André Breinbauer: Blutsauger

Hannah hat in Wien die Wohnung ihrer Großmutter übernommen. Das hat den Vorteil, dass die Miete sehr günstig ist und nicht willkürlich erhöht werden kann. Doch der direkt nebenan wohnende Herr Fürst scheint ein Vampir zu sein und – was vielleicht noch viel schlimmer ist – die Hausverwaltung versucht mit allen Mitteln Emma dazu zu bringen, ihren Mietvertrag zu kündigen…

Der in Passau geborene André Breinbauer lebt seit 2005 in Wien und hat genügend vom dortigen Flair und Schmäh aufgeschnappt, um den Mythos vom Vampir in der Donaumetropole aufleben zu lassen. In finster-bunten Bildern erzählt er eine klassisch-moderne Gruselgeschichte.

Indem er Hannah gemeinsam mit ihrem Noch-Nicht-Freund Markus einer Performance beiwohnen lässt, in der das Künstlerkollektiv “Sterben im Gemeindehaus“ Friedrich Wilhelm Murnaus Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens live mit Musik und Ton aufführt, kann Breinbauer eine gelungene Comicversion des Stummfilmklassikers in seine Geschichte einbauen.

Dass sich Hannah im Laden “Voll mit Büchern“ Bram Stokers Roman Dracula kauft und diesen vor dem Einschlafen liest nutzt Breinbauer dazu, seinen Comic mit einigen Passagen aus dem Buch zu garnieren. Zugleich schreitet Hannahs Gruselgeschichte in atmosphärischen Bildern ebenso spannend wie amüsant voran und findet ein originelles Ende.

Blutsauger ist übrigens nicht Breinbauers erste Vampirgeschichte. Er illustrierte zuvor bereits das Kinderbuch Graf Fauchi und das verschwundene Gebiss von Heinz Strunk, aus dessen Besteller Der goldene Handschuh Ully Arndt einen Comic gemacht hat.

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