Durch die Lektüre dieses Buchs wird sofort klar, dass Comics in Ägypten – genau wie Mangas – von “hinten nach vorne“ gelesen werden und dass im Lande am Nil der Geist aus Aladdins Wunderlampe immer noch sehr lebendig ist. Die 500 Seiten von Deena Mohamed erzählen fast ausschließlich davon, wie es wäre, wenn Wünsche sofort in Erfüllung gehen.
So gibt es in einem Paralleluniversum mitten in Kairo einen Kiosk, dessen Besitzer Herr Shokry drei Flaschen mit einem besonders erlesenen Inhalt im Angebot hat. Wer die nicht eben preiswerten Flaschen öffnet hat einen “Wunsch erster Klasse“ frei, der jedoch von einem unberechenbaren Dschinn meist eher wort- als wunschgerecht erfüllt wird.
Mohamed erzählt davon, wie zwei Kunden von Herrn Shokry und dieser selbst mit dem Geist aus der Flasche konfrontiert werden. In Flaschen gefüllte Wünsche sind in der Welt des Comics nichts Besonderes, sondern die Staatsmacht versucht den Wunschwahn zu regeln und Nour, die erste Käuferin einer der drei Flaschen von Herrn Shokry, landet für Jahre im Knast, weil sie ihren Wunsch nicht angemeldet hat.
Mohameds Geschichte erschien von 2018 bis 2021 zuerst in drei Einzelbänden und sollte wohl auch besser portioniert gelesen werden, denn ansonsten lässt langsam aber sicher das Interesse an der detailverliebten Schilderung einer alles andere als wünschenswerten Wunderlampen-Welt nach.
Doch durch die Lektüre wird auch klar, dass es in Ägypten eine sehr lebendige Comicszene gibt – so dankt Deena Mohamed im Nachwort der dortigen Szene und dem Comicfestival in Kairo – und dass es immer wieder erstaunlich ist, was für erstaunliche Comics bei Schreiber & Leser erscheinen. Dort werden immer wieder Wünsche erfüllt, deren Existenz zuvor nicht bekannt war.
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