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Der Held vom Bahnhof Friedrichsstraße

Bevor er im Juni 2025 im Alter von 70 Jahren starb, konnte Wolfgang Becker noch seinen letzten Film vollenden. Der Regisseur, der zuvor Das Leben ist eine Baustelle, Good Bye, Lenin! und Ich und Kaminski drehte, findet auch bei Der Held vom Bahnhof Friedrichsstraße die thematisch angemesseme Balance aus Komik, Dramatik und Tragik.

Dem ehemaligen DDR-Bürger Michael Hartung (Charlie Hübner) ist die Wende nicht allzu gut bekommen. Fast schon teilnahmslos betreibt er in Berlin eine heruntergekommene Videothek und wird gelegentlich finanziell durch seine Tochter Natalie (Leonie Benesch) unterstützt. Hartungs unauffälliges – oftmals im Bademantel stattfindendes – Dasein ändert sich drastisch, als 2019 eine große Feier zum 30. Jahrestag des Mauerfalls ansteht.

Der nicht besonders erfolgreiche Journalist Alexander Landmann (Leon Ulrich) glaubt durch schlampige Recherchen “herausgefunden“ zu haben, dass der einst bei der Reichsbahn tätige Hartung angeblich eine Weiche falsch gestellt hatte und es dadurch ermöglichte, dass 127 Menschen vom Ostberliner Bahnhof Friedrichstraße per S-Bahn in den Westen gelangten.

Nachdem ihm Landmann einige Geldscheine überreicht hat, ist Hartung damit einverstanden als “Held vom Bahnhof Friedrichsstraße“ aufzutreten. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten steigert er sich immer mehr in die Rolle hinein. Er tritt zusammen mit Katarina Witt in einer Talkshow auf und fühlt sich – motiviert durch den Bundespräsidenten – in der Lage dazu, im Reichstag eine große Rede zum Thema “30 Jahre Mauerfall“ zu halten.

Dies verärgert Harald Wischnewsky (Thorsten Merten), der als Dissident in DDR-Haft saß, sich durch Vorträge in Schulen finanziell über Wasser gehalten hatte und eigentlich für die große Ansprache vorgesehen war. Auch Wessis, die meinen ganz genau zu wissen, wie es in der DDR zuging, und ehemalige Stasi-Leute mischen sich ein. Doch richtig ernst wird es für Michael Hartung erst, als er sich in Paula (Christiane Paul) verliebt. Diese gehört zu den 127 Menschen aus der S-Bahn und für sie ist Michael tatsächlich ein Held…

Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Maxim Leo und unterstützt durch ein großartiges Ensemble gelang Wolfgang Becker mit seinem letzten Film ein weiteres Meisterwerk. Wenn es darin traurig oder tragisch zugeht, wird dies nicht durch Komik neutralisiert. Wenn es – wie sehr häufig – komisch wird, dann ist es auch wirklich lustig, aber niemals nur lustig…     

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