Heribert Bräsemann (Hape Kerkeling) scheint beim Tennisclub Lengenheide alles im Griff zu haben. In Rekordzeit hat der Erste Vorsitzende die Vereinssitzung in seinem Sinne durchgeführt. Doch dann muss sein Vize Matthias (Friedrich Mücke) unter dem Tagungspunkt “Verschiedenes“ noch unbedingt von der Anschaffung des neuen Hightech-Grills XQ 3010 erzählen.
Dies ruft Melanie (Anja Knauer) auf den Plan, die für ihren muslimischen Doppelpartner Erol Oturan (Fahri Yardim) einen zweiten Grill fordert, damit dieser seine Würstchen halal rösten kann. Dies wiederum macht Melanies Ehemann Torsten (Christoph Maria Herbst) eifersüchtig und der Erste Vorsitzende unterbricht die Sitzung, um den Streit im kleinen Kreis zu schlichten, was voll nach hinten losgeht…
Basierend auf einem erfolgreichen Theaterstück des auch für die Serie Stromberg tätigen Autorenduos Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob gelang Marcus H. Rosenmüller (Beste Gegend, Schwere Jungs, Trautmann) eine turbulent inszenierte Komödie mit messerscharfen Dialogen. Hape Kerkeling brilliert als nur scheinbar gemütlicher Machtmensch, während Fahri Yardim überzeugend einen sich für tiefenentspannt haltenden Mann mit türkischen Wurzeln verkörpert, der immer mehr daran zweifeln muss, ob er in seinem Heimatort wirklich voll integriert wurde.
Extrawurst begeisterte im Kino 1,5 Millionen Menschen, was auch daran liegt, dass alle fünf Hauptfiguren keine auf eine Charaktereigenschaft reduzierten Karikaturen sind. Das sehr gute Ensemble porträtiert Menschen, die sich trotz aller verbaler Vorsicht und zum eigenen Entsetzen reihum als doch nicht völlig unverkrampft und vorurteilsfrei outen. Rosenmüller würzt Extrawurst mit kleinen in die Tiefe gehenden tragischen Momenten, verhindert zugleich aber durch bestens getimten Slapstick, dass sein Film zur pechschwarzen Komödie wird.
Extras der Blu-ray von Studiocanal: Kurzes aber sehr aussagekräftiges Making Of (2:53 min)und der Trailer (1:55 min)
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