Hawkeye

1964 im Comicheft Tales of Suspense #57 hatte der Bogenschütze Hawkeye seinen ersten Auftritt im Marvel-Universum. Zunächst spielte Clint Barton noch eine Schurkenrolle, doch bereits ein Jahr später trat er den Avengers bei. Gespielt von Jeremy Renner feierte er 2011 sein Debüt im Marvel Cinematic Universe in einer Nebenrolle im ersten Thor-Film und war ebenfalls ein Jahr später Team-Mitglied im Marvel-Blockbuster Avengers.

Hawkeye

Auch mangels Superkräften gehört Hawkeye nicht zur allerersten Marvel-Garde und ein mit dem Flitzebogen-Mann im Zentrum stehender geplanter Kinofilm wurde in eine Serie umgewandelt, die immer mittwochs mit einer weiteren Episode fortgeführt wird.

Hawkeye

Wie schon bei Disney+ gewohnt ist nach den ersten Folgen noch ziemlich unklar, wohin die Reise geht. Doch der 50-minütige Pilotfilm ist großartig, auch wenn sich dieser weniger auf den Titelhelden konzentriert, sondern hauptsächlich darum bemüht mit der temperamentvoll von Hailee Steinfeld (True Grit) verkörperten Kate Bishop eine neue jugendliche Marvel-Heldin zu etablieren.

Hawkeye

Doch auch Jeremy Renner hat großartige Momente. Wenn er sich mit seinen Kindern das Broadway-Musical Rogers ansieht, ist ihm deutlich anzumerken, wie sehr ihm die getanzte und gesungene Version der Ereignisse des ersten Avengers-Films auf den Keks geht.

Hawkeye
Comic-Cover von David Aja

Inspiriert wurde die Serie von den von Matt Fraction geschriebenen fest im New Yorker Alltag verankerten Comic-Reihe Hawkeye: Mein Leben als Waffe. Während Fraction auch in den Credits zur Serie genannt wird, fehlt dort der Name des begnadeten spanischen Zeichners David Aja, der zweifelsohne den optisch imposanten Vorspann und die Werbe-Kampagne zur Serie inspiriert hat.

Hawkeye
Wetrbung zur Serie nicht von David Aja

Aja ist die Nennung seines Namens unwichtig, denn er wird zitiert mit: „Stop crediting, start paying!“

„Hawkeye: Megaband 1: Mein Leben als Waffe“ als Comic bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Hawkeye: Megaband 2: Mein Leben als Held“ als Comic bei AMAZON bestellen, hier anklicken

The Last Duel

Le Mans 66 – Gegen jede Chance von 2019 dürfte die letzte gut budgetierte Hollywood-Produktion gewesen sein, die sich ausschließlich den Problemen (aber auch den beachtlichen Fähigkeiten) ihrer männlichen Hauptfiguren widmete. Dass der Rennfahrer-Film nur mittelprächtig erfolgreich war, dürfte dazu beigetragen haben, dass potentielle Blockbuster seitdem noch stärker über eine weibliche Komponente verfügen. Man denke nur an die vorbildliche Frauenquote im letzten Beitrag zur Fast & Furious-Reihe.

The Last Duel

Dieses Bestreben trägt interessante Früchte, zu denen ganz gewiss auch der neue Film von Ridley Scott gehört. Am Anfang und am Ende von The Last Duel ist sehr deutlich zu spüren, dass der wohl immer noch größte amtierende Stilist des Kinos sehr gerne auch einmal einen Film über mittelalterliche Duelle mit Ross und Lanze mit voller optischer Wucht in Szene setzen wollte. Hilfreich ist dabei, dass keine Rücksicht mehr auf das Wohlbefinden von Pferden genommen werden muss, da diese lediglich aus Pixeln bestehen.

The Last Duel

Doch das Konzept zwei kühne Recken um eine Prinzessin kämpfen zu lassen, taugt  als Option für eine 100 Millionen Dollar Produktion nicht mehr. Daher schrieben Matt Damon und Ben Affleck, die beide auch im Film zu sehen sind, zusammen mit Nicole Holofcener ein Drehbuch, über das letzte historisch verbriefte Duell, das 1386 in Frankreich stattfand. Grund für den Zweikampf war, dass Marguerite die Ehefrau des Ritters Jean de Carrouges, behauptet, vom Jacques Le Gris, dem besten Freund ihres Mannes,  vergewaltigt worden zu sein.

