Für Guillermo del Toro geht mit diesem Film ein Traum in Erfüllung. Bereits 2008 sah es für kurze Zeit so aus, als wenn er eine neue Version von Mary Shelleys Frankenstein drehen dürfe, doch erst als Netflix 2023 die Finanzierung übernahm, kam das Projekt zustande.
Das 150-minütige Werk kann sich sehen lassen. Del Toro bleibt zwar dem Geiste und der Erzählstruktur des Klassikers treu, nimmt sich aber auch sehr viele Freiheiten. Nach einem beeindruckenden Prolog am Nordpol, ist Charles Dance als tyrannischer Vater von Victor Frankenstein zu sehen.
Es ist dann nicht anschließend nicht Ingolstadt, sondern Edinburgh wo Victor (Oscar Isaac) sein Medizinstudium antritt. Dort trifft er auf den Waffenhändler Harlander, den Christoph Waltz mit souveräner Boshaftigkeit auf die Leinwand zaubert. Waltz ist das Kunststück gelungen, nahezu zeitgleich auch eine Hauptrolle in Luc Bessons Neuverfilmung von Dracula zu spielen.
Die Erschaffung des Monsters, das Frankenstein aus unzähligen Leichenteilen von Gehängten und gefallenen Soldaten optisch sehr ungewöhnlich zusammengefügt hat, ist der visuelle Höhepunkt des Films. Bemerkenswerter ist jedoch, wie gut es del Toro gelungen aus der ansonsten eher am Rande der Haupthandlung agierenden Elisabeth eine starke unabhängige Frau zu machen, die großartig von Mia Goth verkörpert wird.
Das Problem des Films ist jedoch, dass Kenneth Branagh vor dreißig Jahren ein optisch ähnlich beeindruckender Frankenstein gelungen ist, bei dem del Toro, trotz seiner fast schon verzweifelten Versuche eigene Wege zu beschreiten, nicht ganz mithalten kann.
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