Schlagwort-Archive: Albert Finney

Wolfen

1981 war das Filmjahr des Werwolfs. Neben den beiden Klassikern American Werwolf (An American Werewolf in London) von John Landis und Das Tier (The Howling) von Joe Dante lief auch Larry Cohens Ein Werwolf beißt sich durch (Full Moon High) erfolgreich in den Kinos. Da Wolfen zeitgleich startete, wird dieser Film ebenfalls dem in der Tradition von Der Wolfsmensch stehenden Horror-Untergenre zugerechnet, was nur bedingt stimmt.

Cover A

Den zuvor als Kameramann tätigen Michael Wadleigh gelang 1970 mit dem dreistündigen Dokumentarfilm Woodstock ein riesiger Erfolg. Doch es sollte über ein Jahrzehnt dauern, bis Wadleigh zum zweiten (und letzten Mal) als Regisseur zum Zuge kam. Diesmal sollte er sich bezüglich der Spieldauer seines Films nicht durchsetzen, und in die Kinos kam nicht der von Wadleight geplante vierstündige Film, sondern eine 114-minütige Fassung.

Doch auch diese hat es in sich. Wolfen erzählt vordergründig von einer Serie bestialischer Morde, die der am Sinn seines Jobs zweifelnde New Yorker Police Detective Dewey Wilson (großartige Wahl: Albert Finney) zusammen mit der Psychologin Rebecca Nedd (Diane Venora) aufklären soll. Bei seiner realistischen Darstellung der forensischen Ermittlung scheut sich Wadleight nicht, echte Leichen zu zeigen. Als Polizei-Thriller vor dem Hintergrund einer nicht mehr beherrschbaren Großstadt kann Wolfen voll überzeugen.

Doch der Film hat zusätzlich noch mystische Dimensionen und folgt nur bedingt der Romanvorlage von Whitley Strieber (Begierde). Wadleight erzählt auch davon, wie mit den Wölfen und den indigenen Stämmen, die von den Einwanderern brutal dezimierte US-Urbevölkerung grausam Rache nimmt. Ähnlich wie später John McTiernan in Predator, zeigt Wolfen unsere Welt immer wieder durch die faszinierend farbverzerrte Sicht der wilden Bestien. Auch heute noch fesselt Wadleights ebenso vielschichtiger wie bildgewaltiger Öko-Thriller und wird endlich auf Blu-ray veröffentlicht.   

Cover B

Bei Plaion ist ein wie immer sehr schönes Mediabook mit Blu-ray und DVD erschienen. Es enthält dieses Bonusmaterial: „Tales from the City – Making Wolfen” (46:47 min, wahlweise mit deutschen Untertiteln), „Tom Noonan Uncut Dialog“ – Verlängerte Szene (11:40 min, wahlweise mit deutschen Untertiteln), drei US-Trailer (2:16 min + 1:06 min + 0:59 min) und eine Bildergalerie mit 74 Werbematerialien.

Außerdem ist noch ein Booklet mit einem sehr gut recherchierten Bericht zum Film von Stefan Jung und Marcus Stiglegger enthalten. Diese Edition wurde mit zwei verschiedenen Covern veröffentlicht.

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Tim Burton: Big Fish

Seit etlichen Jahren schon hat Will Bloom kein Wort mehr mit seinem Vater Edward gewechselt. Dieser hatte ihm als Kind phantastische Geschichten bis zum Abwinken erzählt, was schließlich dazu führte, dass Will seinem Vater kein einziges Wort mehr glaubte. Als Edward jedoch im Sterben liegt, besucht Will ihn und findet dabei heraus, dass in dessen bunten Geschichten doch mehr Wahrheit steckt als er jemals glauben wollte…

Tim Burton: Big Fish

In einzigartiger Weise vermischt Tim Burton 2003 in Big Fish die „realistische“ Rahmenhandlung um den sterbenden Edward (Albert Finney) mit dessen unglaublich phantasievollen Erzählungen (hier spielt Ewan McGregor mit naivem Charme den jungen Edward). Wie bei Burton nicht anders zu erwarten, bilden die mal wieder sehr ungewöhnlich bebilderten märchenhaften Geschichten den Kern des Filmes und die gelegentlich eingestreuten „realistischen“ Szenen sind (abgesehen vom wirklich ergreifenden Finale) wenig mehr als Übergänge zur nächsten bunten Story.