The Last Duel

Das erwartungsgemäß beeindruckend in Szene gesetzte Duell bildet die Rahmenhandlunh des Films, der die Vorgeschichte der Konfrontation nacheinander aus der Sicht der drei Hauptfiguren Marguerite (Jodie Comer), Jean (Matt Damon) und Jacques (Adam Driver) erzählt. Als konzeptionelle Vorlage diente zweifelsohne Akira Kurosawas Klassiker Rashomon und wohl auch die beständig die Perspektive wechselnde TV-Serie The Affair.

The Last Duel

Das Konzept geht auf, denn getragen durch eine opulente Ausstattung faszinieren die drei Versionen der selben Ereignisse auch dadurch, dass Ridley Scott zeigt, was für ein manipulatives Medium der sich nur bedingt zu neutraler Darstellung eignende Spielfilm doch ist.

The Last Duel

Der Film kam am 14. Oktober 2021 in die Kinos, ist seit 1. Dezember auf Disney+ zu sehen und erscheint am 6. Januar auf DVD und Blu-ray.

„The Last Duel“ als DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„The Last Duel“ als Blu-ray bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Die größte Schau der Welt

Von Brad Braden (Charlton Heston) wird behauptet er habe Sägemehl in den Adern. Er lebt für seinen Drei-Managen-Zirkus und um diesen vor dem drohenden Untergang zu retten, engagiert er die Legende am Trapez, den wagemutigen Großen Sebastian (Cornel Wilde).

Die größte Schau der Welt

Dessen Ankunft löst bei Bradens Freundin Holly (Betty Hutton), die auch Trapezkünstlerin Bewunderung aber auch Ängst aus. Um ihren Platz in der mittleren Manege zurückzuerobern, lässt sich Holly auf einen todesmutigen Wettstreit ein. Auch ihre Gefühle schwingen schon bald zwischen dem arbeitswütigen Brad und dem schamlosen Sebastian hin und her…

Die größte Schau der Welt

Vier Jahre bevor Charlton Heston in Cecil B. DeMilles Die Zehn Gebote als Moses zu sehen war, spielte er im vorletzten Epos des Monumental-Meisters eine nicht unähnliche Rolle. Als Zirkusmanager Brad Braden zieht Heston ebenfalls mit einem (bunten) Volk los und muss sich großen Herausforderungen stellen.

Die größte Schau der Welt

Statt der Teilung des roten Meeres gibt es als krönenden Abschluss – wie schon in DeMilles Eisenbahn-Western Union Pacific  – ein knallig inszeniertes Zugunglück. Bemerkenswert ist auch, dass in einer kleineren Rolle James Stewart zu sehen ist bzw. nicht zu sehen ist, denn dieser trägt den ganzen Film über Clown-Makeup.

Die größte Schau der Welt

Cecil B. DeMilles Die größte Schau der Welt trägt den Titel zu recht und ist vielleicht nicht der beste Zirkusfilm der Welt, das sind wohl eher Circus von Charlie Chaplin oder Trapez von Carol Reed. Doch dem größten Schausteller des Kinos gelang eine immer wieder sehenswerte Galavorstellung, die 1952 – trotz Konkurrenz wie High Noon oder Singin‘ in the Rain – den Oscar für den “besten Film“ erhielt.
Die größte Schau der Welt

Am 9. Dezember erscheint „Die größte Schau der Welt“ erstmals auf Blu-ray, als Bonus gibt es einen Bericht von Leonard Maltin über den Film.

„Die größte Schau der Welt“ als  Blu-ray bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Die größte Schau der Welt“ als  DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Batman – Die Maske im Spiegel 2

Nun gibt es schon elf Morde des Doppelgängers und es werden immer mehr. Bruce möchte Zugriff auf den Ermittlungsstand der Polizei bekommen und nimmt Kontakt auf zu Blair Wong.

Batman – Die Maske im Spiegel 2

Bruce Wayne und die junge Polizistin Blair Wong kommen sich näher und stellen fest, dass sie Gemeinsamkeiten haben: In Yale studiert – aber abgebrochen, einige Jahre in Brasilien gelebt……und: Auch die Eltern von Blair Wong sind vor ihren Augen ermordet worden, als sie noch ein Kind waren.

