Auf dem Kometen

1888 irgendwo in Nordafrika: Verworrene Verhältnisse herrschen in den heißen Gegenden, in denen sich Franzosen, Araber und Spanier bekämpfen. Inmitten der Gefechte kommt es zur Katastrophe durch einen vorbei fliegenden Kometen, der einen Teil der Erde heraus- und mit sich reißt.

Auf dem Weg durch den Weltraum vereinen sich die verfeindeten Gruppen und erleben unglaubliche Abenteuer mit zahlreichen Urtieren. Doch nach der Rückkehr auf die Erde erscheint ein friedliches Miteinander utopisch…

Bereits 1957 drehte der tschechische Trickfilmpionier Karel Zeman (Reise in die Urwelt) mit Die Erfindung des Verderbens eine vor allem optisch ungemein werkgetreue Jules-Verne-Verfilmung. Er ließ die Darsteller in Kulissen agieren, die wie die Kupferstich-Illustrationen aus den Verne-Büchern aussahen und kombinierte diese mit Modell- und Puppentricks. Zugleich machte sich Zeman aber auch über die kolonialistischen Tendenzen in den Werken des französischen Vaters der Science-Fiction lustig.

Fünfzehn Jahre später haute Zeman noch einmal in dieselbe Kerbe. Auf dem Kometen basiert auf Vernes Roman Hektor Servadacs Reise durch die Sonnenwelt und ist noch etwas gelungener als die schwarzweiße Verne-Verfilmung von Die Erfindung des Verderbens. Dies liegt an Zemans fantasievollen Einsatz von Farbe, wodurch die Bilder des Films wie alte verblichene und von Hand kolorierte Postkarten wirken.

Im Gegensatz zu allen anderen Spielfilmen Zemans kommen auch die Darsteller (darunter auch der beliebte tschechische Veteran Vladimír Menšík aus Pan Tau, Die Märchenbraut und Wie man Dornröschen wachküsst) deutlich sympathischer rüber und sind sehr viel mehr als Statisten vor beeindruckenden Trickaufnahmen.

Last not least bereitet Auf dem Kometen aber auch sehr viel Vergnügen durch die zahlreichen Urviecher, die den mysteriösen Kometen bevölkern. Wenn Zeman zeigt wie gewaltige Dinosaurier-Horden nicht durch die mächtigen Kanonen der französischen Kolonialarmee, sondern durch das metallische Scheppern von Töpfen und Pfannen (kennen die Dinos nicht, weil bei ihnen noch Steinzeit herrscht), in die Flucht geschlagen werden, gehört diese nicht nur tricktechnisch beeindruckende Szene zu den Sternstunden der Filmgeschichte.

Während der Dreharbeiten zu Auf dem Kometen beendeten die Russen mit Panzer-Gewalt den „Prager Frühling“. Karel Zeman gelang es unter großem Einsatz seinen Film fertigzustellen und er drehte danach keine weiteren Filme in denen er kunstvoll Darsteller und Trickeffekte kombinierte. Stattdessen realisierte er reine Animationsfilme, darunter auch eine Adaption von Ottfried Preußlers Krabat.   

Die Bildqualität der bei Icestorm veröffentlichten deutschen DVD von Auf dem Kometen ist eher mäßig. Wer auf die (gelungene) DDR-Synchro verzichten kann, dem sei die DVD-Edition des Prager Karel-Zeman-Museums empfohlen, auf der die visuelle Pracht sehr viel besser zur Geltung kommt.

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