Oliver Ottitsch: Smiley von hinten

Die Cartoons des 1983 in Graz geborenen Oliver Ottitsch haben eine sehr hohe Trefferquote, denn er findet immer wieder ebenso witzige wie interessante Ansätze, um sich über ernste Themen wie Tod und Religion lustig zu machen.

So zeigt er den lieben Gott und Buddha als Müllmänner, die ihren Abfall unterschiedlich trennen. Während bei Gott alles in den Müllcontainer mit der Aufschrift “Paradies“ wandert, muss er sich von Buddha die Frage gefallen lassen, ob er “schon mal an Recycling gedacht“ hat, denn der Müllcontainer des Erwachten trägt die Aufschrift “Wiedergeburts-Zyklus“.

Es geht bei Ottitsch aber häufig noch sehr viel böser zu. So fahren bei einer “Pride Parade in Teheran“ Baukräne durch die iranische Hauptstadt, die in Regenbogen-Farben bemalt sind und an deren Haken gehängte Menschen baumeln. Ins selbe Horn stößt ein Cartoon über eine offensichtlich ebenfalls im Iran gezeigte Ausstellung, die “wieder die frechsten Cartoonisten des Jahres“ präsentiert, indem diese aufgeknüpft an der Wand der Galerie hängen.

Dass Religionen aber auch voneinander lernen können, belegt ein Cartoon, der es feiert, dass es in katholischen Kirchen endlich eine “Burkapflicht für Ministranten“ gibt.             

Smiley von hinten ist jedoch sehr viel mehr als eine Collection mit gelungenen Cartoons. Oliver Ottitsch hat zwischendrin immer wieder interessante Einschübe platziert, in denen er Fotos aus seinem bewegten Leben zeigt, Notizbuchskizzen präsentiert oder verrät, warum er Cartoonist geworden ist: “Aus Verzweiflung ansonsten an der Arbeitswelt der Erwachsenen teilnehmen zu müssen.“

Seine Botschaft an Mitmenschen, die ebenfalls planen ihren Lebensunterhalt durch das Zeichnen von Cartoons zu bestreiten, verbreitet er – wahrscheinlich um seine Zielgruppe zu vergrößern – in englischer Sprache: “Wait until I’m dead!“

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