Batman – Die Maske im Spiegel 2

Bruce weiß das und möchte diese emotionale Verwundbarkeit ausnutzen um an die Polizeiakten im Fall „Doppelgänger von Batman“ zu kommen. Aber es kommt etwas anders, als sich echte Gefühle zwischen ihnen entwickeln.

Batman – Die Maske im Spiegel 2

Die Aussage von Wesker im ersten Band, etwas gegen Batman zu unternehmen, weil er schlecht für Geschäft sei, steht immer noch im Raum, während die Suche nach dem Doppelgänger auf allen Seiten auf Hochtouren läuft.

Batman – Die Maske im Spiegel 2

Weskers Sohn Arnold wird immer mehr als schwer gestört beschrieben und der Ratcatcher (Otis Flannegan) bietet Batman seine Hilfe an, weil er dieselben Ziele verfolgt und sich in allen unterirdischen Kanälen und Tunneln wie kein anderer auskennt.

Batman – Die Maske im Spiegel 2

Ein wenig unerwartet ist in einem Rückblick die Darstellung von Alfred. Er wird in seinem kurzen Auftritt etwas „out of character“ dargestellt und hat Bruce schon verlassen, als dieser noch ein Kind war.

Batman – Die Maske im Spiegel 2

Autor Mattson Tomlin und Zeichner Andrea Sorrentino gelang es  die Spannung und das hohe Niveau der grafischen Darstellung gegenüber dem ersten Band noch zu übertreffen, und es ist weiterhin unmöglich vorherzusagen, wer der Doppelgänger ist.

Norbert Elbers

„Batman – Die Maske im Spiegel – Band 1“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Batman – Die Maske im Spiegel – Band 2“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Batman – Die Maske im Spiegel – Band 3“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Die fünf Pennies

Der Kornettspieler Loring „Red“ Nichols kommt in den 20er-Jahren– mitten in der Prohibition – nach New York und beginnt recht rasch die dortige Jazz- und Swing-Szene aufzumischen. Sehr schnell hat er Erfolg und eine eigene Band sowie eine Frau und eine Tochter. Nichols startet zeitaufwändige Tourneen durch die ganze USA mit sich, die er jedoch abbricht, nachdem seine in einem Internat untergebrachte Tochter schwer erkrankt. Sehr viel später versucht sich der stark frustrierte Nichols an an einem Comeback.

Die fünf Pennies

Wer den Namen Danny Kaye hört denkt automatisch an überdrehte Hollywood-Komödien wie Der Hofnarr. Doch denau wie ein Jahr zuvor in Jakobowsky und der Oberst überzeugte Kaye auch 1959 in Die fünf Pennies sehr viel stärker in den dramatischen oder rührenden Szenen als in den (wenigen) lustig gemeinten und albern wirkenden Einlagen.

Die fünf Pennies

An Kayes Seite ist Barbara Bel Geddes zu sehen, die zwar auch in Hitchcocks Vertigo mitspielte, am bekanntesten jedoch durch ihre Darstellung der Miss Ellie in Dallas sein dürfte. Lose basierend auf der Karriere von Ernest Loring „Red“ Nichols (der im Film das Kornettspiel von Kaye doubelte) ist die in Five Pennies erzählte Geschichte der Aufhänger für teilweise herrlich entfesselte musikalische Darbietungen von Legenden wie Louis Armstrong.

Die fünf Pennies

Im Gegensatz zur Originalfassung liegt der deutsche Ton leider nicht in Dolby 5.1 vor. Doch zum Glück wurde nicht neu synchronisiert, denn Georg Thomallas Stimme passt auch hier (genau wie bei Jack Lemmon und Peter Sellers) wie die Faust aufs Auge. Die Songs werden teilweise in Deutsch gesungen (wen es stört, der wechselt einfach zur sehr viel räumlicher klingenden Originalfassung). Wenn Danny Kaye singt, ist nicht mehr Thomalla zu hören, sondern ein amerikanischer Akzent. Der Verdacht liegt nahe, dass der sprachbegabte Kaye die Songs hier höchstpersönlich auf Deutsch eingesungen hat.