Tim Burton: Big Fish

Big Fish überrascht immer wieder und verzaubert das Publikum durch ungewöhnliche Einfälle (von denen hier nichts verraten werden soll). Tim Burton fühlt sich sichtlich wohl in den Geschichten um Zirkusfreaks, verschwundenen Städten und eigentlich harmlosen Riesen. Er bleibt sich in diesem Film treu ohne sich zu wiederholen.

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Corpse Bride

Tim Burton hatte 2005 mit Charlie und die Schokoladenfabrik gerade eine gelungene Verfilmung eines Buches von Roald Dahl realisiert und zeitgleich kam sein Puppentrickfilm Corpse Bride in die Kinos.  Burton machte damit weiter, wo er 12 Jahre zuvor bei Nightmare before Christmas aufgehört hatte.

Corpse Bride

Basierend auf einem russischen Volksmärchen setzt Burton erneut seine ganz spezielle Art von sanftem Horror und seinen Lieblingsdarsteller Johnny Depp ein. Dieser leiht der Puppe von Victor Van Dort nicht nur seine Stimme, sondern auch sein Aussehen. Der etwas tollpatschige Victor will nach einem verhängnisvollen Probedurchlauf seiner Hochzeit im düsteren Wald noch ein wenig für die Trauung trainieren. Durch unglückliche Umstände heiratet Victor dabei anstelle der sanften Victoria Erverglot die höchst attraktive und lebendige Leiche Emily. Dies führt im grauen Diesseits und im deutlich fröhlicheren Jenseits zu einigen Verwicklungen.

Corpse Bride
Corpse Bride entstand diesmal nicht für Disney sondern für Warner und hat etwas weniger Musical-Einlagen als Nightmare before Christmas. Dennoch steuerte Burtons Hauskomponist Danny Elfman  vier (teilweise von ihm selbst interpretierte) Songs zum Film bei, die diesmal jedoch sehr viel weniger zünden und ähnlich wie schon bei Charlie und die Schokoladenfabrik fast etwas stören. Doch das ist auch schon der einzige Kritikpunkt an Burtons liebenswerter morbider Ballade, die nicht nur durch atemberaubende Puppen-Tricktechnik sowie das extrem eigenwillige Design begeistert, sondern auch immer wieder überrascht und zu Herzen geht.

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Poirot – Mord im Orient-Express

Bereits 1934 gelang Agatha Christie mit ihrem 14. Kriminalroman eine besonders originelle Variante der Mörder-Jagd. Im Orient-Express von Istanbul geschieht ein Mord und zwölf Fahrgäste sind im gleichen Maße verdächtig, denn alle haben ein Motiv. Doch der sich an Bord des Zugs befindliche belgische Kriminalist Hercules Poirot klärt nicht nur den Fall, sondern stellt auch zur Diskussion, wer für den Mord büßen soll…

Poirot - Mord im Orient-Express

Das Buch mit seiner exotischen Umgebung und dem großen Ensemble bietet sich für eine Verfilmung geradezu an. Doch erst 1974 sollte sich Sidney Lumet der Sache annehmen und setzte Mord im Orient-Express mit einer absoluten Star-Besetzung in Szene. An der Seite von Albert Finney als Poirot waren u. a. Ingrid Bergman, Richard Widmark, Sean Connery, Lauren Bacall, Anthony Perkins, John Gielgud, Michael York und Vanessa Redgrave zu sehen.

Poirot - Mord im Orient-Express

Aktuell hat sich der ehrgeizige Kenneth Branagh an einer Neuverfilmung versucht. Er fungiert neben Ridley Scott nicht nur als Produzent, sondern inszenierte und ist zudem auch noch – garniert mit einem (nicht werkgetreuen) Backenbart – als Hercules Poirot zu sehen. Die restliche Besetzung mit Penélope Cruz, Willem Dafoe, Judi Dench, Johnny Depp, Michelle Pfeiffer und Daisy Ridley kann sich ebenfalls sehen lassen.

Poirot - Mord im Orient-Express

Polyband erinnert mit einer DVD-Veröffentlichung daran, dass zwischen diesen beiden Kinofilmen auch noch eine sehenswerte TV-Version entstanden ist. Innerhalb der vom britischen Sender ITV produzierten 70-teiligen Serie Agatha Christie’s Poirot entstand 2010 eine recht eigenständige Adaption von Mord im Orient-Express in Spielfilmlänge. Auch hier ist die Besetzung mit Hugh Bonneville, Jessica Chastain, Barbara Hershey, Toby Jones, David Morrissey und Susanne Lothar recht bemerkenswert.

