmprogramme oder Adventskalender. Er stand zwar für ein umfangreiches Interview, aber – im Gegensatz zu den anderen in diesem Buch präsentierten Sammlern – nicht für eine Fotosession inmitten seiner Schätze, zur Verfügung. Da Jahnke Unmengen von Sammelobjekte zusammengetragen hat, war in seiner Wohnung kein Platz mehr um Jakubowski und Mann zu empfangen…

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