„Die fünf Pennies“ als DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Der Hofnarr“ als Blu-ray bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Der Hofnarr“ als DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Jakobowsky und der Oberst“ als DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Jakobowsky und der Oberst

Frankreich 1940. Die deutschen Truppen rücken immer näher auf Paris zu. Für den liebenswerten polnischen Juden Jakobowsky ist es wieder soweit: Er muss fliehen. Auch sein Landsmann, der aristokratische Oberst Prokozny, muss Frankreich so schnell wie möglich verlassen. Er hat eine geheime Mission zu erfüllen. Der polternde Militärheld kann Juden nicht ausstehen. Trotzdem lässt er sich auf die gemeinsame Flucht mit Jakobowsky in den Süden ein…

Jakobowsky und der Oberst

Der nach einem Theaterstück von Franz Werfel (Das Lied von Bernadette) entstandene ebenso heitere wie ernsthafte Film überrascht durch die beiden Darsteller der Titelrollen. Der sonst meist auf wilde Musical-Komödien festgelegte Danny Kaye (Der Hofnarr) schlägt als quer durch Europa von den Nazis verfolgter Jude ungewohnt leise Töne an. Sein still leidender aber durchaus pfiffiger Jakobowsky ist eine ebenso plastische wie rührende Figur.

Jakobowsky und der Oberst

Curd Jürgens hingegen karikiert sein Image als polternder und protziger Frauenheld. Wenn der von ihm verkörperte sich immer pompös in Szene setzende polnische Oberst, der genau wie Jakobowsky vor der deutschen Wehrmacht flüchten muss, schließlich aus Tarnungszwecken gezwungen ist seine prächtige Uniform abzulegen, leidet der Zuschauer mit dem zum traurigen Zivilisten degradierten Haudegen.

„Jakobowsky und der Oberst“ als DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Der Hofnarr“ als Blu-ray bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Der Hofnarr“ als DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Die fünf Pennies“ als DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

 

Das Familienjuwel

Die kleine reiche Donna Peyton (Donna Butterworth) wird plötzlich zur Waise. Einer ihrer sechs schrulligen Onkel soll zu ihrem Vormund ernannt werden. Um zu entscheiden, welcher davon der ideale Kandidat ist, stattet die neun Jahre alte Donna jedem einen Besuch ab. Doch die Wahl wird nicht leicht und ist für den zukünftigen Stiefvater zudem noch mit einer 30-Millionen-Dollar-Erbschaft abgesehen.

Das Familienjuwel

Nachdem er sich 1963 in Der verrückte Professor in einer Doppelrolle selbst sehr erfolgreich inszenierte, setzte Jerry Lewis zwei Jahre später noch ordentlich was drauf. In Das Familienjuwel übernahm er die Rollen aller sechs Onkel, die aus höchst unterschiedlichen Berufsgruppen (Seebär, Clown, Fotograf, Pilot, Detektiv und Gangster) stammen. Außerdem spielte Jerry Lewis noch den Chauffeur Willard Woodward, der sich rührend um die kleine Donna kümmert.

Das Familienjuwel Das Familienjuwel enthält einige der komischsten Momente im Filmschaffen von Jerry Lewis. Das Highlight ist zweifelsohne der von ihm verkörperte Bruchpilot, der (wenn er nicht gerade hinter seinem eigenen Flugzeug herrennt) so turbulent fliegt, dass dadurch sogar das Geschirr beim im Bordkino gezeigten Film vom Tisch fällt. Nicht schlecht sind auch die tatsächlich vom ihm ausgeführten Billardtricks des Chaos-Detektivs.

Das Familienjuwel

Zudem wird die teilweise irre komische Nummernrevue auch noch durch eine solide (und gelegentlich auch recht rührende) Rahmenhandlung zusammengehalten. Insgesamt hat sich dieser Film sehr viel besser gehalten als viele seiner heute oft etwas sehr albern wirkenden Solo-Filme, in denen er ohne Dean Martin auftrat.

Das Familienjuwel

Extras der DVD: Audiokommentar von Jerry Lewis und Steve Lawrence, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln, Screentest von Donna Butterworth (10:43 min), Ein sehr komischer Screentest von Jerry Lewis im Kostüm des Gangsters Bugs Peyton (0:52 min), 2 Bloopers (1:01 min) und der US-Trailer (2:32 min)

„Das Familienjuwel“ als DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Jerry Lewis 16-Film-Collection“ mit „Das Familienjuwel“ als DVD-Box bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Der verrückte Professor“ als DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Jerry Lewis

Eine DVD-Box von Paramount enthält sechzehn Filme von Jerry Lewis, die zwischen 1953 und 1965 entstanden sind. Dadurch kann nachvollzogen werden, wie sich die Karriere des sympathischen aber manchmal auch arg zappeligen Komikers entwickelt hat.

