Im letzten Jahrzehnt sind bei Knesebeck im Bereich Graphic Novel sehr viele interessante Biografien wie Thomas Mann – 1949: Rückkehr in eine fremde Heimat und Literaturadaptionen wie Das Verschwinden des Josef Mengele erschienen. In diese Tradition fügt sich das vom Autor Olivier Sauzereau zusammen mit den Künstlern Wyllow und C. M. C. Di Naso geschaffene Buch Jules Verne – Der Visionär der Zukunft bestens ein.
Sauzereau ist seit frühster Jugend infiziert von der abenteuerlichen und oft auch utopischen Welt die Jules Verne in Büchern wie 20.000 Meilen unter dem Meer oder In 80 Tagen um die Welt geschaffen hat. Der heute nach eigenen Aussagen als “Astrophotographe, Historien des sciences et Lecteur de Jules Verne“ tätige Autor, stammt genau wie Vernes aus Nantes und widmet dessen Jugend in der Bretagne das erste und längste Kapitel seines Buchs.
Jules Vernes fand in der umtriebigen Hafenstadt sehr viel Inspiration, bevor er 1846 im Alter von 19 Jahren zum Jura-Studium nach Paris zog. Dort hatte er hauptsächlich Umgang mit bretonischen Studenten und machte seine ersten Gehversuche als Autor.
Anscheinend traut Sauzereau dem Medium Comic nicht so recht, denn er platziert nach jedem der sechs Kapitel zwei Seiten mit Texten und Abbildungen, die die zuvor in Comicform erzählten Ereignisse vertiefen sollen.
Etwas eigensinnig wirkt auch, dass Sauzereau der Jugend von Verne sehr viel mehr Beachtung schenkt, als dessen Erfolgsjahren, in denen er noch erleben durfte, wie aus seinen Bestsellern erfolgreiche und aufwändig in Szene gesetzte Theateradaptionen wurden.
Wer eine Biografie erwartet, die mit allem dem Medium Comic zur Verfügung stehenden Möglichkeiten in Szene gesetzt wurde, dürfte etwas enttäuscht sein, da die Lektüre immer wieder durch Sachbuch-Einschübe ausgebremst wird.
Wer jedoch etwas mehr (aber nicht zu viel) über Jules Verne erfahren möchte, wird mit diesem Buch nicht schlecht bedient.
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