Spätestens wenn Steven Spielberg sich selbst zitiert wird klar, in welche Richtung sein neuster Film geht. 1977 erzählte er mit Unheimliche Begegnung der dritten Art erstmals von Begegnungen mit Außerirdischen. Eins der musikalischen Leitmotive war damals der Song When You Wish Upon A Star aus dem Zeichentrickklassiker Pinocchio von Walt Disney.
Ein halbes Jahrhundert später ist in einer entscheidenden Szene von Disclosure Day – inmitten des ebenfalls von John Williams komponierten Soundtracks – das Lied Someday My Prince Will Come aus Disneys ersten abendfüllenden Animationsfilm Schneewittchen und die sieben Zwerge zu hören. Auch Disclosure Day erzählt davon, dass die Öffentlichkeit von der Obrigkeit nicht über bereits erfolgte Kontakte mit Außerirdischen informiert wird.
Doch ansonsten ist der Film sehr viel finsterer und pessimistischer als Unheimliche Begegnung der dritten Art. Vor dem Hintergrund einer gar nicht so weit von unserer Realität entfernten Welt, die kurz vor dem Dritten Weltkrieg steht, liefern sich sympathische “Rebellen“ einen Kampf mit der Wardex Corporation, die im Dienste der US-Regierung steht und keine Probleme damit hat, rücksichtslos Waffen einzusetzen.
Den Wardex-Chef verleiht Colin Firth ein wenig menschliche Tiefe, doch Spielberg lenkt die Sympathien eindeutig in Richtung der mit Emily Blunt und Josh O’Connor ebenfalls hochkarätig besetzten Gegenseite. Nachdem Disclosure Day eine Weile als Mystery-Thriller vor sich hingedümpelt hat, schaltet Spielberg langsam aber sicher auf Action-Modus.
Dabei spielt er zwar nicht ganz in der Liga der Mission: Impossible oder Fast & Furious Filme, wohl auch weil er nicht nur auf Krawall aus ist. Immerhin gelingt Spielberg eine spektakuläre Sequenz mit Autos und Eisenbahnen, die an seinen autobiografischen Film Die Fabelmans denken lässt. Hierin erzählt er davon, wie er, nachdem er bei seinem ersten Kinobesuch in Cecil B. DeMilles Die größte Schau der Welt eine Tricksequenz sah, die er danach sofort auf der heimischen Modelleisenbahn nachstellen musste.
Der Spaß, den er damals hatte, ist in Disclosure Day gelegentlich zu spüren. Doch trotz aller inszenatorischer Meisterschaft wird nicht so recht klar, was Spielberg eigentlich erzählen will. Es wirkt ein wenig so, als wenn er den Film nach einer Laufzeit von 145 Minuten einfach beendet hat, damit dieser nicht noch länger wird oder er noch irgendetwas erklären muss.
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