Jerry Lewis

Seine ersten sechzehn Spielfilme drehte Lewis gemeinsam mit Dean Martin, mit dem er ab 1946 bereits  große Erfolge mit Bühnenauftritten feierte. Aus heutiger Sicht sind jene Filme, in denen der oft an eine aufgedrehte Cartoon-Figur erinnernde Jerry Lewis vom coolen Dean Martin etwas neutralisiert wird, sehr viel besser zu ertragen als so manches später entstandene Solowerk von Lewis.

Jerry Lewis

Aus dieser Zeit sind in der DVD-Box vier Filme enthalten. Der Tollpatsch (The Caddy, 1953) handelt hauptsächlich vom Golfspielen. Der Schwarzweiß-Film bietet aber auch zeitnah einen Eindruck davon, was für ein herrliches Chaos Martin & Lewis bei ihren Live-Auftritten angerichtet haben.

Jerry Lewis

Einen großen Moment hat Dean Martin, wenn er stilecht in einem italienischen Restaurant mit Großfamilie seinen wohl bekanntesten Hit That’s Amore schmettert, wobei es Jerry Lewis nicht lassen kann mit quakender Stimme ebenfalls When the moon hits your eye like a big pizza pie zu singen…

Jerry Lewis

Die Paramount-Box enthält außerdem noch die letzten vier Filme, die Martin und Lewis gemeinsam drehten. Bei Der Gangsterschreck / Man ist niemals zu jung (You’re Never Too Young, 1955) ist vielleicht am bemerkenswertesten, dass es sich hier um eine Art Remake von Der Major und das Mädchen handelt. Billy Wilder ließ in diesem Film Ginger Rogers eine Frau spielen, die sich – da sie nur noch genug Geld für eine Kinderfahrkarte hat – als kleines Mädchen ausgibt und prompt in einer Kadettenanstalt landet.

Jerry Lewis

In Der Gangsterschreck ist Jerry Lewis als Friseurlehrling Wilbur Hoolick zu sehen, der sich als kleiner Junge verkleidet, um einem von Raymond Burr (Fenster zum Hof) verkörperten Gangster zu entkommen. Die Flucht führt ihn in eine Privatschule für Mädchen, in der auch der von Dean Martin verkörperte Lehrer Bob Miles tätig ist…

Jerry Lewis

Danach drehten Martin und Lewis die sympathische Westernkomödie Wo Männer noch Männer sind (Pardners,1956). Bemerkenswerter sind jedoch ihre beiden letzten und zugleich besten Filmen, denn diese wurden von Frank Tashlin (The Girl Can’t Help It) inszeniert, der seine Erfahrung als Looney-Tunes-Trickfilmregisseur mit einbrachte.

Der AgentenschreckDer Agentenschreck (Artists and Models, 1955) ist möglicherweise das beste Team-Up von Lewis und Martin, was auch daran liegen kann das an ihrer Seite Shirley MacLaine (in ihrem – nach Hitchcocks Immer Ärger mit Harry – erst zweiten Leinwandauftritt) agierte.

Der Agentenschreck

Eine köstliche Szene, in der zunächst Dean Martin die Schnulze Innamorta in seiner unvergesslichen Art schmettert, bevor dann Shirley MacLaine das Lied aufgreift und Jerry Lewis damit so heftig anbalzt, dass dieser immer wieder (und immer spektakulärer) eine Treppe herunterfällt, hat Tashlin herrlich grotesk in Cartoon-Manier inszeniert.

Jerry Lewis

Mit Alles um Anita (Hollywood or Bust, 1956) hieß es Abschied nehmen. Frank Tashlin inszenierte den letzten Film von Martin und Lewis als Roadmovie. Der Kleinkriminelle Steve Wiley (Martin) versucht durch Tricksereien bei einer Lotterie einen Chrysler zu gewinnen, doch er hat die Rechnung ohne den naiven Malcolm Smith (Lewis) gemacht, der tatsächlich im Besitz des Gewinner-Los ist. Das ungleiche Duo teilt sich das Auto und bricht zusammen mit der dänische Dogge Mr. Bascomb nach Hollywood auf, denn Malcolm möchte unbedingt Anita Ekberg kennenlernen…

Jerry Lewis

Tashlin garnierte den Film mit zahlreichen oft auch etwas surrealen Slapstick-Szenen. Doch es gelang es ihm auch Sympathien zu wecken für den halbseidenen Steve und den aufgedrehten Nervbolzen Malcolm. Die Schilderung der sich langsam aufbauenden Freundschaft zwischen den beiden unterschiedlichen Männern ist das Rückgrat des sehr komischen Films. Es ist kaum zu glauben, dass Dean Martin und Jerry Lewis im Film zwar perfekt harmonieren, aber kein Wort miteinander gewechselt haben, wenn die Kamera nicht lief.