Poirot - Mord im Orient-Express

Doch diesmal ist es David Suchet, der als Hercule Poirot den übrigen Darstellern die Schau stiehlt. Agatha Christie hat in ihren Büchern nur angedeutet, dass der kleine rundliche Detektiv Katholik ist. Im TV-Film schwingt Suchet jedoch als Poirot immer wieder den Rosenkranz und ringt mit sich bezüglich Schuld und Sühne. Auch dank seiner düsteren Atmosphäre – der Film beginnt mit einer Steinigung in Istanbul – kann sich die auf Malta, in der verschneiten Schweiz, sowie in den britischen Pinewood Studios, entstandene Verfilmung sehen lassen.

Poirot - Mord im Orient-Express

Die DVD von Polyband enthält neben dem 89-minütigen Film und einem Faltblatt mit einem sehr informativen Text noch zwei wahlweise deutsch untertitelte Berichte: “Hinter den Kulissen“ (14:16 min) sowie die sehenswerte Dokumentation “David Suchet an Bord des Orientexpresses“, die sich auch mit der Historie des legendären Luxus-Zugs beschäftigt.

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Skyfall

2006 in Casino Royale war Daniel Craig als James Bond noch ein Geheimdienst-Novize, dessen raue Kanten erst einmal abgeschliffen werden mussten. Sechs Jahre später hat 007 bereits mit alterbedingten Problemen wie einer zittrigen Hand zu kämpfen und wird auch noch mit einem blutjungen Computer-Nerd als Quartiermeister Q konfrontiert. Obwohl James Bond den MI6-Test für Spitzen-Spione nicht besteht, schickt ihn seine Chefin M – Judi Dench hat diesmal eine besonders große Rolle – auf eine äußerst tödliche Mission.

Skyfall
© United Artists / Twentieth Century Fox

Javier Bardem (No Country for old Men) ist als Raoul Silva ein besonders charismatischer Schurke, dessen Motive trotz seiner unberechenbaren Durchgeknalltheit gut nachvollziehbar sind. Sein erster Auftritt der mit einem faszinierenden Monolog beginnt und in eine homoerotisch aufgeheizte Szene mit 007 übergeht, ist einer der zahlreichen faszinierenden Momente des Filmes. Actionfans kommen voll auf ihre Kosten.

Skyfall
© United Artists / Twentieth Century Fox

An exotischen Locations wie Istanbul, Shanghai und Macao wurden Kämpfe und Verfolgungsjagden rasant in Szene und in bester 007-Tradition gesetzt. Hauptdrehort war diesmal jedoch Großbritannien. Das große Finale spielt sich in London und Schottland ab, wobei sogar einige Details aus der Jugend von James Bond zu erfahren sind.

Skyfall
© United Artists / Twentieth Century Fox

Frühere Bond-Filme waren fast ausschließlich auf die jeweiligen Hauptdarsteller zugeschnitten und gaben diesen Gelegenheit dazu nach spektakulären Aktionen süffisante Kommentare abzufeuern. Skyfall hat mit den großen britischen Charakterdarstellern Judi Dench, Ralph Fiennes und Albert Finney eine erlesene Besetzung.

Skyfall

Dank der exquisiten Darsteller gelingen Regisseur Sam Mendes (American Beauty), der in Road to Perdition bereits mit Daniel Craig zusammenarbeitete, pointierte und erstaunlich in die Tiefe gehende Dialogszenen, die genauso so atemberaubend sind wie die Motorrad-Verfolgungsjagden oder Faustkämpfes beschäftigen.

Skyfall

Mit dem Kinostart von Skyfall wird zugleich auch das 50. Jubiläum der Filmreihe gefeiert. Der 23. offizielle Bond-Film steht stärker noch als die beiden ersten 007-Auftritte von Daniel Craig in der Tradition der Serie, ist zugleich aber auch voller Überraschungen und ein innovativer Neustart, der gespannt macht auf die weitere Entwicklung der Reihe.

Skyfall

Extras der DVD-Edition: Zwei Audiokommentare: Einmal von von Regisseur Sam Mendes sowie einmal von den Produzent Barbara Broccoli und Michael G. Wilson und Filmcrew-Mitgliedern, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln; Behind The Scenes – Ein sehr interessantes Making Of (59:24 min); Skyfall Premiere (4:28 min); Kinotrailer (2:31 min); Soundtrack Promotional Spot (0:40 min)

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