Jerry Lewis

Frank Tashlin half Jerry Lewis anschließend  dabei seine Solokarriere anzukurbeln und inszenierte mit ihm weitere fünf Filme, die abgesehen von Geld spielt keine Rolle (It’s Only Money, 1963) alle in der Paramount-Box enthalten sind. Es würde den Rahmen sprengen die von Tashlin stilsicher in Szene gesetzten und unberechenbar komischen Filme Der Babysitter (Rock-A-Bye Baby, 1958), Aschenblödel (Cinderfella, 1959) und Der Tölpel vom Dienst (The Disorderly Orderly, 1964) zu würdigen.

Jerry Lewis

Stellvertretend möchte ich daher Frank Tashlins The Geisha Boy von 1958 hochleben lassen. Jerry Lewis ist hier als Zauberkünstler Gilbert „The Great“ Wooley zu sehen, der zusammen mit dem Hasen Harry zur Truppenbetreuung nach Japan geschickt wird. Dort legt er sich mit dem kommandierenden Offizier an und muss zur Strafe die in Korea kämpfenden US-Soldaten unterhalten.

Jerry Lewis

Auf der Höhe seiner Kunstfertigkeit zeigt Frank Tashlin, wie Jerry Lewis im Frack und mit Zylinder versucht einsam ihre Stellung haltende Frontkämpfer durch billige Zaubertricks zu verblüffen. Diese nur geringfügig durch Surrealismus kaschierte Kritik an der US-Außenpolitik wird auch nicht durch die im Zentrum des Films stehende sentimentale, aber durchaus mitreißende, Geschichte über ein Waisenkind neutralisiert.

Jerry Lewis

Nicht ohne ist auch der Gastauftritt von Sessue Hayakawa, der das selbe Kostüm wie ein Jahr zuvor in Die Brücke am Kwai trägt und in seinem Swimmingpool ebenfalls eine Brücke bauen lässt.

Jerry Lewis

Bei Hallo Page! (The Bellboy) spielte Jerry Lewis 1960 nicht nur die Hauptrolle, sondern führte auch Regie. Der mit 69 Minuten ausgesprochen kurz ausgefallene Schwarzweiß-Film spielt in einem Luxushotel hat kaum Handlung, sondern ist eine teilweise originell in Szene gesetzte Sketch-Revue und der einen Pagen spielende Lewis kommt dabei kaum zu Wort.

Jerry Lewis

Die Paramount-Box enthält mit Zu heiß gebadet / Der Frauenhasser (The Ladies Man, 1961), Der Bürotrottel (The Errand Boy, 1961) und Die Heulboje (The Patsy, 1964) weitere mehr oder weniger gelungene Filme, in denen sich Jerry Lewis selbst in Szene setzt.

Der verrückte Professor

Auch seine beiden besten Regiearbeiten sind enthalten. Bei Der verrückte Professor (The Nutty Professor, 1963) variierte Lewis die Geschichte um Dr. Jekyll und Mr. Hyde und erzählt vom trotteligen Professor Julius Kelp, der sich mit Hilfe einer Chemikalie in den begnadeten Nachtclub-Entertainer Buddy Love verwandelt. Während Lewis in der Titelrolle mit Brille und falschen Zähnen herumkaspert, legt er als Buddy Love eine gelungene Dean- Martin-Parodie hin.

Das Familienjuwel

Zwei Jahre nach dieser Doppelrolle setzte Jerry Lewis noch ordentlich was drauf. In Das Familienjuwel (The Family Jewels, 1965) übernahm er die Rollen von sechs Brüdern, die aus höchst unterschiedlichen Berufsgruppen (Seebär, Clown, Fotograf, Pilot, Detektiv und Gangster) stammen. Außerdem spielte Jerry Lewis noch den Chauffeur Willard Woodward, der sich rührend um die kleine Millionenerbin Donna kümmert, die einen ihrer Onkels als Vormund auswählen soll.

Das Familienjuwel

Das Familienjuwel enthält einige der komischsten Momente im Filmschaffen von Jerry Lewis. Das Highlight ist zweifelsohne der von ihm verkörperte Bruchpilot, der (wenn er nicht gerade hinter seinem eigenen Flugzeug herrennt) so turbulent fliegt, dass dadurch sogar das Geschirr beim im Bordkino gezeigten Film vom Tisch fällt. Nicht schlecht sind auch die vom Jerry Lewis ausgeführten Billardtricks des Chaos-Detektivs. Genau wie in den Filmen von Frank Tashlin wird auch diese teilweise irre komische Nummernrevue durch eine solide (und gelegentlich auch recht rührende) Rahmenhandlung zusammengehalten.

Jerry Lewis

Als „aktuellstes“ Werk ist in der Box mit Boeing-Boeing (1965) auch noch ein recht ungewöhnlicher Film mit Jerry Lewis enthalten. Hier spielt Tony Curtis den Journalisten Bernard Lawrence, der in seinem Appartement in Paris Liebesbeziehungen mit gleich drei Stewardessen unterhält, die nichts voneinander wissen. Lawrences ausgeklügelter Terminkalender gerät durcheinander, nachdem Lufthansa, Air France und British United als Arbeitgeber der drei Damen schnellere Flugzeuge einsetzen.

Jerry Lewis

Zusätzliche Komplikationen entstehen dadurch, dass auch noch Lawrences Kumpel Robert Reed auftaucht. In dieser Rolle spielt Jerry Lewis nur die zweite Geige. Am Humor dieser recht glatt in Szene gesetzten Boulevardkomödien-Verfilmung hat der Zahn der Zeit genagt. Es ist zu vermuten, dass es Jerry Lewis gereizt hat, doch noch an der Seite von Tony Curtis zu spielen, da er es sich nie verziehen hat, jene Rolle in Billy Wilders Manche mögen’s heiß abgelehnt zu haben, für die Jack Lemmon 1959 eine Oscar-Nominierung erhalten hatte…

„Jerry Lewis 16-Film-Collection“ als DVD-Box bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Patient mit Dachschaden“ als DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Der Agentenschreck“ als DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Das Familienjuwel“ als DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Der verrückte Professor“ als DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Der tollkühne Jockey“ als DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Der Ladenhüter“ als DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

 

Carl Barks: Onkel Dagobert und der Geist der Weihnacht

Alle Jahre wieder veröffentlicht die Egmont Comic Collection eine in Kunstleder gebundene Sammlung mit festlichen Geschichten aus dem Hause Disney. In diesem Jahr trägt die 180-seitige Anthologie den Titel Walt Disneys besinnliches Weihnachtsfest, wobei verwundert, dass keine Geschichte von Carl Barks enthalten ist. Doch für Fans des Duckman gibt es als Parallel-Veröffentlichung ein nettes, kleines Weihnachtsgeschenk.

Carl Barks: Onkel Dagobert und der Geist der Weihnacht

Unter dem Titel Donald Duck and the Christmas Carol erschien 1960 in der Reihe Little Golden Books ein Bilderbuch, zu dem Barks sehr viel weniger beigetragen hat, als die prominente Nennung seines Namens auf dem Cover dieser Neuausgabe vermuten lässt. Genau wie beim im selben Jahr veröffentlichten Bilderbuch Uncle Scrooge: The Lemonade King stammen die plastisch kolorierten Reinzeichnungen von Norm McGary, der seinerzeit als einziger Künstler im Impressum genannt wurde.

Carl Barks: Onkel Dagobert und der Geist der Weihnacht

Auch die Geschichte stammt nicht von Barks, sondern von Annie North Bedford, die für die Little Golden Books harmlose Storys mit bekannten Figuren wie Bugs Bunny oder Frosty dem Schneemann verfasste. Donald Duck and the Christmas Carol ist eine Adaption der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens über den geizigen Ebenezer Scrooge. Diese Figur inspirierte Barks zu seiner reichsten Ente der Welt, die im Original Scrooge McDuck heißt.

Carl Barks: Onkel Dagobert und der Geist der Weihnacht

Annie North Bedford hat die Geschichte von Dickens gnadenlos geglättet und nimmt keinerlei Rücksicht darauf, wie Barks seine Figuren charakterisiert hat, bzw. hat wahrscheinlich keinen einzigen seiner Comics gelesen. Die Autorin erzählt davon, wie sich Tick, Trick und Track als harmlose Geister verkleiden, die Dagobert schließlich dazu bringen sich über Weihnachtsgeschenke zu freuen.

Carl Barks: Onkel Dagobert und der Geist der Weihnacht

Carls Barks steuerte zum Kinderbuch nur die Vorzeichnungen bei, doch eins seiner Bilder griff er später noch einmal auf. 1974 tauchte der einen mit Schnee bedeckten Sack voller Geld tragende Onkel Dagobert im Zentrum des Barks-Ölgemäldes Season to Be Jolly auf. Dieses Werk ist auf dem Cover der Egmont-Edition von Donald Duck and the Christmas Carol zu sehen. Gezeigt wird jedoch nur ein Ausschnitt des Gemäldes, wodurch weder der traurige Weihnachtsmann, der trinkende Obdachlose noch das bettelnde Mädchen aus Kummersdorf zu sehen sind.

Carl Barks: Onkel Dagobert und der Geist der Weihnacht
Alle Abbildungen: © Egmont Ehapa, © Disney

Bei Egmont trägt das Buch den Titel Onkel Dagobert und der Geist der Weihnacht, der auch ursprünglich für das Little Golden Book vorgesehen war. Die Edition wurde durch den Abdruck von vier Onepagern noch etwas angedickt. Drei dieser Weihnachts-Comics stammen von Carl Barks, einer vom Spanier Paco Rodriguez. Außerdem sind noch einige gut recherchierte Kurztexte enthalten, wodurch die Veröffentlichung zu sehr viel mehr als der Neuauflage eines seichten Vorlesebuchs geworden ist.

„Carl Barks: Onkel Dagobert und der Geist der Weihnacht“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Walt Disneys besinnliches Weihnachtsfest“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Carl Barks Collection 01“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Carl Barks Collection 02“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Carl Barks Collection 03“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Carl Barks Collection 04“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Carl Barks Collection 05“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Carl Barks Collection 06“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Carl Barks Collection 07“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Carl Barks Collection 08“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Carl Barks Collection 09“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Carl Barks Collection 10“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Carl Barks – Die Ölgemälde“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Carl Barks – Calgary Eye Opener“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Der Hofnarr

Um die schöne Jean zu beeindrucken wäre der harmlose Komödianten Hubert Hawkins so gerne ein Held wie sein großes Vorbild “Der schwarze Fuchs“. Die große Chance für Hawkins kommt, als in die Rolle von Giacomo, dem König der Narren und Narr der Könige, schlüpft. So getarnt schmuggelt er sich an den Hof des schurkischen Königs Roderick um dem wahren Thronfolger, einen Säugling mit purpurnen Muttermal am Popo, zum Throne zu verhelfen…

Der Hofnarr

Der Hofnarr von 1955 ist ein zeitloser Klassiker und überzeugt sowohl als prächtig ausgestatteter Abenteuerfilm wie auch als beschwingtes Musical. Doch in erster Linie ist der Film eine turbulente Komödie, in der Danny Kaye (Die fünf Pennies, Jakobowsky und der Oberst) die wohl beste Leistung seiner Karriere erbringt.

Der Hofnarr

Auf der deutschen Tonspur (die zum Glück die Songs in der Originalfassung belässt) überzeugt Georg Thomalla einmal mehr als kongenialer Synchronkomiker (man denke nur an “Der Becher mit dem Fächer, der Kelch mit dem Elch“).

Der Hofnarr

Unvergessen ist jene Szene in der der Hofnarr durch Hypnose zu einem arroganten Meisterfechter wird, sich aber nach jedem Fingerschnippen wieder in einen Idioten mit Schwert in der Hand zurückverwandelt. Hierfür trainierte Danny Kaye so hart, dass selbst Basil Rathbone (Robin Hood, Im Zeichen des Zorro), der beste Schwertkämpfer Hollywoods, zum Parieren einer besonders rasanten Abfolge von Hau- und Stechbewegungen von Kayes Fechtlehrer gedoubelt musste.

Der Hofnarr

Am 9. Dezember erscheint „Der Hofnarr“ erstmals auf Blu-ray, als Bonus gibt es einen Bericht von Leonard Maltin über den Film.

„Der Hofnarr“ als Blu-ray bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Der Hofnarr“ als DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Jakobowsky und der Oberst“ als DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Die fünf Pennies“ als DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken